Stolberg - Mehr Durchblick für Stolbergs Feuerwehr

Mehr Durchblick für Stolbergs Feuerwehr

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Verwaltung der Wehr soll in das Bedienstetengebäude hinter der Wache umziehen.
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In Kürze ist das Dach fertig: Rund 360 000 Euro investiert die Stadt in die energetische Sanierung der Feuerwehrwache. Foto: J. Lange
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Fünf Mitarbeiter arbeiten im Schulungsraum. Foto: J. Lange

Stolberg. Wenn sie ausrücken, um anderen zu helfen, sind sie tapfer wie Asterix & Obelix. Aber anders als die Comic-Helden müssen die Stolberger Feuerwehrleute keine Angst mehr davor haben, dass ihnen sprichwörtlich der „Himmel auf den Kopf fällt“. Denn in diesen Wochen wird das Dach der Feuer- und Rettungswache an der Kesselschmiede grundlegend saniert.

Die Stolberger Wehr wird nicht nur in großen Schritten mit einem zeitgemäßen Fuhrpark ausgestattet, sondern neben Neubau und Sanierung von Gerätehäusern in Zweifall und Gressenich steht auch die Hauptwache auf der To-do-Liste des städtischen Haushaltes.

Als vor neun Jahren der Regen durchs Dach auf die Schreibtische der Wehrleitung tropfte, war lediglich die gut 50 Quadratmeter große Fläche saniert worden, die neben dem Schlauchturm liegt. Jetzt sind die verbliebenen 1400 Quadratmeter Dachflächen der Fahrzeughallen, Einsatzzentrale und des Turms an der Reihe. „Wir investieren rund 360 000 Euro in die energetische Sanierung“, sagt der Technische Beigeordnete Tobias Röhm. Bislang laufe der Einbau von Dämmmaterial und der neuen Dachhaut problemlos. Bis Mitte Dezember werde er abgeschlossen sein, solange das Wetter mitspielt.

Trübe Scheiben seit Jahrzehnten

Wenn das Dach dicht ist, soll die Feuerwehr auch mehr Durchblick, oder besser gesagt mehr Einblick erhalten: Die 23 Tore der Fahrzeughallen sollen ersetzt werden. Und damit verschwinden auch die gefühlt schon immer trüben Scheiben in den Torelementen. Neue Falttore mit klaren Scheiben sollen her. „Der Ersatz hat aber weniger etwas mit dem Erscheinungsbild denn der Sicherheit zu tun“, sagt Andreas Dovern. Die grünen Tore mit gelblichen Scheiben stammen noch aus den Zeiten des Neubaus an der Kesselschmiede vor 36 Jahren, erklärt der Leiter des Amtes für Brandschutz.

Seitdem haben sich die Anforderungen an die Sicherungstechnik wesentlich geändert. Hinzu kommt, das die historischen Pforten nicht mehr einwandfrei funktionieren. Während sie beim Ausrücken zwar auf Knopfdruck öffnen, schließen sie nach dem Verlassen der Fahrzeuge nicht mehr automatisch in der vorgegebenen Zeit. Offenstehende Tore sind nicht nur ein Sicherheitsmangel an einem Gebäude, sondern auch ein Energieloch. Die Fahrzeughalle der Feuerwehr wird – wenn auch geringer als Büros – beheizt. Zudem sollen die neu zu beschaffenden Tore auch eine verbesserte Wärmedämmung bieten.

Und natürlich klare Scheiben, denn auch dies gehört beim Öffnen der Tore und dem Ausrücken zu den Sicherheitsaspekten. „Wir arbeiten derzeit an den Unterlagen für die Ausschreibung“, so Röhm weiter. Im Frühjahr soll der Vergabeausschuss die Bestellung beauftragen, so dass die neuen Tore im Laufe des nächsten Jahres installiert werden können. Danach wird man beim Passieren der Halle auch einen guten Blick auf die neuen Löschfahrzeuge erhaschen können.

Derweil laufen in und einem weniger bekannten Gebäude hinter der Hauptwache bereits die Vorbereitungen für den nächsten Coup der Stolberger Wehrleitung. Bislang hielt die Stadt dort vier, knapp 100 Quadratmeter große Dienstwohnungen für Feuerwehrbeamte vor. Das Gebäude soll mittelfristig dem steigenden Raumbedarf begegnen, der angesichts wachsender Aufgaben und Herausforderungen bei der Stolberger Feuerwehr entstanden ist.

Die Chance zur Umsetzung bietet nun der Umstand, dass die beiden Familien, die die obere Etage bislang bewohnten, umgezogen sind – „absolut freiwillig“, wie Andreas Dovern betont.

Nun soll die obere Etage umgebaut werden in die neue Verwaltungszentrale der Wehr. Die befindet sich aktuell noch in dem Raum der Hauptwache, der ursprünglich für Schulungen gedacht war. Aber jetzt stehen dort die Schreibtische der Abteilungen Rettungsdienst (Peter Cosler), Technik (Stefan Klos), zentrale Beschaffung (Oliver Grendel), Geschäftsführung (Regina Erschfeld) und allgemeine Verwaltung (Rebecca Breuer). Sie sollen ebenso zeitgemäße Büros auf der ersten Etage des Bedienstetenhauses erhalten, wie die Wehrleitung. Dort wiederum soll die Einsatzleitung einziehen können.

Während die Ausschreibung für den Umbau des Obergeschosses erarbeitet wird, sind vorbereitende Arbeiten bereits angelaufen. Auch für beiden Wohnungen im Parterre hat die Wehrleitung Pläne, wenn sie einmal frei werden. Eine Einheit ist reserviert für die Löschgruppe Münsterbusch, die sich nach ihrem Umzug von der Bachstraße auf der Hauptwache bislang mit einem beengten Raum begnügen muss, das dem Ausbildungs- und Gemeinschaftsleben der Einheit weniger förderlich ist. „Die Münsterbuscher Löschgruppe ist wieder stark angewachsen“, freut sich Dovern, und der Wehrleiter möchte dem Team auch wieder entsprechende Arbeitsbedingungen bieten können.

Alles für eine Krise im Koffer

Der zweiten Parterre-Wohnung ist eine andere Zukunft zugedacht: Dort soll kontinuierlich der Stab für außergewöhnliche Ereignisse (SAE) – im Volksmund „Krisenstab“ genannt – seine Arbeitsplätze finden. „Bei außergewöhnlichen Lagen müssen wir bislang den zweiten Schulungsraum aufrüsten und mit den erforderlichen Unterlagen bestücken“, erklärt Dovern. Und das ist insbesondere dann umständlich und zeitraubend, wenn es eben um jede Minute geht.

Hilfsweise bedient sich die Feuerwehr derzeit mit Einsatzkoffern für das etwa ein Dutzend Spezialisten unterschiedlicher Behörden, die alle die Grundausstattung zur organisatorischen Bewältigung von solch schwer zu bewältigenden Lagen enthalten. Effektiver wird der Stab seinen Einsatz antreten können, wenn ein fertig ausgestattetes Lagezentrum zur Verfügung steht. In krisenfreien Zeiten kann es zudem unkompliziert für Besprechungen genutzt werden – fast so, wie sich Asterix & Obelix zum Ende jeder Episode mit ihren Dorfbewohnern zusammensetzen.

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