Mausbach wird sicherheitshalber komplett gesperrt

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. „Unter exakter Auslegung der Richtlinien”, betont Fachbereichsleiter Josef Braun in den beiden Fachausschüssen, reicht der Platz der Gressenicher Straße nicht aus, um einspurig den Verkehr fließen zu lassen, während gleichzeitig die andere Fahrbahnseite asphaltiert wird.

Die Konsequenz ist, dass das Mausbacher Zentrum an einem Wochenende komplett für den Verkehr gesperrt werden muss, um die Narben der Kanalsanierung in der Straße zu beseitigen.

Zunächst hatte die Verwaltung geplant, die Landesstraße nur halbseitig zu sperren. Aber bei Ortsterminen mit Sicherheitfachleuten sei das nun nicht mehr möglich.

Denn laut Richtlinie müsste die Mindestfahrbahnbreite inklusive Sicherheitsabstände hier 7,85 Meter betragen; zur Verfügung stehen allerdings nur 7,20 Meter.

„Daher ist der Einbau der Deckschicht unter Berücksichtigung aller zu beachtenden Sicherheits- und Arbeitsschutzregeln nur unter Vollsperrung möglich”, betont Braun.

Und das verursacht Mehrkosten: 18.800 Euro für zusätzliche Beschilderung und 9200 Euro für eine so genannte Splitmastixdecke, die schneller wieder befahren werden kann als Asphalt. Damit erhöht sich die Auftragssumme um 28.000 auf rund 940.000 Euro.

Rechnungsprüfer eingeschaltet

Diese Mehrkosten bewilligte zwar der Bauausschuss, aber nur vorbehaltlich der Kontrolle durch die städtischen Rechnungspüfer nebst dem Hinweis, Regress geltend machen zu wollen - und unter erheblichem Protest.

Vor allem von Klaus F. Kratz, der zwischen den Zeilen der Vorlage eine Retourkutsche der Verwaltung herauslas. Denn der CDU-Ratsherr hatte jüngst mehrfach auf Sicherheitsmängel auch auf der Mausbacher Baustelle aufmerksam gemacht.

„Aber wenn unter Missachtung der Vorschriften ein Unfall passieren sollte, wird es richtig ernst”, mahnte Kratz, der neben technischen Details vor allem „die nun schon vorauseilende Bewilligung von Mehrkosten” ins Visier nahm.

„Die entbehren jeglicher Grundlage”, erklärte Kratz: Denn in der Branche gelte der Samstag als Werktag, und der Aufwand für zusätzliche Absperrungen werde mehr als wettgemacht durch Einsparungen und Vorteile beim Bauablauf.

Dem hielt die Verwaltung entgegen, dass laut Submission mit 41 Arbeitsstunden pro Werkwoche kalkuliert wurde und Samstagsarbeit nicht ausgeschrieben gewesen sei. Es werde eine zusätzliche Leistung erbracht, die zusätzlich vergütet werden müsse.

Für das nicht ausreiched exakte Anwenden der Sicherheitsbestimmungen könne allenfalls das planende Ingenieurbüro haftbar gemacht werden, so Braun. Um die Beeinträchtigungen durch die Vollsperrung für die Mausbacher zu minimieren, habe die Stadt sich für die zwar teurere, aber schneller belastbare Deckschicht entschieden.

Gleichwohl sei Ende Juni / Anfang August eine etwa 400 Meter lange Komplettsperrung der Gressenicher Straße im Bereich des Markusplatzes für ein Wochenende unvermeidlich: Freitag und Samstag zum Asphaltieren sowie Sonntag bis Montag gegen 6 Uhr zum Trocknen.

Das wiederum rief im Verkehrsausschuss den Unmut von Adolf Konrads (CDU) hervor, weil er noch keine konkreten Anworten zu innerörtlichen Umleitungsstrecken erhielt.

„Wir arbeiten noch dran”, tröstete Braun. Denn nach derzeitigen Erkenntnissen ist nur eine großräumige Umleitung über Vicht oder Werth möglich, weil die innerörtlichen Mausbacher Straßen nicht so ausgebaut sind, dass sie dafür infrage kämen.

„Damit wird die Lebensader Mausbachs abgeklemmt”, warnte Konrads. „Selbst für Aseag und Fußgänger dürfte das dann ein schwieriges Wochenende werden”, und forderte eine rechtzeitige umfassende Information auch für die betroffenen Anlieger ein. „Das ist für uns bereits eine Selbstverständlichkeit”, sicherte der Fachbereisleiter zu.
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