Stolberg - Messerstecherei in Buschhausen: Ein Toter, eine Festnahme

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Messerstecherei in Buschhausen: Ein Toter, eine Festnahme

Von: Sonja Essers
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Die Spurensicherung nimmt ihre Arbeit auf: In Gressenich fand am Montagabend ein Gewaltverbrechen statt. Dabei wurde ein 36-Jähriger bei einem Messerangriff verletzt und starb. Nun wird ermittelt. Foto: Ralf Roeger

Stolberg. Ungewöhnlich ruhig ist es am Montagabend gegen 22.30 Uhr in der Ortslage Buschhausen in Gressenich. In den meisten Häusern wurden die Lichter bereits gelöscht. Die Nachtruhe ist eingekehrt – zumindest auf den ersten Blick. Wenige hundert Meter bevor die Straße Buschhausen in die Elle mündet, haben Polizei und Feuerwehr die Durchfahrt gesperrt.

Ein heller Scheinwerfer erleuchtet die dunkle Straße. Die eingetroffene Spurensicherung nimmt gerade ihre Arbeit auf. Nur eine Stunde zuvor müssen sich in der abgelegenen Straße dramatische Szenen abgespielt haben, die sogar ein Menschenleben forderten.

Was ist geschehen? An diesem Abend gibt es kaum Informationen. Eine Messerstecherei soll es gegeben haben. Die Rede ist zu diesem Zeitpunkt von einem Toten. Bestätigt wird das allerdings nicht. Erst am nächsten Morgen könne man Auskunft erteilen, heißt es von Seiten der Polizei. Über konkrete Hintergründe des Gewaltverbrechens und die Täter gibt es keinerlei Informationen.

Notfallseelsorge und Gartenabfall

In einem dunklen Hinterhof macht sich die Spurensicherung indes an die Arbeit. Dort steht ein dunkler Kombi in der Einfahrt, im Hintergrund ist ein Wohnwagen zu sehen, den die Beamten ins Visier genommen haben. Mehr ist allerdings nicht zu erkennen. Auch in einem der Häuser auf der gegenüberliegenden Straßenseite tut sich etwas. Dort sieht man zwei Mädchen am Fenster.

Drei Polizeibeamte sind gerade aus dem Haus getreten und auch die Notfallseelsorge ist vor Ort. Noch bis in die Nacht soll der Einsatz dauern. Zwischen 2 und 3 Uhr sollen laut Informationen unserer Zeitung die letzten Einsatzkräfte abgerückt sein. Auch am Morgen danach ist es am Tatort ruhig. Ein rot-weißes Flatterband sperrt den Hinterhof ab.

Der dunkle Kombi steht nach wie vor in der Einfahrt. Eine Schubkarre mit Gartenabfällen ist neben dem Wohnwagen zu sehen. Menschen sind allerdings nicht auf der Straße zu sehen. Keinerlei Spuren deuten darau fhin, dass es am Abend zuvor ein Gewaltverbrechen gegeben hat – die Idylle scheint wieder eingekehrt zu sein.

Mehr Informationen gibt es auch von der Aachener Staatsanwaltschaft nicht. Fest steht zu diesem Zeitpunkt, dass es eine Auseinandersetzung zwischen einem 36-Jährigen und seinem 58 Jahre alten Nachbarn gegeben hat. Im Rahmen dieser Auseinandersetzung erlitt der 36-Jährige einen Messerstich, an dessen Folgen er wahrscheinlich gestorben ist, teilte die Aachener Staatsanwaltschaft am Dienstag mit.

Der Fall erinnert an ein ähnliches Verbrechen vor knapp zwei Jahren in einem Mehrfamilienhaus nur wenige Meter vom jetzigen Tatort entfernt. Dort spielten sich damals ebenfalls dramatische Szenen ab, in deren Verlauf ein 27 Jahre alter Mann aus Geilenkirchen in Folge einer beigebrachten Stichverletzung starb. Damals nimmt die Polizei einen 21 Jahre alten Mann aus Eschweiler fest, Goran M.

Thema Eifersucht

Das Amtsgericht Aachen erließ damals Haftbefehl wegen „Mordes aus niederen Beweggründen“. Der Beschuldigte Goran M. flüchtete zunächst vom Tatort, stellte sich aber noch in der Nacht selbst bei der Polizei. Später kam heraus, dass Goran M. den neuen Partner seiner Ex-Freundin mit einem Messer angegriffen und ihm eine lebensgefährliche Stichverletzung zugefügt hatte.

Das 27-jährige Opfer aus Geilenkirchen starb damals noch am Tatort. Die 26-jährige Ex-Freundin des Täters blieb unverletzt. Das Verfahren dazu fand Anfang des vergangenen Jahres statt. Die Kammer des Aachener Schwurgerichtes verhängte schließlich eine neunjährige Haftstrafe gegen Goran M. wegen Körperverletzung mit Todesfolge.

Das Motiv für das Verbrechen am Montagabend ist – laut Staatsanwaltschaft – noch vollkommen unklar. Dazu könne man nichts sagen, machte Staatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts auf Nachfrage unserer Zeitung deutlich. In den Sozialen Netzwerken wird über Motiv und Vorfall wild spekuliert. Dort ist die Rede davon, dass Täter und Opfer bereits seit einigen Jahren befreundet gewesen seien und auch bei dieser Tat das Thema Eifersucht im Spiel gewesen sei.

Auch in der Nachbarschaft wird spekuliert. Eifersucht soll eine Rolle gespielt haben, sagen Nachbarn am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Frau des Toten soll ein Verhältnis mit dem Nachbarn gehabt haben. Der angeblich gehörnte Ehemann soll am Montagabend mit einem Baseballschläger in das Haus des 58-Jährigen gestürmt sein und ihn am Kopf verletzt habe. Dieser wiederum wehrte sich und stach mit einem Messer zu.

Laut Informationen unserer Zeitung soll der 58-Jährige selbst am Montagabend die Polizei gerufen haben. Noch in der Nacht habe dann im Haus des Opfers eine Hausdurchsuchung stattgefunden. Auch einige Nachbarn seien noch in der Nacht von der Polizei befragt worden. Aus dem näheren Umfeld hieß es am Dienstag außerdem, dass das 36-jährige Opfer bereits mehrfach aufgrund seines aggressiven Verhaltens gegenüber Nachbarn aufgefallen sei. Ob das wirklich stimmt, ist derzeit aber nicht zu klären.

Eine von der Staatsanwaltschaft angeordnete Obduktion soll nun klären, was am Montagabend in Gressenich wirklich geschehen ist. Der 58-jährige Tatverdächtige wurde jedenfalls wegen des Verdachts auf Totschlag von der Polizei festgenommen und wurde am Dienstag vernommen. Die Ermittlungen dazu dauern an. Neuigkeiten gab es auch am Nachmittag nicht.

 

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