Mit „Gistra“ das Gewerbe aktuell im Blick

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
14834116.jpg
Baut in Kürze, ist aber bereits seit Wochen mit einem Briefkasten präsent: Die Medienagentur Klöcker errichtet ihre neue Firmenzentrale im Camp.
14833478.jpg
Ein Screenshot auf einen Teil des Gewerbegebietes Camp Astrid: Vom allgemeinen Überblick bis hin zur detaillierten Suche bietet „Gistra“ eine Vielzahl von Möglichkeiten, eine Gewerbeimmobilie in der Kupferstadt zu finde. Screenshot: J. Lange

Stolberg. Schon auf den ersten Blick wird klar: Viele freie Gewerbeflächen gibt es nicht in Stolberg. Selbst im Camp Astrid sind nicht mehr viele Grundstücke zu haben. Die Kupferstadt ist jetzt mit ihrem Immobilienportal online gegangen. „Es war schon immer der Wunsch der Politik und der Verwaltung, im Internet einen detaillierten Überblick über die Gewerbeflächen präsentieren zu können“, sagt Nathalie Malekzadeh. „Jetzt ist der Anfang gemacht“, so die Leiterin des städtischen Wirtschaftsförderungsamtes weiter.

Nachdem im vergangenen September der Grundsatzbeschluss des Fachausschusses gefallen war, haben sich die Stolberger Wirtschaftsförderer an das Angebot der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) „angedockt“. Diese regionale Wirtschaftsförderungsagentur ist bereits mit dem Portal „Gistra“ im weltweiten Netz präsent. Nun ist auch das Stolberger Stadtgebiet kein „weißer Fleck“ mehr, sondern kann bundesweit und international nach passenden Gewerbegrundstücken durchforstet werden. Zudem besteht eine Schnittstelle mit www.immobilienscout24.de, wodurch ein umfangreiches Portfolio entstehe. „Das Angebot der Agit bietet uns die Chance, die städtischen Immobilien einer breiten Masse an Interessenten anbieten zu können“, betont Malekzadeh.

Und es sollen nicht nur die städtischen Grundstücke sein, sondern auch private Gewerbeimmobilien – Geschäftslokale, Hallen, Büroflächen, ... – in Stolberg können über das Portal offeriert werden. „Dazu sind wir aber auf die Zusammenarbeit mit Immobilienmaklern und Eigentümern angewiesen“, sagt Malekzadeh. Sie sind in diesen Tagen von der Stadt angeschrieben worden. Ziel ist neben der Informationsgewinnung zu leerstehenden Gewerbeimmobilien auch die Verbesserung der Kontakte zu den Eigentümern.

„Im Rahmen einer ersten Ansprache konnten wir bereits sieben Maklerzugänge freischalten“, freut sich die Wirtschaftsförderin über eine wachsende Resonanz. „Die Veröffentlichung der Exposés erfolgt nach Freischaltung durch die Mitarbeiter des Amtes“, erläutert die Wirtschaftsförderin, dass einem Missbrauch und der Darstellung ungewünschter Inhalte vorgebeugt werden soll.

Neben der Suchfunktion analog zu gängigen Portalen bietet das speziell für die Wirtschaftsförderung initiierte „Gistra“ eine Übersicht bereits angesiedelter Unternehmen und eine Hervorhebung von Gewerbegebieten. Für Stolberg fällt auf den ersten Blick auf, dass sich das Angebot freier Flächen in Grenzen hält. Grau – für nicht verfügbar – sind beispielsweise die Flächen in den Gewerbegebieten Gressenich, Mausbach und die Industriebereiche entlang des Vichtbachs gekennzeichnet. Im Gewerbegebiet Steinfurt ist noch ein 2300 Quadratmeter großes Grundstück mit Ausblick auf die Eschweilerstraße zu haben.

Ganz anders präsentiert sich beispielsweise die Steinfurt, wenn man von der Suche nach Flächen auf Immobilien wechselt. Dann sind dort drei Angebote zu entdecken, und je weiter man in die Karte scrolt, so genauer werden die Angaben. Beim Klick auf die Icons öffnen sich die Exposés für zwei als Büro oder Praxis nutzbare Räume sowie eine Produktionshalle.

Unter dem Register Unternehmen lassen sich die unterschiedlichen Branchen von Architekten bis zu Zahnärzten herausfiltern. Insgesamt 2432 Firmen werden aktuell angezeigt: beispielsweise 260 Adressen in Venwegen, 126 in Gressenich, 82 in Breinig und 1130 in der Stadtmitte. Zum Service gehören ebenso öffentliche Gebäude wie der Zinkhütter Hof sowie Haltestellen von Bus und Bahn.

Zurück zu den Gewerbeflächen. Von wenigen Einzelgrundstücken im Stadtgebiet einmal abgesehen bietet Stolberg nur noch an zwei Orten freie Potenziale: in Münsterbusch und im Camp Astrid.

Für Münsterbusch soll der Ausschuss für Wirtschaftsförderung auf seiner heutigen Sitzung die Grundsatzentscheidung zur Verwendung des vier Hektar großen Areals des Zincoli-Geländes fassen. Unter anderem möchte ein Projektentwickler einen Baumarkt realisieren. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite genießen noch das Plateau der Kohlbuschhalde sowie das Eckgrundstück von Schellerweg und Fettberg mittelfristig die Chance auf Gewerbeansiedlungen.

In Atsch sind im Umfeld des Hauptbahnhofes alle Gewerbeflächen in privater Hand. Zumindest Teilbereiche gelten als potenzielle Standorte für Unternehmen, die im Rahmen einer Entwicklung als Euregio Railport genutzt werden können.Mit Blick auf dieses Hoffnungsprojekt ist im Gewerbegebiet Camp Astrid auch das Filetstück an der Hauptstrecke der Bahn zwischen Köln und Lüttich reserviert: 43.993 Quadratmeter, die bereits das belgische Militär als Umschlagsplatz von der Schiene auf die Straße nutzte.

Dieses Gelände gilt als ein Schlüsselobjekt für den Ausbau als Logistikzentrum: Stolberg soll zu einem Hinterland-Terminal der bedeutenden Nordseehäfen Zeebrügge, Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam werden. Für das Binnenland bestimmte Waren sollen bei ihrem Transport per Bahn an dieser Zwischenstation veredelt, konfektioniert oder umgeschlagen werden.

Nördlich des Filetstücks sind nur auf den ersten Blick elf Grundstücke sowie die Masse der beiden „Inseln“ am Wallonischen Ring sofort verfügbar. Dazu zählt beispielsweise das 9859 Quadratmeter große Grundstück neben der WVER-Anlage an der Königin-Astrid-Straße und an ihrem unteren Verlauf einige bis zu 8500 Quadratmeter große Flächen. Die beiden „Inseln“ bieten noch einmal jeweils rund 16.000 Quadratmeter.

Allerdings ist die Masse der Gewerbeflächen entlang der äußeren Ringe verkauft oder bereits reserviert, sagt Michael Eßers, der als Geschäftsführer der Camp Astrid GmbH die Vermarktung des Gewerbegebietes weiter forciert.

Eigentümer und Makler gefordert

Anfang diesen Jahres nutzten 20 Unternehmen 11,3 der insgesamt 23 Hektar Gewerbeflächen in dem gut 40 Hektar großen Areal. Heute informiert Eßers den Ausschuss über die aktuellen Ansiedlungserfolge und die Entwicklung der Arbeitsplätze. Die jüngste Baustelle stammt von einer „Briefkastenfirma“, wie es seit einiger Zeitscherzhaft kolportiert wird. Die Aachener Medienagentur Klöcker errichtet an der Ecke von Wallonischem Ring und Königin-Astrid-Straße ihre neue Unternehmenszentrale und hat auf dem Grundstück bereits vor Wochen einen Briefkasten mit der Hausnummer 117 aufgestellt.

Auf „Gistra“ ist die Medienagentur natürlich noch nicht zu finden. Auch die meisten der in Camp Astrid bereits ansässigen Unternehmen sind noch nicht eingepflegt. Aber das Stolberger Portal wächst kontinuierlich und bietet einen immer umfassenderen Überblick über freie und vorhandene Gewerbeimmobilien in der Kupferstadt. Das Kataster gewinnt als ein Arbeitsmittel für die Wirtschaftsförderung um so mehr an Bedeutung, je intensiver private Anbieter ihre (freien) Ladenlokale und Gewerbeeinheiten einpflegen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert