Stolberg/Aachen - Messerstecher soll sechs Jahre hinter Gitter

Messerstecher soll sechs Jahre hinter Gitter

Von: Wolfgang Schumacher
Letzte Aktualisierung:

Stolberg/Aachen. Erhebliche Haftstrafen forderte am Mittwoch Staatsanwältin Nicole Maske im Prozess vor dem Aachener Schwurgericht wegen versuchten Totschlags von vier aus Serbien stammenden Angeklagten an einem Landsmann.

Dabei stellte die Anklage in ihrem Plädoyer ausdrücklich fest, dass auch die lange, seit Mitte Februar 2015 andauernde Hauptverhandlung keine näheren Aufschlüsse über die eigentlichen Hintergründe der Tat erbracht habe. Die drei Männer und eine Frau im Alter zwischen 23 und 43 Jahren waren am 5. Juli 2014 gegen 17.48 Uhr nahe dem Kiosk am Steinweg in Streit geraten – warum, das wollte niemand sagen, weder auf der Anklagebank noch auf der Seite der Nebenklage; das Opfer verfolgte den Prozess bis auf seine Zeugenaussage schweigend. An diesem Nachmittag im Juli habe sich das spätere Opfer telefonisch angekündigt, um „etwas zu klären“, hieß es im Plädoyer der Staatsanwältin. Auf der Straße eskalierte die Geschichte, es kam zu solch brutalen Auseinandersetzungen nahe einer Kreuzung, dass selbst ein Linienbus dort angehalten wurde, weil man dem Geschehen Einhalt gebieten wollte.

In der Hauptverhandlung habe sich, so die Anklage, jedoch eindeutig herausgestellt, dass das spätere Opfer zwar selbst provoziert und auch ein Messer dabei gehabt habe. Doch die brutale Gewalt sei im Verlauf des Geschehens von den vier Angeklagten, darunter einer 23-jährigen Frau, ausgegangen. So habe der mitangeklagte Vater des Haupttäters Antonio M. mit seinem Wagen den Fluchtweg des Opfers verstellt und ihn von hinten festgehalten. Dann konnten sein Sohn und ein Freund der Familie dem Kontrahenten sein Messer entwenden. Damit war die Schlägerei aber nicht zu Ende. Sie schlugen den Mann zu Boden, traten gemeinsam brutal auf seinen Kopf ein. Und als er sich dennoch wieder aufrappelte und zur Autotüre des Vaters stolperte, rammte ihm der Sohn das Messer von hinten in den Oberkörper, das Opfer brach blutüberströmt zusammen. Inzwischen hatte ein Linienbus angehalten und Fahrgäste gingen dazwischen.

Die Anklage fordert nun für den Haupttäter sechs Jahre Haft wegen versuchten Totschlags, sein Helfer soll für fünf Jahre ins Gefängnis. Für die Beteiligung des Vaters Srdan M. ist eine Strafe von dreieinhalb Jahren gefordert, Maria S. soll drei Jahre hinter Gitter, da auch sie zugetreten habe. Ein Urteil wird am 28. April erwartet.

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