„Mit Esprit und Visionen für Stolberg“

Von: Jürgen Lange
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Bringt als Unabhängiger Würze in den Wahlkampf: Alex Kaldenbach (67) kandidiert für das Amt des Stolberger Bürgermeisters.

Stolberg. Würze kommt in den Wahlkampf der Kandidaten um das Bürgermeisteramt, das sich bis dato auf Amtsinhaber Ferdi Gatz­weiler (SPD) und Dr. Tim Grüttemeier als Alternative zuspitzte. Nun greift mit Alex Kaldenbach ein von Parteien unabhängiger Bewerber in das Duell um die Führungsposition in der Kupferstadt ein.

Sein Credo: Ein Rathaus ist wie eine Firma. Da sollten die Mitarbeiter motiviert, an richtiger Stelle eingesetzt und flexibel sein. Gute Erfahrungen in diesem Sinne hat Kaldenbach im Bauamt gemacht, „aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass das nicht überall im Rathaus der Fall ist“. Und wenn es bei der Stadtverwaltung hapert, dann bekommen das die Stolberger zu spüren. Dann fängt es mit Kleinigkeiten an, die in große Probleme münden.

Derer gibt es in Stolberg mehr denn je, und denen will sich Alex Kaldenbach mit neuen Ideen, unkonventionellen Wegen und dem Blick von Außen stellen. „Ich habe immer Visionen gehabt – und Erfolg damit im Beruf“, so der 67-jährige Selfmade-Unternehmer. Seine Karriere beginnt mit einer Ausbildung als Autoschlosser und Tankstellenkaufmann, 1971 übernimmt er die Breiniger Esso-Tankstelle, 1979 die Autobahn-Tankstelle Vierwinden, 1980 Frechen, 1992 die Raststätte Vierwinden.

Nebenbei belegt Kaldenbach Seminare, Kurse, Fortbildungen und arbeitet auf Bundesebene mit in Kommissionen. 1983 steigt er ins Bauträger-Geschäft ein, entwickelt etwa die Siedlungen „Am Zirkus“ und am Kastanienweg, errichtet gut 150 Wohneinheiten. Von seinen Firmen hat sich Kaldenbach mittlerweile getrennt. Als Immobilien-Makler ist er weiter aktiv. Und als Bürgermeister möchte er Stolberg mit dem Blick des Kaufmanns Impulse verleihen.

Warum er kandidiert? Politisch interessiert ist Alex Kaldenbach von jung an. Ein paar Jahre auch in den Reihen der FDP, der er längst den Rücken gekehrt hat. Die Sicherstellung der Pensionsansprüche von Ferdi Gatzweiler durch den Stadtrat im November sind es, die den Breiniger auf die Palme bringen. „Das soll der Sozialdemokrat mal einem Frührentner aus den Stolberger Industriebetrieben erklären, der auf jede Menge Rente verzichten muss“:

Kaldenbach gewinnt den Eindruck, dass die beiden großen Parteien hinter den Kulissen schon den Wahlausgang vorbesprochen haben: Gatzweiler zieht sich zurück, damit Grüttemeier gewinnt. „In seinem Job als Bürgermeister hat er ohnehin nicht mehr die beste Lobby, und Tim Grüttemeier kann auch noch nach meiner Zeit noch einmal kandidieren“: Alex Kaldenbach ist ein Freund klarer Worte. „Ich spreche mit den Menschen und ich höre ihnen zu“, um die Kommunalpolitik mit Esprit anzugehen.

Im Supermarkt sammelt der Breiniger – „und damit bin ich Stolberger“ – die Unterschriften für seine Kandidatur (mehr als die erforderliche Anzahl von 220 sind zur Prüfung eingereicht). „Da habe ich die Leute einmal gefragt, wer ihre Breiniger Ratsvertreter sind“. Die Antworten überraschen Kaldenbach nicht. „Mehr als 80 Prozent kennen sie nicht, weil sich die Politiker nicht sehen lassen, sich nicht kümmern und kneifen.“ Deshalb passiert nichts, deshalb treten Probleme auf, und deshalb bleiben sie ungelöst. Der Steinbruch Breinig sei so ein Beispiel dafür. „Der letzte Ratsvertreter, der sich mit Herz und Verstand gekümmert und viel bewegt hat, war Karl-Heinz Eisenmenger“, sagt Kaldenbach. „So unbequem er auch gewesen sein mag, ihm hat Breinig und Stolberg viel zu verdanken.“

Apropos Stolberg: „Wenn von Stolberg geredet wird, wird nur über die Innenstadt geredet“, befindet der Kandidat: Wer redet über Werth, über Dorff, Venwegen oder Schevenhütte? Letzteres war einst ein blühender Naherholungsort. Heute schere sich im Rathaus keiner darum. „Wenn man aber die Karre aus dem Dreck ziehen will, dann muss man sich auch kümmern“, schwebt Kaldenbach eine wesentlich aktivere Rolle des Bürgermeisters der Kupferstadt vor.

Apropos Kupferstadt: Wo ist das denn in der Stadt etwas von Kupfer zu dem Metall zu entdecken, mit dem Stolberg beworben wird? Beispiel Camp Astrid. „Wir brauchen einen Verkäufer für die Gewerbegrundstücke. Wir müssen Eschweiler überzeugen, den Weg zur Glücksburg und damit zur Autobahn frei zu machen“, sagt Kaldenbach. Und wenn es nicht gelingt, die Grundstücke ans Gewerbe zu bringen, dann müsse man neu denken und sie vielleicht als Wohngebiet vermarkten.

Beispiel Outlet: Das ist in Bad Münstereifel noch nicht angelaufen und wird auch in Stolberg nicht funktionieren. Dafür fehlen sowohl das Einzugsgebiet wie auch die Parkplätze. Alternative für die Innenstadt wäre nach niederländischem Vorbild so wie beim Gesundheitszentrum Kleis eine kleine Überdachung der Wege als Schutz für Regen. Kleine Dinge sind erste Schritte.

Beispiel Eiscafe: Wie sehr wenig Platz wird wegen der Feuerwehr dem am Rathaus gewährt im Vergleich zum Cafe in der Stadthallen-Passage. Dabei brauche doch Stolberg mehr Belebung für Fußgängerzone und Kaiserplatz.

Beispiel Victor: Als Kaufmann wird der Eigentümer sich schon überlegt haben, wie teuer ihm die Immobilie wird, wenn sie leer steht. Also wird er sie nicht leer stehen lassen. Was Klaus Victor vorhat, werde dieser aber sicherlich nicht jetzt verraten. „Wir müssen das Aus des Kaufhauses als Chance für Neues sehen“, blickt Alex Kaldenbach nach vorne. Was wäre mit einem Kongresszentrum? Wie wäre es mit offenen Markthallen? Aber es müsse sich jemand um die Vermarktung der Innenstadt kümmern. Und auch jemand um ihr Marketing. Das könne die SMS als ehrenamtlicher Verein nicht alleine leisten. Außendarstellung sei wichtig, um interessanten Handel und Kunden zu gewinnen.

Beispiel Vichtbach: Alex Kaldenbach hält nichts davon, Häuser im Steinweg abzureißen, damit man den Bach besser wahrnehmen kann. „Das ist schwierig und teuer, und dann sieht man doch nur die hässlichen Hinterhäuser.“ Wenn käme das für ihn nur an der Ecke der Burgstraße infrage, um Burg und Klatterstraße besser in Szene zu setzen.

Beispiel Bürgermeister: „Der Trend geht zu parteilosen Bürgermeistern“, ist Alex Kaldenbach überzeugt. Weil diese nicht ihren Parteien verpflichtet sind. „Als unabhängiger Bürgermeister werde ich mir auch einmal die Parteien zur Brust nehmen und Klartext reden können“. Und um in diese Gelegenheit zu kommen, hofft der Kandidat am 25. Mai vor allem auch die unzufriedenen Nichtwähler zur Wahl zu bewegen und für sich gewinnen zu können.

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