„Milchparkour” an der Realschule I: Nicht nur für Sportcracks

Von: Dirk Müller
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Bewegung und Abenteuer: Auf de
Bewegung und Abenteuer: Auf dem „Milchparkour” wird der Spaß am Sport großgeschrieben. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Turnhalle am Glas­hütter Weiher gleicht einem großen Abenteuerspielplatz. Dutzende Kinder klettern, balancieren, laufen und springen mit wahrer Begeisterung. Unterhalb der geröteten Wangen sieht man die Schüler der Realschule I lächeln, und zwar permanent.

Die Freude, die sie an der Bewegung empfinden, ist nahezu greifbar, doch sie toben sich nicht im „normalen” Sportunterricht aus: Der „Milchparkour” der Landesvereinigung der Milchwirtschaft NRW ist zu Gast und bringt offensichtlich viel Spaß in den Schulalltag. Allerdings mit hohem pädagogischen Effekt, wie Stephanie Eckert aus dem „Milchparkour”-Team betont: „Die Kombination aus guter Ernährung und viel Bewegung ist die beste Voraussetzung, um in der Schule fit und konzentriert zu sein. Mit dem Milchparkour wollen wir den Kindern ein Bewusstsein für diesen Zusammenhang vermitteln.”

In der „Milchlounge” werden die bewegungsfreien Pausen zum Ausruhen genutzt und dazu, theoretisches Wissen über die Wechselwirkung aus Ernährung und körperlicher wie geistiger Leistungsfähigkeit aufzunehmen - und selbstverständlich eine gesunde Milch zu trinken.

Lange dauert es aber nicht, und die Schüler zieht es zurück an die Stationen, die sich schon auf den ersten Blick vom althergebrachten Zirkeltraining unterscheiden. Eine riesige Milchtüte, Strickleitern und ungewöhnliche Klettergeräte locken die Schüler aller vier sechsten Klassen sowie der 7c.

Betreuer geben Hilfestellung, halten sich mit Anleitungen aber zurück. „Wir weisen die Schüler nur aus Gründen der Sicherheit ein. Grundsätzlich gibt es keinen richtigen oder falschen Weg, ein Hindernis zu überwinden”, beschreibt Eckert.

Tatsächlich springen einige Schüler selbstbewusst von hoch oben auf die dicke Matte, andere lassen sich eher vorsichtig fallen, manche zeigen Figuren in der Luft.

Angelehnt ist der „Milchparkour” an die Trendsportarten „Le Parkour” und „Free Running”, die von Jugendlichen in Städten ausgeübt werden. Von der Freiheit und der damit einhergehenden Kreativität ist auch Sport- und Beratungslehrer Herbert Schmitz, der den „Milchparkour” eingeladen hat, angetan: „Die Schüler erleben neue Bewegungsformen und entwickeln eigenständig Problemlösungen, da sie die Hindernisse nicht in einer vorgeschriebenen Weise bewältigen sollen, sondern entsprechend ihrer sportlichen Veranlagung. So gibt es auch Erfolgserlebnisse für Kinder, die nicht unbedingt Sportcracks sind.”

Das Konzept geht auf: Die Schüler lernen Sport und gesunde Ernährung nicht nur in der Theorie zu schätzen, sondern machen durch Spaß eine nachhaltige Erfahrung, erleben viel Freude an der Bewegung und finden das mindestens so spannend wie Computerspiele oder Fernsehen.
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