Milchbauern bündeln Kräfte, um ihre Zukunft zu sichern

Von: Lisa Lammertz
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Der Stolberger Landwirt Christoph von Hoegen hatte seinen Hof am Sonntag für zahlreiche Besucher geöffnet. Foto: L. Lammertz

Stolberg. In der „Kälber-WG“ ist es ruhig, in der kleinen Scheune leben ein paar Junge zusammen. Andere wohnen noch in weißen Boxen, aber dürfen auch schon besucht werden. Die großen Kühe und Rinder stehen derweil in der Halle an der Futterspeise und fressen.

Solche Eindrücke und noch viele mehr konnten zahlreiche Besucher am Sonntag auf dem Hof der Familie von Hoegen sammeln. Dort fand erstmalig ein „Arla-Hoftag“ statt, um die Verbraucher über die moderne Milchproduktion zu informieren.

Mit der Kampagne soll der Fokus auf die Eigentümer der gleichnamigen Molkereigenossenschaft gelenkt werden, also die Milchbauern. Die Gäste hatten die Möglichkeit, sich selbst einen Eindruck zu verschaffen und von Bauern aus der Region ihre Fragen beantwortet zu bekommen. „Es existiert oft ein fehlendes beziehungsweise falsches Bild bei den Verbrauchern. Der einzige Weg, der Skepsis da entgegenzukommen, ist, die Türen aufzumachen und zu sagen: Guckt es euch an“, meint Landwirt Christoph von Hoegen, der den Betrieb in vierter Generation führt.

Zu der Genossenschaft zählen Eigentümer aus sieben Ländern Europas, darunter insgesamt mehr als 12.000 Landwirte. „Wir versuchen, international unsere Kräfte zu bündeln. Daraus entsteht die entsprechende Größenordnung“, sagt Manfred Graff, Vorstandsvorsitzender der MUH Arla eG. Zum Hoftag kamen zahlreiche Landwirte aus der Region, um nicht nur der Familie von Hoegen, sondern auch ganz besonders den Verbrauchern zur Seite zu stehen. Und deren Interesse war beachtlich. „Ich bin sehr froh, dass trotz des schlechten Wetters so viele Leute gekommen sind“, freute sich Catharina von Hoegen, Tochter der Familie und Landwirtin aus voller Überzeugung.

Bei einem Rundgang durch den Betrieb konnten mehrere Stationen angelaufen werden. Großes Interesse zeigten die Besucher vor allem bei dem automatischen Melksystem, auch Melkroboter genannt. Dieses System erkennt die Kühe und erledigt den Melkvorgang völlig ohne Aufsicht. So haben die Landwirte mehr Flexibilität und müssen sich nicht auf bestimmte Zeiten festlegen. Von der Wiese aus gehen die Kühe durch einen Weidetunnel zu diesem Roboter.

„Hier werden wirklich durchdachte Fragen gestellt. Da ist es auch einfach schön zu sehen, wie das bei den Verbrauchern ankommt“, sagt Eva-Maria Kemper, die für die Mitgliederbetreuung zuständig ist. Selbst die Kleinsten erwiesen sich als äußerst lernfähig. Sie stellten ihr neu erworbenes Wissen bei einem Quiz unter Beweis.

Auch eine Auswahl an Arla-Produkten gab es vor Ort. Das neue Produktsiegel „Gehört uns Milchbauern“ steht dafür, dass die Produkte von einem Unternehmen stammen, das im Besitz der Genossenschaftsmitglieder ist – ein weiterer Schritt, der den Verbrauchern Sicherheit und Vertrauen geben und den Genossenschaftsgedanken unterstreichen soll.

Neben den verschiedenen Arla-Produkten wurden auch ein großes Kuchenbuffet und verschiedene Kartoffelspezialitäten – zum Beispiel selbstgemachte Chips – von den Landfrauen und der Familie Johnen aus Kinzweiler angeboten. Christoph von Hoegen weiß, dass die stetig sinkenden Milchpreise für viele Landwirte existenzbedrohend sind. Er will trotzdem nicht aufgeben. „Die Kühe sind da und müssen gemolken werden.“ Der Betrieb habe sich immer entwickelt und werde es auch in Zukunft tun. „Hier wird seit Generationen etwas aufgebaut und erweitert, das will ich fortführen.“

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