Stolberg - Medizinische Versorgung: Nun sind die Bürger gefragt

Medizinische Versorgung: Nun sind die Bürger gefragt

Von: se
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Neuen Ärzten ist es derzeit nicht möglich, weitere Praxen im Stadtgebiet zu eröffnen. Foto: Patrick Pleul/dpa

Stolberg. Die medizinische Versorgung in einigen Stolberger Stadtteilen lässt zu wünschen übrig. In insgesamt sieben Ortsteilen sind derzeit keine Allgemeinmediziner ansässig. Dazu gehören Breinigerberg, Dorff, Gressenich, Venwegen, Werth, Schevenhütte und Zweifall. Das könnte sich allerdings bald ändern.

In der Sitzung am Dienstag entscheiden die Mitglieder des Ausschusses für Soziales und Generationengerechtigkeit (ASG) darüber, ob eine Umfrage zur gesundheitlichen Versorgung im ländlichen Raum umgesetzt wird.

Die Verwaltung hat sich zum Ziel gesetzt, die einzelnen Stadtteile (Sozialräume) im Rahmen einer strategischen Sozialplanung gezielt und bedarfsgerecht weiterzuentwickeln. Dazu zählen unter anderem auch die ländlichen Außenbezirke der Stadt. Bereits im Mai dieses Jahres benannte die SPD-Fraktion in einem Antrag an die Verwaltung die Sicherstellung der medizinischen Grundversorgung in Ortsteilen ohne eigene Hausarztpraxen als eine Herausforderung in den ländlichen Sozialräumen.

Das Problem: Nicht die Verwaltung, sondern die Kassenärztliche Vereinigung (KV) nimmt auf der Basis der Einwohnerzahl der Kommune die Bedarfsplanung für Vertragsärzte vor. Die Verwaltung hat so keinen direkten Einfluss auf die Zahl der Ärzte, die sich in der Kommune niederlassen dürfen. Die hausärztliche Bedarfsdeckung in Stolberg gibt die KV mit 110 Prozent an.

Das bedeutet: Neuen Ärzten ist es derzeit nicht möglich, weitere Praxen im Stadtgebiet zu eröffnen. Hinzu kommt: Mediziner, die sich neu in einer Stadt niederlassen, dürfen ihren Standort frei wählen und sind nicht verpflichtet, sich in einem Ortsteil ohne ärztliche Versorgung niederzulassen.

Obwohl es eine faktische Bedarfsdeckung in Stolberg gebe, empfinden Bürger vor Ort einen Ärztemangel, heißt es in den Ausschussunterlagen. Daran soll sich etwas ändern. In einem ersten Schritt soll nun der konkrete Bedarf der Stolberger Bürger in den betroffenen Ortsteilen ermittelt werden, um auf dieser Grundlage geeignete Konzepte entwickeln zu können.

Stimmt der ASG also am Dienstag für die Umsetzung, sollen ab Montag, 18. September, in den sieben Ortsteilen, in denen derzeit keine Allgemeinmediziner ansässig sind, Fragebögen verteilt werden. Dieser wurde in enger Abstimmung mit dem Gesundheitsamt der Städteregion erarbeitet. Er besteht aus insgesamt 14 Fragen und gliedert sich in drei Teile.

Im ersten Teil – den allgemeinen Angaben – werden Daten zur persönlichen Lebenssituation abgefragt, um die Ergebnisse differenziert, beispielsweise nach Sozialraum und Alter, auswerten zu können. Der zweite Teil der Umfrage geht auf die momentane Situation in den Stadtteilen ein. Dabei spielen Anfahrtswege, Mobilitätsaspekte, Präferenzen und die Zufriedenheit der Patienten eine wichtige Rolle. Der dritte Teil der Umfrage steht unter dem Titel „Alternativen“. In diesem sind die Stolberger dazu aufgefordert, mögliche Konzepte zur Sicherung und Verbesserung der medizinischen Grundversorgung im ländlichen Raum zu bewerten und eigene Vorschläge zur Verbesserung auszuführen.

Um möglichst viele Bürger zu erreichen, soll die Verteilung der Fragebögen unter anderem über politische Vertreter, Vereine, Schulen, Kindertagesstätten und Seniorentreffs in den einzelnen Ortsteilen erfolgen. Bei der repräsentativen Bürgerumfrage im Rahmen der Sozialberichterstattung habe die Verwaltung mit diesem Ansatz positive Erfahrungen gesammelt, heißt es in den Ausschussunterlagen.

Die Umfrage soll – nach derzeitiger Planung – rund sechs Wochen dauern und schließlich Anfang November beendet sein. Dann soll die Auswertung der Ergebnisse im Rahmen der Erstellung des Aktionsplans Inklusion beginnen. Im ersten Quartal 2018 sollen den Mitgliedern des ASG dann die Ergebnisse der Umfrage präsentiert werden.

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