Mehr Möglichkeiten für Nachwuchs sozial schwacher Familien

Von: Dirk Müller
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Sinnvolle Beschäftigung: Kind
Sinnvolle Beschäftigung: Kinder basteln Requisiten für ein Theaterstück. Foto: Marc Schüler / imago

Stolberg. In der Kupferstadt hat die „Kinder- und Jugendperspektive” ihre Arbeit im Rahmen des von der Bundesregierung beschlossenen Bildungs- und Teilhabepakets aufgenommen. Es soll Kindern und Jugendlichen aus sozial schwachen Familien mehr Möglichkeiten bieten.

Während Empfänger von Arbeitslosengeld II, dem sogenannten „Hartz IV”, die Leistungen des Pakets direkt beim Jobcenter (siehe Infokasten) beantragen müssen, wenden sich die Bezieher von Sozialgeld, Kinderzuschlag, Wohngeld, Sozialhilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz direkt an die „Kinder- und Jugendperspektive” des Jugendamts.

Für Kinder und Jugendliche, die Kindertagesstätten oder Schulen besuchen und unter 25 Jahre alt sind, stehen auf Antrag mehrere Leistungen im Bereich Bildung zur Verfügung: „Die Berechtigten haben unter anderem Anspruch auf ein Schulbedarfspaket in Höhe von 70 Euro jeweils zum 1. August und 30 Euro jeweils zum 1. Februar”, erklärt Katharina Oebel vom städtischen Sozialamt. Die tatsächlichen Kosten für ein- oder mehrtägige Kita- oder Schulausflüge würden ebenfalls erstattet, und für die Mittagsverpflegung müssten berechtigte Eltern nur einen Eigenanteil in Höhe von einem Euro zahlen.

Wenn Schüler versetzungsgefährdet sind, könne auch Lernförderung bewilligt werden. Familien mit niedrigem Einkommen rät Oebel, den Anspruch zum Beispiel auf Wohngeld, das auch für Eigentümer gezahlt werden kann, prüfen zu lassen, damit die Kinder gegebenenfalls das Bildungs- und Teilhabepaket nutzen können. Im Rahmen des aus Bundesmitteln finanzierten Pakets wurden 2011 bereits fast 260.000 Euro in Stolberg gezahlt, im ersten Drittel dieses Jahres schon mehr als 120 000 Euro. Um über die Leistungen, Berechtigung und Anträge in der Kupferstadt aufzuklären, informiert das sechsköpfige Team der „Kinder- und Jugendperspektive” in allen Kitas und Schulen.

Ansprechpartner und Multiplikatoren sind aber auch die Vereine und die in der Jugendarbeit aktiven Pfarren. Sie hatte die Stadt jetzt eingeladen, doch die Resonanz war ernüchternd: 200 Einladungen waren verschickt worden, gerade einmal 13 Vertreter nahmen an der Veranstaltung teil. Und das, obwohl die Vereine durchaus von der Arbeit der „Kinder- und Jugendperspektive” profitieren können. „Bis zum 18. Geburtstag stehen den Kindern aus berechtigten Familien 120 Euro jährlich zu, um sich zum Beispiel Vereinen anzuschließen”, beschreibt Angela Kaes­ler.

Diese sozial-kulturelle Teilnahme müsse gemeinschaftlichen Charakter aufweisen, damit Mitgliedsbeiträge in den Bereichen Sport, Kultur und Geselligkeit mit zehn Euro monatlich unterstützt werden. Eine Ausnahme stelle der Einzel-Musikunterricht dar.

„Wir machen in Kitas und Schulen sowie in unseren Sprechstunden quasi Werbung für die Stolberger Vereine, verteilen auch gerne Flyer und Infomaterial”, sagt Katja Giesen von der „Kinder- und Jugendperspektive”. Sie wünsche sich von den Vereinen, dass diese allen ihren Kindern und Jugendlichen Anmelde- und jährliche Mitgliedsbescheinigungen aushändigen, die für den Antrag auf finanzielle Hilfe benötigt werden. So könnten die Vereine helfen, bei berechtigten Familien Hemmschwellen bezüglich der Antragstellung und damit der gesellschaftlichen Teilhabe abzubauen.

Feste Beratungszeiten bietet die Kinder- und Jugendperspektive der Stadt Stolberg im 2. Obergeschoss des Josefshauses, Kupfermeisterstraße 6, an: donnerstags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr. Zudem ist eine Terminvereinbarung möglich: Katja Giesen, katja.giesen@stolberg.de oder Tel. 99779726, oder Angela Kaesler, angela.kaesler@stolberg.de oder Tel. 99779722.

Beim Jobcenter ist Daniel Gehring für die Stolberger Empfänger von Arbeitslosengeld II zuständig: daniel.gehring@jobcenter-ge.de oder Tel. 0241/886812017.

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