Medikamente gibt es nur durch die Nachtklappe

Von: Ottmar Hansen
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In vielen Stolberger Apotheken können Rezepte heute von 12 bis 13 Uhr nur über die Nachtklappe vorgelegt werden.

Stolberg. Zahlreiche Apotheken in der Stadt machen heute „den Tag zur Nacht“. Zwischen 12 und 13 Uhr schließen sie ihre Türen und versorgen die Kunden nur noch über die Notdienstklappe. Mit dieser Aktion wollen die Apotheker die Bedeutung ihres Notdienstes unterstreichen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr hatte den Apothekern eine Notdienstpauschale für den Nachtdienst ab Januar 2013 zugesagt. Doch bislang ist es nur bei Gesprächen geblieben. Mit der bisherigen Vergütungsregelung für die Nacht- und Notdienste seien weder das Gehalt des Apothekers noch die laufenden Kosten der Apotheke zu decken, so Martin Katzenbach, Pressesprecher der Apotheker in der Städteregion Aachen. Mit ihrer heutigen Aktion wollen die Apotheker auch in Stolberg Druck machen.

Meist Kinderrezepte

„Jeder Notdienst ist ein Zuschussgeschäft“, sagt Hartmut Kleis, Betreiber der Rosenthal-Apotheke in Stolberg. Sein Team wird sich an der Klappen-Aktion beteiligen, zugleich aber auch die Kunden vor seiner Apotheke über die Hintergründe informieren. Nachts würden meist Kinderrezepte eingereicht, so Kleis. Mit einer durchschnittlichen Vergütung von 2,50 Euro je Rezept sei der Notdienst kaum finanzierbar. Den Kunden zuliebe werde man natürlich den Notdienst beibehalten. Aber man müsse den Minister schon einmal an sein Versprechen erinnern.

Die Apotheken Auf der Heide in Breinig und die Barbara-Apotheke werden ihre Kundschaft zwischen 12 und 13 Uhr ebenfalls über die Nachtklappe bedienen. In der Hirsch-Apotheke und in der Rathausapotheke von Georg Blatzheim werden die Kunden ihre Rezepte zwar nicht über die Notklappe einreichen müssen, bedient werden sie aber nur über den Apotheker selbst. Das Personal wird in dieser Zeit anderweitig beschäftigt. Die Kunden werden sich insofern auf Wartezeiten einstellen müssen. Auch Karl-Heinz Beckmann will mit seinen Kunden über das Thema sprechen, sie werden aber in die Apotheke Auf der Liester eingelassen, das Rezept muss nicht über die Klappe vorgelegt werden. Marlen Kremer-Hötte von der Elefanten-Apotheke wollte sich am Mittwoch noch nicht festlegen: „Unser Krankenstand ist derzeit sehr hoch. Wir müssen sehen, wie wir das geregelt bekommen.“

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