Mit Kamera genauer hingeschaut

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Der Umgang mit Kamera und Mikrofon will gelernt sein. Die Kinder der Hermannschule haben den Alltag zwischen Unterricht und Freizeit auf dem Schulhof mit der Filmkamera festgehalten.
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Medienpädagogin Charlotte Krickel hat die Kinder in die geheimnisse des Filmens eingeführt.

Stolberg. Die Hermannschule an der Mühlener Brücke in Stolberg steckt voller Talente – nur dass, wie anderswo auch, diese Könner von morgen halt ein bisschen gefördert werden müssen.

Renate Krickel, der Schulleiterin, ist das jetzt gelungen – und zwar mit Hilfe ihrer Tochter Charlotte, die als Medienpädagogin in Düsseldorf lebt. Zusammen mit einigen Schülerinnen und Schülern der dritten Klasse hat sie ein Kamerateam gebildet und eine Woche lang durch das Objektiv den Alltag in den Klassenzimmern und um sie herum unter die Lupe genommen.

Der Anfang war, dank des kurzen Wegs zwischen Mutter und Tochter, denkbar einfach: „Meine Mutter hat mich gefragt, ob ich in ihrer Schule ein Filmobjekt umsetzen könnte.“

Charlotte Krickel konnte und scharte so hoffnungsvolle Kräfte wie Daorsa Smajli, neun Jahre, die in die dritte Klasse geht und erst ein Jahr in Deutschland lebt, aber dafür hervorragend Deutsch spricht, Sükran Karaköze, Edon Amidi, Glodia Nzimba Plamerdi und Lars Heesen um sich.

Eine ganze Woche, bis zum Beginn der Herbstferien, zogen die Jungfilmer treppauf, treppab über die Flure und die Klassenzimmer, um ihre Eindrücke festzuhalten. Für Daorsa und die anderen Teilnehmer galt dabei eine wichtige Ausnahmeregelung: „Für den Zeitpunkt des Projektes waren die Schüler aus dem Unterricht herausgenommen worden“, informiert Renate Krickel.

Ganz befreit vom Druck des täglichen Einerlei konnten die Medienpädagogin und ihre Mitstreiter mit vereinten Kräften loslegen. Daorsa weiß noch genau, was ihnen und ihren Freunden so vor die Linse gekommen ist: „Wir haben den Schulhof, den Friedensgarten und den Schulhof gefilmt.“ Und Sükran: „Den offenen Ganztagsbereich und die Spielecken haben wir uns auch angesehen.“

Was es auch immer gewesen sein mag – die Kinder aus der Hermannschule sind der Sache immer auch auf den Grund gegangen, wie sich das schließlich nun mal für richtige Dokumentarfilmer gehört.

Kinderrat ein Thema

Zum Beispiel Glodia: „Wir haben eine Klasse beim Unterricht aufgenommen und ein paar Kinder interviewt.“ Der Kinderrat und die Willkommensgruppe wurden auch zu Themen. Wobei Renate Krickel als halbwegs neutrale Beobachterin des Ganzen vor allem an eine Einzelheit erinnert: „Diese Kinder waren überraschend ausdrucksfähig.“

Die multikulturell zusammengesetzte Truppe aus der Kupferstadt hat aber nicht nur einen Film über das Leben auf den Fluren, in den Räumen und auf dem Hof gedreht – und das so weit, dass Charlotte Krickel mit Blick auf die vor ihr liegende, gewiss nicht geringe Arbeit sagt: „Jetzt muss ich nur noch schneiden.“

Denn die fünf Jungen und Mädchen können jetzt nicht nur Fragen so stellen, dass dabei verwertbare Antworten. Sie können jetzt nicht nur eine Kamera bedienen, sondern wissen auch, wie und warum dieses Gerät zoomt, welche Perspektiven darauf eingestellt werden können und was für eine Wirkung dem Zuschauer dadurch vermittelt wird. Und das ist für Grundschüler alles Andere als eine kleine Sache.

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