Metalldiebe machen vor Friedhöfen nicht Halt

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Figur gestohlen auf dem Friedhof Buschmühle: Bei der Suche nach verwertbaren Metallen haben Diebe inzwischen jeden Respekt vor der Ruhe von Verstorbenen und den Gefühlen von Angehörigen abgelegt. Foto: J. Lange

Stolberg. Hohe Metallpreise machen lange Finger und lassen die Berichterstattung in den Medien nicht abreißen: Zerstörte Gräber sind leider an der Tagesordnung und ein Sinken der Metallpreise oder eine effektive Abwehr gegen diese Diebstähle nicht in Sicht.

Die Gefühle der Angehörigen scheinen den Räubern nicht von Belang zu sein. Nach dem Verlust eines lieben Menschen fallen Grablampen, Vasen, Statuen, Kreuze und sogar Grabbeschriftungen aus Bronze und Kupfer deren krimineller Gier zum Opfer und hinterlassen Spuren der Verwüstung auf den Friedhöfen.

Ob auf dem Friedhof Buschmühle, am Halsbrech oder jüngst auf dem Donnerberger Friedhof, oftmals wissen Eheleute oder Familien einfach nicht, was sie tun sollen. „Hier sind nicht nur Diebe unterwegs, sondern leider auch Verrückte, die mutwillig über die Gräber trampeln, Grablampen entwenden und Kerzenwachs über die anderen Ruhestätten spritzen“, ärgerte sich jetzt wieder eine Betroffene auf dem Donnerberg.

Was können Angehörige und Friedhofsbesucher tun? Eine Überwachung der Friedhöfe gestaltet sich schwierig, daher ist die Wachsamkeit der Friedhofsbesucher gefragt. Verdächtige Personen und Fahrzeuge sollten der Polizei sowie der Friedhofsverwaltung gemeldet werden. Wird dennoch ein Metalldiebstahl festgestellt, auf dem eigenen oder auf den benachbarten Gräbern, sollte dieser zur Anzeige gebracht werden.

Neben dem Diebstahl und der Sachbeschädigung wird auch der Straftatbestand der Störung der Totenruhe erfüllt. Auch wenn die Versicherung nicht für das verwüstete Grab oder die entwendeten Gegenstände aufkommt und viele Täter unbehelligt bleiben, ist es wichtig, dass sich die Polizei ein umfassenderes Bild der Lage machen kann und bei Aufklärung eines Falles Diebesgut wieder an die rechtmäßigen Besitzer zurückgeben kann. Außerdem ist die Chance, Spuren zu finden und Serientätern auf die Spur zu kommen, größer.

Die wichtigsten Aspekte sind sicherlich der emotionale Wert eines unversehrten Grabes sowie die gewahrte Totenruhe. Zur Vorbeugung können Angehörige bei der Gestaltung des Grabes ganz auf Gegenstände aus Kupfer und Bronze verzichten und auf formschöne Alternativen aus Aluminium, Edelstahl, Stein, Keramik oder Granit setzen – diese sind für die Metalldiebe nicht interessant.

Neue Grabformen schaffen ebenfalls Abhilfe für diese Problematik: bei einem Reihengrab im Gras, das lediglich durch eine schlichte Steinplatte kenntlich ist, gibt es nichts zu stehlen. Was als pflegeleichte Lösung den kleiner werdenden Familien, der alternden Gesellschaft sowie den Angehörigen, die entfernt von der letzten Ruhestätte der Familienmitglieder leben, entgegenkommt, hält zudem effektiv Metalldiebe fern.

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