Stolberg - Mit Luis Alvarez eine spannende Pilgerreise in Bildern erleben

Mit Luis Alvarez eine spannende Pilgerreise in Bildern erleben

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Luis Alvarez zog bei seinem Vortrag rund 180 Menschen in seinen Bann.
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Ein begeistertes Publikum: Lebendig und spannend hatte Alvarez den Vortrag gestaltet. Die vielen Bilder und Eindrücke zum Jakobsweg schauten sich seine vielen Gäste daher gerne an. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Luis Alvarez ist nicht nur ein Experte für die Geschichte und Architektur Spaniens, sondern auch ein guter Erzähler. Sein Talent, Menschen zu fesseln und mit einem kulturellen Thema vertraut zu machen, stellte er jetzt im Saal des Kulturzentrums Frankental eindrucksvoll unter Beweis.

Thema war dort der Jakobsweg. Ein Thema, das den gebürtigen Spanier – der einst Werksleiter und Prokurist bei den Stolberger Metallwerken, heute KMD war – schon in seiner Jugend beschäftigt hat.

Schließlich hat der 72-Jährige, der aus Oviedo in Asturien stammt, nicht nur dort das Internat „Apostel Jakobus“ besucht, sondern sich in den vergangenen 20 Jahren intensiv mit dem Jakobsweg beschäftigt. Eine landschaftlich großartige Strecke, die er erstmals 2005 in einem Stück zu Fuß bewältigte. Aber nicht der 800 Kilometer lange „Französische Weg“ (Camino Francés), den Alvarez von St. Pied de Port bis nach Santiago de Compostela in 29 Etappen bezwang, war diesmal Thema, sondern der durch das Baskenland, Asturien und Galicien führende Nordweg, der auch als der Küstenweg bezeichnet wird.

„Gemeinsam mit dem ursprünglichen Weg (Camino Primitivo) war er der erste Pilgerweg zum Grab des Apostels Jakobus. Schließlich lag er nicht im maurischen Einflussgebiet. Denn das übrige Spanien wurde im 9. Jahrhundert, als man das Grab des Apostels Jakobus wieder entdeckte, von den Mauren beherrscht“, versicherte Alvarez, der seine mit rund 300 Bildern bestückte Power-Point-Präsentation auch dafür nutzte, um die rund 180 Besucher mit vielfältigen und abwechslungsreichen Hintergrundinformationen zur Geschichte und Kultur Spaniens zu versorgen.

840-Kilometer-Strecke

Seine Bilder waren ein Querschnitt aus der Begehung des Nordweges in den Jahren 2009 und 2011. 2009 hatte Alvarez die durch eine abwechslungsreiche Landschaft führende 840-Kilometer-Strecke, die von vielen Steigungen und einsamen Gegenden gekennzeichnet ist, in 32 Etappen absolviert. „Der Küstenweg ist landwirtschaftlich einmalig. Der Pilgerandrang hält sich im Gegensatz zum „Französischen Weg“ in Grenzen. Weil die Kommerzialisierung des Weges noch keine Rolle spielt fühlt man sich dort noch als Pilger, sagte Alvarez, der seinen Vortrag mit zahlreichen Grafiken und Bildern bestückt hatte, die über Landschaft, Architektur, Unterkunftsmöglichkeiten und Ausrüstung sowie den zu erwartenden Herausforderungen und Beschwerlichkeiten informierten. Eine Zusammenfassung daraus hat Alvarez (siehe Box) auch für die Herausgabe eines E-Books genutzt, das er im vergangenen November erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Lebendig und spannend hatte der Stolberger Jakobspilger seinen Vortrag auch dadurch gestaltet, das er immer wieder wohl akzentuiert und mit klarer Stimme, damalige Tagebuchnotizen einstreute. Tagebuchnotizen, die auch Beschwerlichkeiten und körperliche Probleme nicht verschwiegen, aber auch von Mitmenschlichkeit, Dankbarkeit und Freude über das Erlebte geprägt waren.

Wunderschön auch die Aufnahmen, die sich mit den alten am Wegesrand liegenden Städten, Ortschaften, Burgen und Kirchen beschäftigten. Hierbei bemerkte man den geschulten Blick des visierten Fotografen und Kulturliebhabers. Und wer geglaubt hatte, dass sich der Nordweg nur in der flachen Küstenregion abspielt, wurde angenehm überrascht. Denn mitunter präsentierte Alvarez einsame Bergregionen. Denn der Nordweg führt über weite Strecken durch das Gebirge von Baskenland und Asturien. Während des in zwei Teile gegliederten Vortrags hatte man äußerst konzentriert zugehört. „Laut“ wurde es erst zum Schluss der mehr als zweistündigen Darbietung, als sich die Besucher beim Referenten mit tosendem Applaus bedankten.

Auch nach dem offiziellen Ende musste Alvarez viele Fragen beantworten. So wollten einige Gäste mit Tipps und Informationen versorgt werden, die sich überwiegend um die Planung und Durchführung einer Jakobspilgerschaft drehten. „Wenn man es einfach und ein wenig bequem haben will, sollte man den „Französischen Weg“ wählen. Denn er bietet eine gute Infrastruktur und die Chance, viele Mitpilger kennen zu lernen. Wer allerdings die Einsamkeit liebt und die Herausforderung sucht, der ist mit dem Küstenweg gut beraten. Schließlich wird er dort mit einer reizvollen und wunderschönen Landschaft belohnt“, versicherte Alvarez abschließend.

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