Mit Rückenwind und Geld vom Bund das Netzwerk weiter stärken

Von: Michael Grobusch
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Stolberg. Die rechtlichen Grundlagen sind in den vergangenen Wochen auf Bundesebene geschaffen worden: Mit der Novellierung des Bundeskinderschutzgesetzes zum 1. Januar 2012, der Ende Mai auch der Bundesrat zugestimmt hat, sollen Prävention und Schutz für Kinder in der Gesellschaft weiter gestärkt werden.

Bestandteile des Gesetzes sind unter anderem der „Auf- und Ausbau Früher Hilfen sowie verlässlicher Netzwerke für werdende Eltern” und die „Einführung von leicht zugänglichen und flächendeckenden Hilfsangeboten für Familien vor und nach der Geburt sowie in den ersten Lebensjahren des Kindes”.

„Das, was wir hier in Stolberg in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, wird jetzt gesetzlich festgelegt”, begrüßt Willi Seyffarth die Weichenstellung in Berlin und sieht zugleich die konzeptionelle Arbeit der Stadt Stolberg bestätigt. Sie hatte schon vor einigen Jahren damit begonnen, ein Netzwerk „Frühe Hilfen” mit zahlreichen Kooperationspartnern in der Kupferstadt zu etablieren. Das neue Bundesgesetz sowie die Ankündigung, dass Maßnahmen vor Ort finanziell unterstützt werden sollen, lassen nun auf eine weitere Intensivierung der Hilfsangebote hoffen.

„Sobald sich die Möglichkeiten, die sich uns bieten, konkretisieren, werden wir entsprechende Förderantrage stellen”, kündigt der Fachbereichsleiter vor der nächsten Sitzung des Hauptausschusses an. Dieser wird sich am 21. Juni mit dem Thema und ganz konkret mit einem Antrag der SPD-Fraktion beschäftigen. Die Sozialdemokraten plädieren in diesem für die Schaffung eines „Zentrums Frühe Hilfen” und somit für die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle. „Wenn es uns gelingt, zusätzliche Mittel des Bundes für die Finanzierung zu erhalten, sollten wir ein solches Zentrum auch realisieren”, unterstützt Seyffarth die Initiative unter dem Vorbehalt der Finanzierbarkeit.

Die Unterstützung des Fachbereichsleiters findet auch der Vorschlag der Sozialdemokraten, eine solche Anlaufstelle im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt” in der Velau und ganz konkret im zukünftigen Kultur- und Generationenhaus „Kugel” unterzubringen. „Das würde derzeit laufende oder schon abgeschlossene Projekte hervorragend ergänzen. Und auch die geografische Lage wäre nicht nur in der Velau, sondern bezogen auf das gesamte Stadtgebiet eine günstige”, so Willi Seyffarth.

Inwieweit die von der SPD geforderte Einstellung einer Familienhebamme für die Beratungs- und Vermittlungstätigkeiten eines solchen Zentrums genutzt werden könnte, ließ Seyffarth gestern auf Anfrage offen. „Ich kann mir gut vorstellen, dass das möglich wäre. Wir müssen aber zunächst einmal eine konkrete Konzeption erarbeiten.”

Das Bundesfamilienministerium wird ab 2012 jährlich und zunächst auf vier Jahre begrenzt jeweils 30 Millionen Euro zur Einrichtung solcher Stellen zur Verfügung stellen. Geht es nach den Vorstellungen der SPD-Fraktion, wird Stolberg auch in diesem Punkt von der Gesetzesnovellierung profitieren.
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