Mit Hammer und Eisen an der Schneefront

Von: Jürgen Lange
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Das Ende der Verstärkungsfahrt: Erst die Verstärkung durch die Feuerwehr und jede Menge Salz machte den auf einem Poller gestrandeten Gelenkbus wieder flott. Foto: J. Lange
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Statt Fitness: Schneeschaufeln war die Wochenend-Beschäftigung. Foto: J. Lange
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Echte Handarbeit: Mit Keilen, Brechstange, Hammer und Luftkissen bekam der Trupp der Feuerwehr den Bus wieder flott. Foto: J. Lange

Stolberg. „Schneeschippen“, das war die Aufgabe des Wochenendes. Eine, die zumindest am Samstag dem Schicksal des Sisyphos glich. Kontinuierlicher Schneefall bei kräftigen Böen sorgte den ganzen Tag über für Nachschub und wollte selbst bei Kindern nicht so recht zum Rodel-Spaß beitragen.

Rutschig wurde es mit fortschreitender Zeit dagegen zunehmend für Autofahrer auf Stolbergs Straßen. Zu schweren Unfällen kam es nach Angaben der Leitstelle im Aachener Polizeipräsidium zwar nicht, allerdings waren die Beamten im Dauereinsatz, um vor allem Unfälle mit Blechschäden aufzunehmen – und an der Büsbacher Kreuzung die Konrad-Adenauer-Straße zu sperren. Dort hing ein Linienbus der Aseag fest.

Es war gegen 17.25 Uhr als für die Verstärkungsfahrt der Linie 1 selbst starke Hilfe der Stolberger Feuerwehr benötigt wurde. Als der Gelenkbus von der Aachener Straße kommend nach links auf die Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Markt einbiegen wollte, sorgte die spiegelglatte Fahrbahn dafür, dass erst einmal eine andere Richtung eingeschlagen wurde: Die Rutschpartie führte geradewegs auf den Bürgersteig zum Autohaus Siebertz und erst mit einem gehörigen Schlenker zurück zur Straße. Dort kam der Bus allerdings nicht weit, denn er nahm einen Poller mit, der sich zwischen Chassis und der Bereifung der mittleren Achse verkeilte. Das Fahrzeug hing fest und stand quer.

Guter Rat war gefragt. Während ein Straßenmeister der Aseag mit Eimer und „Schäufelchen“ das Eis auf der Fahrbahn bekämpfte, packten die Helfer der Feuerwehr ihre Trickkiste aus. Mit Brettern und aufblasbarem Luftkissen wurde der Bus angehoben und aus dem Reifen Luft abgelassen, um vor den Augen eines angesichts des Schneetreibens großen Publikums Spielraum für die Befreiungsaktion zu gewinnen. Die fand dann ganz klassisch nach dem Hebelgesetz statt. Mittels Holzkeilen und Brecheisen wurde der Poller von zwei Feuerwehrleuten soweit aus seiner Verankerung im Bürgersteig gehievt, dass ein dritter ihn mit dem Vorschlaghammer aus der Verklemmung lösen konnte.

Nach etwa einer dreiviertel Stunde konnte der Bus seine Fahrt fortsetzen – ins Depot. Der übrige Linienverkehr wurde derweil umgeleitet und sollte über die Bischofstraße die Haltestelle Markt ansteuern. Dies erschien einigen Fahrern offensichtlich zu riskant zu sein, so dass sie den direkten Weg via Gedautal in Richtung Aachen bevorzugten.

Abgesehen von diesem Einsatz an der Eis- und Schneefront verzeichnete die Feuerwehr bis Sonntagabend ein ruhiges Wochenende, während die Kollegen des Technischen Betriebsamtes alle Hände voll zu tun hatten, Straßen und Gehwege befahrbar zu halten.

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