Stolberg - Migrantinnen den Weg in die Arbeitswelt erleichtern

Migrantinnen den Weg in die Arbeitswelt erleichtern

Von: Israa Hamadache
Letzte Aktualisierung:
9996002.jpg
Können viel Positives über das Projekt „Stamm“ berichten: Gabriela Niedworok-Heyne (l.), Astrid Natus-Can und Robert Voigtsberger. Foto: I. Hamadache

Stolberg. „Menschen mit Einwanderungsgeschichte sind hier in Stolberg keine Seltenheit mehr“, weiß Robert Voigtsberger. Der Erste Beigeordneter der Stadt Stolberg zeigt sich daher außerordentlich erfreut, dass die Kupferstadt das Helene-Weber-Haus bei einem Projekt unterstützt, das auf eine verbesserte Eingliederung von Frauen mit Migrationshintergrund in die Arbeitswelt abzielt.

„Denn gerade Mütter spielen bei einer gelungenen Integration der gesamten Familie eine Schlüsselrolle“, betont Voigtsberger.

„Stamm: Stark im Beruf. Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“: So nennt sich das Programm, das 30 Migrantinnen pro Jahr die Möglichkeit bietet, in regelmäßigen Lerneinheiten eine Basis zu schaffen, auf der sie ihre individuellen Kompetenzen sinnvoller nutzen können. Den Teilnehmerinnen soll geholfen werden, ihre eigenen Fähigkeiten realistisch einzuschätzen und dementsprechend berufliche oder akademische Ziele zu definieren. „Die Kompetenzen, die die Frauen in der Familienarbeit erworben haben, sollen für den Arbeitsmarkt angepasst werden“, erklärte Astrid Natus-Can, Geschäftsführerin und Leiterin des Helene-Weber-Hauses.

Ein individueller Förderplan, der die sprachlichen, schulischen und beruflichen Fähigkeiten berücksichtigt, wird durch kommunikatives Gruppenlernen ergänzt. Die Teilnehmerinnen durchlaufen nach der Erstberatung in Gruppenform einen Stärkungsparcours, der die Module Kompetenzbilanz, Sprache, Computer, Teamwork, Mobilität, Selbstorganisation, Bewerbungstraining, Arbeit, Gesundheit und Finanzen umfasst. Job-Coach Gabriela Niedworok-Hayne hilft den Frauen, passende Praktikums-, Ausbildungs- oder Arbeitsplätze zu finden. Sie steht zu diesem Zweck mit der Agentur für Arbeit in Verbindung, so dass auch Mangelberufe aus der Region berücksichtigt werden. Eine Zusammenarbeit gibt es weiterhin mit zahlreichen Betrieben, die durch das Programm potenzielle Arbeitskräfte kennenlernen können und für diese Zielgruppe sensibilisiert werden.

Um solch ein Projekt zu realisieren, bedarf es einer guten Kommunikation zwischen verschiedenen sozialen Institutionen. Und um die Migrantinnen zu erreichen und sie über das Projekt zu informieren, steht das Mehr-Generationen-Haus in engem Kontakt etwa mit dem Integrationsrat. Marin Khader-Jundir, Mutter von vier Kindern, nimmt das Angebot seit einigen Wochen wahr. Vor acht Jahren ist sie aus dem Irak nach Deutschland gekommen und hat seitdem diverse Sprachkurse besucht, um Deutsch zu lernen. „Ich habe den B1-Test bestanden“, berichtet sie stolz. Aber sie müsse die Sprache stärker im alltäglichen Gespräch anwenden, um sich weiter verbessern zu können. Auch dabei helfe ihr das Programm. Außerdem suche sie seit langem Arbeit: „Ich habe im ‚Café H‘ des Helene-Weber-Hauses von dem Projekt erfahren und werde meinen Freundinnen davon erzählen.“ Für ihren jüngsten Sohn, den sie zu den Terminen mitnimmt, gibt es altersgerechte Spielmöglichkeiten. Die Kinderbetreuung sei ein wichtiger Aspekt, der die Teilnahme sehr erleichtere, erklärt Khader-Jundir.

Das Projekt „Stamm: Stark im Beruf. Mütter mit Migrationshintergrund steigen ein“ ist als Zertifikatskurs konzipiert. Der Abschluss dient als Qualifizierungsnachweis, der bei Bewerbungen den Betrieben eine belastbare Beurteilungsgrundlage bietet.

Nach einjähriger Teilnahme

Ziel des Projektes ist, dass die Frauen nach maximal einjähriger Teilnahme entweder eine Tätigkeit aufgenommen haben, sich arbeitssuchend melden oder weiterführende Qualifizierungen in Anspruch nehmen. Für Robert Voigtsberger steht fest: „Bei Erwerbstätigkeit geht es nicht nur darum, den Lebensunterhalt zu bestreiten. Vielmehr fühlen sich die Frauen insgesamt besser in die Gesellschaft integriert.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert