Stolberg-Mausbach - Mausbacher Grundschul-Eltern fühlen sich abgehängt

Mausbacher Grundschul-Eltern fühlen sich abgehängt

Von: slg
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Die Schüler müssen eine Straße überqueren, um von der Grundschule in die OGS zu gelangen. Foto: Gombert
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Die Ausstattung der oberen Etage im Mausbacher Bürgerhaus hat schon bessere Tage gesehen. Das monieren Elternvertreter der Grundschule. Foto: Gombert
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Die OGS-Räume sind teils in schlechtem Zustand. Das engagierte Betreuer-Team versucht, das Beste aus der Situation zu machen. Die Stadtverwaltung hat jetzt zugesagt, sich die Situation vor Ort noch einmal näher anzusehen. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg-Mausbach. Mit den Plänen für die zweite Stolberger Gesamtschule hat sich am Mittwochabend der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport und Tourismus beschäftigt. Neben der Gesamtschule Mausbach geht es dabei unter anderem auch um die Mausbacher Grundschule. Diese wird künftig auf Einzügigkeit festgelegt, außerdem werden Grundschulräume an die Gesamtschule abgegeben.

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgten daher einige Zuschauerinnen die Debatte: Es waren Lehrerinnen der Grundschule Mausbach sowie Vertreterinnen des Elternbeirats. Sie fühlen sich durch die Pläne für die neue Gesamtschule (wir haben berichtet) abgehängt.

Die von der Stadtverwaltung geplanten Maßnahmen für den Gesamtschulstandort Mausbach gingen auf Kosten der Grundschule, lautet der Vorwurf der Elternschaft. Aus diesem Grund gab es im Vorfeld der Ausschusssitzung auch ein Gespräch mit der Stadtspitze.

Auch Unterschriften sind gesammelt worden. „Wir hatten auf Wunsch des Elternbeirats einen Gesprächstermin“, bestätigt Robert Voigtsberger, Erster Beigeordneter und Schuldezernent der Stadt. Er sagt, die Eltern hätten ihre Sorgen vorgetragen und er habe die Pläne der Stadt erläutert. „Ich glaube nicht, dass die Eltern grundsätzlich ein Problem mit der Gesamtschule haben“, so Voigtsberger.

Räume sind sanierungsbedürftig

Das bestätigt Anja Jansen, Vorsitzende des Elternbeirats, im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Gesamtschule an sich sei nicht das Problem. Doch die baulichen Auswirkungen auf die Grundschule seien eins. „Wir glauben, dass wir durch die festgelegte Einzügigkeit und die Raumsituation unseres Offenen Ganztagsbetriebs nicht wettbewerbsfähig sind“, sagt Anja Jansen.

Eltern könnten ihre Kinder verstärkt in den Nachbardörfern Gressenich oder Zweifall anmelden. „Unser OGS-Konzept ist gut“, sagt Anja Jansen, „aber die Räumlichkeiten sind es nicht.“

Aktuell findet der OGS-Betrieb in Mausbauch zum großen Teil im Obergeschoss des Bürgerhauses statt. Das liegt der Grundschule gegenüber auf der anderen Straßenseite von „Im Hahn“. Die Räume sind liebevoll eingerichtet. Allerdings sind sie nicht in einem guten Zustand. Von den Wänden bröckelt der Putz, die Tapetenverkleidung kommt hier und da von der Decke.

Der Boden ist teilweise wellig und weist Löcher auf. Einige Fenster lassen sich nicht richtig öffnen. Trotz alledem versuchen die OGS-Kräfte, den Kindern ein gutes Angebot unterbreiten zu können. Wenn die Kinder zur Toilette wollen, müssen sie das komplette Erdgeschoss durchqueren, vorbei an den Festsälen der Interessengemeinschaft Mausbach, bis sie zu den Sanitäranlagen kommen. Die sind zwar sauber, jedoch auch nicht gerade neu. „Die Räume sind einfach nicht mehr zeitgemäß“, schlussfolgert Anja Jansen.

Fenster öffnen nur mit Brotdose

„Das Argument der Verwaltung ist, dass die Räume ertüchtigt wurden, als der OGS-Betrieb aufgenommen wurde“, sagt Anja Jansen. Das Geld ist aber beispielsweise auch in die aus Brandschutzgründen notwendige Außentreppe geflossen, die im OGS-Betrieb im besten Falle niemand in Anspruch nimmt. Auch von den neuen Fenstern des Bürgerhauses, die derzeit im Erdgeschoss montiert werden, profitieren die Kinder im oberen Stockwerk nicht. Ein Dachfenster kann beispielsweise nur mithilfe einer Pausenbrotdose offen gehalten werden.

„Wir werden uns auch die OGS in Mausbach noch einmal ansehen“, betont Robert Voigtsberger, der überzeugt davon ist, dass auch die Grundschule vom Ausbau der Realschule zur Gesamtschule profitieren wird. „Auch das weitere Vorgehen am Schulstandort Mausbach wird in enger Abstimmung mit allen Beteiligen geschehen“, betont Robert Voigtsberger.

Die Stadt ist derzeit dabei, die Elternbeiträge für die Nutzung des offenen Ganztagsbetriebs zu staffeln. In diesem Zusammenhang sollen auch die Gegebenheiten vor Ort in allen zehn OGS-Betrieben erneut unter die Lupe genommen werden.

All das war in der Ausschusssitzung am Mittwoch kein Thema. Keines der Ausschussmitglieder ging direkt auf die Grundschule Mausbach ein, als einstimmig über die Pläne der Stadt zum Bau der Gesamtschule abgestimmt wurde. Lediglich Hans Bruckschen (CDU) betonte, es sei „noch nicht alles in Stein gemeißelt“. Man müsse sich die Belange vor Ort ansehen.

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