Markenzeichen gesucht, über das man spricht

Von: Jürgen Lange
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Die Mitte des neuen Kreisverkehrs an der Eschweilerstraße soll ein Markenzeichen für die Kupferstadt zieren: Als direkter Nachbar unterstützt Saint Gobain das anspruchsvolle Vorhaben der Stadt. Foto: J. Lange

Stolberg. Sie soll ein attraktiver Willkommensgruß am Eingang zur Stadt werden: Eine Skulptur soll zukünftig den Mittelpunkt des neuen Kreisverkehrs im Einmündungsbereich von Eschweiler- und Münsterbachstraße nicht nur schmücken, sondern auch das Thema Glas aufgreifen.

Weil das Produkt das Leben in dem Stadtteil in der Historie geprägt hat und mit Saint Gobain ein weltweit führender Glasproduzent auch heute noch das Erscheinungsbild der wichtigen Einfallstraße in die Innenstadt prägt. „Das Unternehmen hat sich freundlicherweise auch bereit erklärt, uns bei unserem Vorhaben zu unterstützen”, freut sich Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt, der mit seinem Kollegen Josef Braun die Entstehungsgeschichte der Skulptur betreut, in die außerdem die Bewohner Unterstolbergs über das Projekt „Soziale Stadt Velau” eingebunden sind.

Der Weg zu dem Kunstwerk im inneren Kreisel mit fünf Meter Durchmesser führt die Stolberger erst einmal nach Rheinbach, wo die renommierte Glasfachschule nicht nur Mitarbeitern von Saint Gobain einen fachlichen Schliff verleiht, sondern deren Absolventen bereits mehrfach Objekte für den öffentlichen Raum entworfen und gestaltet haben. Beispielsweise der Hochzeitsbaum in Mausbach trägt ihre Handschrift. Angehende Glasgestalter und -techniker sowie Designer haben sich ein Bild vor Ort gemacht, sich mit Stolberg beschäftigt und rund 25 Entwürfe - teils als Modell, teil als Computer-Animation - eingereicht, die es einer Jury schwer gemacht hat, jetzt eine erste Vorauswahl zu treffen.

Saint Gobain unterstützt Projekt

„Ein so gutes und vielschichtiges Ergebnis hatten wir gar nicht erhofft”, gestehen zwei begeisterte Fachbereichsleiter ein. Je nach Ausbildungsgang gab es eine ganze Bandbreite sehr unterschiedlicher Ansätze, den Stolbergern ihr Kunstwerk zu entwerfen. Neben Braun und Pickhardt sowie Künstlerin und Grafikerin Birgit Engelen entsandten SPD und CDU, das Projekt Soziale Stadt und Saint Gobain Vertreter in die Kommission, die zusammen mit den Lehrern Walter Dernbach, Georg Linden und Volker Leyendecker von dem Berufskolleg eine Vorauswahl der Präsentationen erstellten, die detaillierter ausgearbeitet und Anfang nächsten Jahres der entscheidenden Jury und dem Stadtrat in Stolberg präsentiert werden sollen. Dabei spielten gestalterische Ansätze und Dimensionalität ebenso eine Rolle wie die praktischen Seiten von Realisierbarkeit und Nachhaltigkeit.

Der Löwe aus dem Stadtwappen bestimmte Arbeiten ebenso wie Bögen und Flammen als symbolische Formensprache oder Wasser- und Zahnräder, ein gläsernes Galmeiveilchen oder eine kunstvolle Darstellung der Glasproduktion. Aufgegriffen wurden neben Glas auch weitere typische Rohstoffe und Produkte aus Stolberg wie Kupfer, Messing, Zink und Kalkstein. Letztlich entschied sich die Kommission, acht Entwürfe in die engere Wahl zu nehmen.

Katharina Loch: Betonsäulen mit Floatglasstreifen mit Licht- und Wasserinstallation.

Martina Kohsyk: Intarsien auf drei parallel stehenden Glasscheiben erzielen zusammen das Bild des Stadtwappens.

Irina Wall: Skulptur eines Hammers mit einer großen Kugel aus Glas und Kupfer.

Semia Kabass: eine große Hand aus Kupfer hält eine Glaskugel.

Claudia Müller: Drei Säulen in Form von Flammen werden von einem gläsernen Ring geschnürt.

Marion Leubner: Drei auf Kalkstein ruhende Glassäulen treffen sich als Bögen mit einem Schlussstein aus Metall.

Zwei Entwürfe könnten kombiniert werden: Birte Rausch hat einen überdimensionalen, flachen Naturstein gestaltet, der von Glasscheiben durchdrungen wird. Julia Tauzyna hat Betonstelen gewählt, die schichtweise mit Glas verkleidet sind.

Jury tagt im Frühjahr

Nun bleiben den Fachschülern einige Wochen, um die Details ihrer ersten Entwürfe aus- und die Anregungen der Kommission einzuarbeiten. Außerdem soll eine einheitliche Präsentation aller Entwürfe erstellt werden. Anfang nächsten Jahres soll die Jury dann in Stolberg die Entscheidung treffen. „Wir suchen eine Skulptur, die für Stolberg auch über die Stadtgrenzen hinaus ein Markenzeichen ist”, gibt Josef Braun den Gestaltern mit auf den Weg.
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