„Metamorphosen”: Kunst mit Fotokamera und Computer

Von: Toni Dörflinger
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Repräsentativer Querschnitt:
Repräsentativer Querschnitt: Hobbykünstler Heiner Scholl zeigt im Bethlehem-Gesundheitszentrum Fotografien und Gemälde. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Mit der Fotografie kam Heiner Scholl Mitte der 1950er Jahre in Berührung. Anlass war eine Kamera, die ihm sein Vater anlässlich der Erstkommunion überreichte. Seine Hobby vertieft hat der heute 66-Jährige in den 1970er und 1990er Jahren. Geradezu unbegrenzte Möglichkeiten eröffnete dem Bankkaufmann die digitale Fotografie.

Nun konnte er seine Makroaufnahmen am Computer verfremden und ihnen so ein ganz anderes Aussehen verpassen: Das Ergebnis dieser Experimente mit Kamera und Computer ist Teil einer Ausstellung, die Scholl unter dem Titel „Metarmorphose” bis zum 31. August auf den Fluren der Stationen C2 und B1 des Bethlehem-Gesundheitszentrums präsentiert.

Für seine in zwei Teile gegliederte Ausstellung hat der versierte Hobbyfotograf, dessen Aufnahmen 2007 und 2008 im Jahreskalender der Jugendwerkstatt zu sehen waren, 51 groß- und kleinformatige Werke ausgewählt. Werke, die einerseits aus Gemälden und anderseits aus am Computer verfremdeten Fotografien bestehen.

Als Basis seiner am Computer erstellten Bilder, die Scholl auf Leinen- oder Aluminiumträger ausgedruckt hat, hat der 66-Jährige Makroaufnahmen von Federn, Blütenblättern, Insekten und Gegenständen verwendet, deren Strukturen er mit Hilfe von Computerprogrammen verwischt, verwirbelt und zerstückelt hat.

Das Ergebnis sind farbenprächtige Bilder, die durch ihre breit angelegten Strukturen und Effekte überzeugen. Um dem Betrachter das Original zugänglich zu machen, hat Scholl den Verfremdungen die jeweilige Ursprungsfotografie gegenübergestellt. Den zweiten Teil seiner Ausstellung hat Heiner Scholl der Malerei gewidmet.

Es sind Gemälde, für deren Erstellung Scholl, der 2007 über die Fotografie zur Malerei fand, Acryl- und Ölfarben sowie Lackstifte genutzt hat. Zusätzliche Tiefe erhielten die Bilder durch den Einsatz von Sand.

Auch diese überwiegend großflächig ausgeführten Arbeiten sind durch eine große Farbigkeit, Kreativität und Ideenvielfalt gekennzeichnet. Bemerkenswert ist außerdem, dass der 66-Jährige auch für diese Arbeiten als Basis überwiegend Fotografien genutzt hat.

Eine Aufnahme beispielsweise, die eine aus dem Flugzeug betrachtete Inselgruppe zeigt, hat Scholl als Vorlage für ein Gemälde genommen. Künstlerisches Resultat ist ein elipsenförmiges Gebilde, das sich auf einem tiefblauen Untergrund befindet.

Einführung von Karin Lynen

Musikalisch gestaltet wurde die Vernissage von der Musikschule Merz, die ein jugendliches Trio aufgeboten hatte, um Werke von Ignacio Cervante und Deep Purple zu Gehör zu bringen. Die Einführungsrede hielt Karin Lynen vom gleichnamigen Atelier. Sie bezeichnete den Hobbyfotografen als jemanden, der Experimente liebe und einen Blick für das Wesentliche habe. Und ganz bestimmt nicht zutreffend sei die Aussage „Ich kann nicht malen”, die Scholl bekundet habe, als er in ihrem Atelier Unterricht genommen hatte.

Zu sehen ist die Ausstellung „Metarmorphose” täglich auf den Stationen C2 und B1 des Bethlehem-Gesundheitszentrum bis zum 31. August.
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