Stolberg - Mit „Knietief im Paradies“: Kabarett auf hohem Niveau

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Mit „Knietief im Paradies“: Kabarett auf hohem Niveau

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
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Kabarettistin und Musikerin Nessi Tausendschön begeistert mit ihrem Kollegen William Mackkenzie im Rittersaal der Burg. Die Vorpremiere von „Knietief im Paradies“ ist mehr als gelungen. Foto: D. Müller

Stolberg. „Wir haben drei Witze in das Programm einbauen lassen“, verkündete Nessi Tausendschön im Rittersaal der Burg ihren Zuhörern. Doch es waren eindeutig mehr Pointen und humorvolle Momente, mit denen sie das Publikum in der Kupferstadt glänzend unterhielt.

Die Vorpremiere von ihrem neuen Programm „Knietief im Paradies“ war die zweite Veranstaltung der Kabarett- und Comedyreihe im Rahmen des städtischen Kulturprogramms, und diesmal war der Rittersaal sehr gut gefüllt. Ganz international sprach Nessi Tausendschön auch Englisch in „Stolmountain“: „What is that woman doing? This is grenzwertig“, analysierte sie sich selbst.

Vielfältig und auf hohem Niveau begeisterte die Kabarettistin und Sängerin die Gäste in der Burg, die sich bestens amüsierten. „Gerade in Stolberg werden Sie sich sicher schon gefragt haben: Wo ist das Paradies“, meinte Tausendschön und klärte auf, was es im Paradies nicht gebe. Etwa Steuererklärungen suche man im Paradies ebenso vergeblich wie „laktoseintolerante Milch von melancholischen Kühen“.

Auf Zimmertemperatur

Dort sei der Intelligenzquotient auf Zimmertemperatur zurückgeschraubt, „da wir Menschen ohnehin aus Schaden nicht klug werden“. Feuchte Träume könnten im Paradies täglich zurückgegeben werden, und das Internet ist entschleunigt.

Das bestens gelaunte Publikum erfuhr alsbald, dass „Knietief im Paradies“ nicht nur der Name von Nessi Tausendschöns neuem Programm ist, sondern zugleich auch der Titel eines wunderbaren Chansons, das Nessi mit Stimme und mit singender Säge intonierte – und gemeinsam mit dem kanadischen Gitarristen William Mackenzie.

Kuriose Instrumente

Bei weiteren Liedern bringen die Musiker auch durchaus kuriose Instrumente zum Einsatz wie ein Omnichord oder ein Theremin, das ohne Berührung gespielt wird – ein elektromagnetisches Feld dient den Händen als Klaviatur.

Zwischen den Liedern brillierte Nessi immer wieder als Kabarettistin, so dass der Abend in der Burg insgesamt Kleinkunst von großem Format bot. Zum Thema Nachhaltigkeit erläuterte sie: „Wir haben ja ein Mehrwegsystem, denn wir schmeißen mehr weg.“ Dabei müsse das gar nicht sein. „Ein Fettfleck zum Beispiel wird wie neu, wenn man ihn regelmäßig mit Butter bestreicht.“

Auch andere komödiantische Weisheiten kamen beim Publikum hervorragend an, etwa: „Wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären, würden wir heute wahrscheinlich im Paradies auf Erden leben. Denn dann hätten die wohl eher die Schlange statt den Apfel gegessen.“

In die Kaufhäuser

Ob „Buhtikken“ und Kaufhäuser, die Frauen förmlich von der Straße in die Shopping-Paradiese „saugen“, „Heimatlieder“ mit kasachischem Akzent oder die sächsische „Gabi Pawelka“, die Cybersex schon vor dem Internet per Fax angeboten hat, – Nessi Tausendschön wusste, ihr Publikum hin- und mitzureißen.

Ihre Ausdruckstanz-Einlage erntete viele Lacher und lauten Beifall ebenso wie ihr literarischer Ausflug, der die „Sollbruchstelle“ in Beziehungen thematisierte. Dabei räumte sie ein, ihren Mann auch schon mal zärtlich anzuschreien, weil sie ziemlich liebe, denn „er kann ja so gut Sachen reparieren und ist von einem attraktiven Mann kaum zu unterscheiden“.

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