Mexiko-Radgruppe für Waisenkinder im Sattel

Von: Dirk Müller
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Herbert Meier (r.) freut sich, dass etliche Teilnehmer der ersten Stunde das 20-jährige Bestehen der Mexiko-Radgruppe mitfeiern. Foto: D. Müller

Stolberg. Die Zahlen sind beeindruckend: In zwei Jahrzehnten sind fast 900 Menschen mit dem Rad von Stolberg aus nach Köln und wieder zurück gefahren. Gut 6000 Einzelfahrten sind dabei zusammengekommen und, noch viel entscheidender, mehr als 110.000 Euro zu Gunsten des Waisenhauses „Casa de Cuna“ in der mexikanischen Stadt Querétaro.

Die Radgruppe sammelte dabei mit ihrem sportlichen Einsatz nicht nur Spenden, sondern brachte weit mehr als die Hälfte der Summe selbst auf.

„Früher spendete jeder Teilnehmer 15 D-Mark, dann acht Euro, wobei inzwischen jeder freiwillig zehn Euro pro Tour zahlt“, sagt Herbert Meier, Mann der ersten Stunde und heute Organisator der Radtouren für die Mexiko-Hilfe. Die Gruppe feierte jetzt ihr 20-jähriges Bestehen im Rahmen des Automobile Jacobs Cups beim VfL Vichttal im Sportpark Dörenberg, und Meier erklärte, wie es zu der Stolberger Initiative kam, die von Breinig ausging. In mehrfacher Hinsicht, denn den Grundstein für die Mexiko-Hilfe legte der Breiniger Egidius Braun.

Auch Rudi Völler spendete

„Bei der Fußball-Weltmeisterschaft 1986 in Mexiko hat die Nationalmannschaft das Waisenhaus ,Casa de Cuna‘ in Santiago de Querétaro besucht. Rudi Völler spendete gleich vor Ort 5000 D-Mark.“ Der damalige Delegationsleiter und seinerzeit DFB-Schatzmeister und Präsident des Fußball-Verbandes Mittelrhein Egidius Braun habe auf dem Rückflug nach Deutschland beschlossen: „Das kann es nicht gewesen sein.“ Der Breiniger, der von 1992 bis 2001 DFB-Präsident war, gründete die Mexiko-Hilfe des Deutschen Fußball-Bundes in Form der Egidius-Braun-Stiftung.

Der Impuls für die Radgruppe kam zehn Jahre später – wieder aus Breinig. Gerd Lützeler rief 1996 die Gruppe ins Leben, die seitdem von Februar bis November jeden ersten Samstag im Monat nach Köln radelt. „Wir fahren um 7 Uhr morgens ab Nachtigällchen los. Einige Teilnehmer stoßen um 7.30 Uhr am Rathaus in Langerwehe dazu. Gegen 16 Uhr sind wir dann zurück in Stolberg, wobei auch gerne nur die 68 Kilometer Hinweg absolviert werden können, wenn Teilnehmer von Köln aus mit dem Zug zurückfahren möchten“, führt Meier aus. Ihn freute es besonders, dass bei der Feier auf dem Dörenberg etliche Radfahrer zugegen waren, die bereits im ersten Jahr der für den guten Zweck in die Pedale getreten haben.

Meier, selbst Jugendleiter beim VfL Vichttal, dankte den Gastgebern dafür, dass die Radsportgruppe die „Vereins-Infrastruktur des VfL nutzen dürfe“. So sei die Gruppe zuletzt mit Mitgliedern des Vereins am 9. Juli mit 34 Personen nach Köln gefahren. Der Teilnehmer-Rekord sei im Juli 2006 erreicht worden, als 82 Leute in die Domstadt geradelt seien. Auch der Erlös der Feier zum 20-jährigen Bestehen geht an das Waisenhaus. Ebenso wie die Spenden, die Gratulanten beisteuerten. Unter anderem würdigte Bürgermeister Tim Grüttemeier, der selbst bereits mit der Gruppe nach Köln radelte, dass es bemerkenswert sei, wie die Gruppe seit zwei Jahrzehnten die ambitionierte Tradition aufrechterhalte. Dem schloss sich stellvertretend für Egidius Braun dessen Sohn Ferdi Braun an.

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