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Markt soll als Parkplatz geöffnet werden

Von: Jürgen Lange
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Ein typischer Wintermorgen in Büsbach: Alle Parkstände entlang der Straßen sind belegt; Autofahrer suchen händeringend nach Parkmöglichkeiten. Der autofreie Büsbacher Marktplatz soll nun zumindest vorübergehend genutzt werden, um Kunden eine Abstellmöglichkeit für ihre Fahrzeuge anbieten zu können.

Stolberg-Büsbach. Es ist ein ganz normaler, ein typischer Morgen für diese Wintertage im Büsbacher Ortskern. Entlang der Konrad-Adenauer-Straße sind alle Parkplätze belegt, ebenso am Wilhelmbusch wie auf dem Peitschenweg und auf der Galmeistraße sowieso. Geduldige und besonders treue Autofahrer drehen eine Runde durch den Dorfkern, um doch noch einen freien Parkplatz zu erhaschen. Aber wie viele rauschen mangels Stellplatz durch den Ort und lassen die Büsbacher Geschäfte links und rechts des Weges liegen?

„Jedenfalls zu viele“, sagt Michael Saabe, Einzelhändler und stellvertretender Vorsitzender des Büsbacher Aktionsrings Handel und Handwerk. Im Ausschuss für Stadtentwicklung, Verkehr und Umwelt schildert er die Lage aus Sicht der Kaufmannschaft des größten Stolberger Stadtteils. „Die Geschäfte sind in immer stärkerem Maße durch den Mangel an Parkraum bedroht.“

Insbesondere zu Zeiten des wichtigen Weihnachtsgeschäftes sei es wichtiger denn je, freie Parkplätze anbieten zu können. Ebenso für die Läden, die auf das schnelle Einkaufsgeschäft angewiesen sind, wie für die, die bearbeitungs-intensivere Dienstleistungen und Waren anbieten. Für letztere nähmen Kunden zwar eher längere Wege in Kauf, aber selbst in der Ferne sei der Parkdruck hoch. Das Überleben der meisten Geschäfte hänge jedoch ab von einer guten Erreichbarkeit mit dem Kraftfahrzeug.

Und diese, so verdeutlicht es Saabe, ist in Büsbach aufgrund der vielen und lange währenden Baustellen nicht mehr gegeben. Dem Ausbau der Aachener Straße folgen Leitungsarbeiten in der Finkensiefstraße, die Einbahnregelung auf der Bischofstraße wegen des Marienheim-Ausbaus, Neugestaltung von Reitmeisterweg und unterer Galmeistraße sowie ganz aktuell der Umbau der Bushaltestellen am Markt. Sie alle verdrängen Verkehre, verlagern Parkgewohnheiten und beeinträchtigen Kundenfrequenzen.

Dabei stehen die nächsten Baustellen bereits ins Haus. Nach Freigabe der Bischofstraße, die 2018 zum Umbau ansteht, soll Mitte nächsten Jahres die obere Galmeistraße angepackt werden.

„Wir müssen zumindest vorübergehend Lösungen anbieten können“, sagt Michael Saabe und nimmt den Büsbacher Markt ins Visier. „Wir müssen die freie Fläche nutzen, um Parkplätze schaffen zu können“, appelliert der Aktionsring-Vize an Politik und Verwaltung zu handeln bevor das Weihnachtsgeschäft an Büsbach vorbeigerauscht sei.

„Wir sind bereits dran“, sagt Marcel Poqué. „Aber das ist nicht so einfach wie man denken mag“, so der Fachmann vom Ordnungsamt. Für den Marktplatz ist ein Weihnachtsbaumverkauf mit rund 60 m² Platzbedarf angemeldet, montags macht der Grünschnittcontainer Station und die Feuerwehr benötige für einen Ernstfall eine gewisse Aufstellfläche. Dennoch zeigte sich Poqué zuversichtlich, eine Lösung zu finden, um zusätzlichen Parkraum auf dem Büsbacher Markt präsentieren zu können – zumindest als vorübergehendes Angebot während der Bautätigkeiten.

Auf diese Einschränkung legte der Ausschuss besonderen Wert. „Wir wissen um die kontroversen Diskussionen im Ort, ob der Markt autofrei oder ein Parkplatz sein soll“, sagt Siegfried Pietz (CDU) unter zustimmendem Nicken von Rolf Engels (SPD). „Wir werden uns beeilen, so gut es eben geht“, verspricht Tobias Röhm. Der Technische Beigeordnete möchte den Büsbachern mit schnellen Lösungen helfen.

In eine ganz andere Richtung zielt dagegen die folgende einstimmig getroffene Entscheidung des Verkehrsausschusses zur Parkraumbewirtschaftung in dem Büsbacher Quartier zwischen Lehmkaulweg und Aachener Straße. Das Viertel soll zwar zu einer eingeschränkten Halteverbotszone erklärt werden, in der nur dort geparkt werden darf, wo Parkplätze ausgewiesen sind. Aber bis zur Umsetzung des Beschlusses werden wohl noch einige Jahre ins Land ziehen.

„Erst wenn alle Straßenarbeiten abgeschlossen sind“, verweist Pietz auf die Argumentation von Michael Saabe zuvor, solle die verkehrsrechtliche Anordnung erfolgen. Die bestehenden und die bevorstehenden Baustellen sorgen an jeweils anderer Stelle in dem Quartier für einen erhöhten Parkdruck. Der solle nach Ansicht der Christdemokraten nicht noch dadurch künstlich erhöht werden, indem die letzten Ausweichplätze fürs Auto auch noch unterbunden würden.

Mit Blick auf den Ausbau der oberen Bischofstraße soll das Zonengebot nicht vor 2019 ausgesprochen werden. Bis dahin könnten sich die Anwohner an die geschaffenen Parkmöglichkeiten gewöhnen.

Um eine ungestörte Fahrt der Linienbusse am Büsbacher Berg zu ermöglichen, werde sich das Ordnungsamt etwas anderes einfallen lassen müssen.

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