Mehr Kinder in die Feuerwehr

Von: Lukas Franzen
Letzte Aktualisierung:
9081035.jpg
Auch wenn sich die Stolberger Feuerwehr über fehlenden Nachwuchs nicht beklagen kann, wechseln immer noch zu wenig junge Menschen anschließend in den Feuerwehrdienst. Foto: imago

Stolberg. Es kommt nicht selten vor, dass Kinder neben beliebten Berufswünschen wie Astronaut, Fußballer oder Pilot Feuerwehrmann werden möchten. Damit aus dem Kindheitstraum häufiger Realität wird, möchte das Land Nordrhein-Westfalen neben Jugendfeuerwehren auch die Gründung von Kinderfeuerwehren gesetzlich regeln.

Bisher können Kinder erst ab dem zehnten Lebensjahr in die Jugendfeuerwehr eintreten, um dort erste Erfahrungen beim Brandschutz und der Brandbekämpfung zu sammeln. Das ist möglicherweise zu spät, denn viele Kinder haben sich in diesem Alter oft schon für andere Vereinsaktivitäten entschieden. Andreas Dovern, Leiter der Stolberger Feuerwehr, begrüßt das Gesetzesvorhaben der Landesregierung, sieht jedoch auch noch Gesprächs- und Koordinierungsbedarf, bevor die ersten sogenannten „Löschzwerge“ in Stolberg an den Feuerwehrdienst herangeführt werden können.

„Es ist wichtig, dass wir die Begeisterung früh bei den Kindern wecken können. Wir tun gut daran, die Kinder rechtzeitig abzuholen“, sagt Dovern. „Gleichzeitig stellt uns die Neuregelung vor zusätzliche Herausforderungen. Deswegen müssen wir uns innerhalb der Städteregion darüber unterhalten, wie wir die Kinderfeuerwehren organisieren.“ Ein Konzept müsse erarbeitet werden, so Dovern, in dem genau geregelt sei, welches Angebot den Kindern zwischen sechs und zehn Jahren gemacht werden könne und wer sich um sie kümmert.

In diesem Alter ginge es vor allem um ein adäquates Freizeitangebot und erste Aufklärung rund um das Thema Brandschutz. Zum Beispiel um die Frage: „Wie setze ich einen korrekten Notruf ab?“ Der Leiter der Feuerwehr, der gleichzeitig auch für die Stolberger Jugendfeuerwehr verantwortlich ist, sieht vor allem personelle Engpässe und neue Qualifizierungsmaßnahmen auf die ehrenamtlichen Betreuer zukommen, wenn neben der Jugendfeuerwehr auch noch eine Kinderfeuerwehr betreut und unterrichtet werden muss. Denn bei der Arbeit mit Kindern zwischen sechs und zehn Jahren müssten andere pädagogische Voraussetzungen erfüllt sein.

Bereits jetzt kann sich die Stolberger Jugendfeuerwehr „vor Zulauf kaum retten“ – was längst nicht in allen Kommunen der Fall ist. 84 Jugendliche sind nach Doverns Angaben aktuell in der Jugendfeuerwehr engagiert. „Wir haben damit unsere Kapazitätsgrenze erreicht. Unsere Warteliste können wir erst Anfang des Jahres weiter abarbeiten.“

Und trotzdem gelte es bei der Nachwuchsrekrutierung nicht nachzulassen. Ein aktuelles Problem: Auch wenn sich die Stolberger Feuerwehr über fehlenden Nachwuchs nicht beklagen kann, wechseln immer noch zu wenig junge Menschen anschließend in den Feuerwehrdienst. In Zahlen gesprochen, seien dies lediglich 50 und 60 Prozent, schätzt Dovern. Und fordert deshalb:„Wir müssen einen höheren Wirkungsgrad anstreben. Eine Kinderfeuerwehr kann dabei nur positiv sein.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert