„Marken sind einzigartig wie Menschen”

Von: Jürgen Lange
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Die Marken aus dem Hause Mäurer & Wirtz stets im Blick: Geschäftsführer Fabian Krone möchte für das Stolberger Unternehmen den Prestigemarkt und die Schwellenländer erobern. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Armbanduhr aus dem Hause der Glashütter Uhrenmanufaktur A. Lange hat er gegen ein exklusives Modell eines Mitbewerbers getauscht. „Nach den vielen Jahren war es an der Zeit dazu”, sagt Fabian Krone. Nahezu unvergänglich ist dagegen das Bekenntnis des neuen Geschäftsführers von Mäurer & Wirtz zur Marke.

Die Marke eines Automobilkonzerns, die Marke einer Uhrenmanufaktur und heute die Marken des traditionsreichen Parfumproduzenten aus der Kupferstadt stehen im Mittelpunkt des beruflichen Lebens des 47-Jährigen. Die Tradition eines Familienunternehmens wie auch die Kenntnisse des Luxus- und Premiumsegments drüben bei Lange in Sachsen wie hier im Rheinland bei Wirtz sind Bindeglieder, die Fabian Krone von der Elbe an die Vicht führten.

„Als ich Dr. Hermann Wirtz kennenlernte, stimmte sofort alles”, sagt Krone. Marken, Visionen, Perspektiven und Personen haben ihm die Entscheidung für die Geschäftsführung in Stolberg leicht gemacht. Eine Stadt, deren „touristische Attraktivität noch nicht so groß” ist, dass der weltgewandte Betriebswirt sie vorher auf der Besuchsliste hatte. Aber die Marken aus dieser Stadt sind ihm wohl bekannt: „Sie haben den Duftmarkt sehr stark geprägt”.

Es ist eine Branche, in der sich Krone schnell eingefunden hat. Leicht gemacht haben das ihm auch „die Mitarbeiter, die hier mit großer Leidenschaft ihrer Arbeit nachgehen”, und eine hohe Verbundenheit an den Tag legen mit dem Familienunternehmen und seinen Produkten.

Die will Fabian Krone mit jungen und neuen Marken zunehmend im Prestigesegment positionieren und sie dort als langlebigen Erfolgsduft etablieren. Eine feste Größe sind die Kompositionen aus dem Hause Mäurer & Wirtz längst im so genannten Brückensortiment zwischen Billigprodukten und Prestigedüften. Gut ein Drittel des Marktes macht dieses hart umkämpfte mittlere Preissegment aus, in dem der Erfolg einer Marke gehegt und gepflegt werden will wie zerbrechliches Porzellan. Um so anspruchsvoller und gut vorbereitet will der weitere Vorstoß auf den selektiven Markt oberhalb des Drogerie-Sortiments sein.

„Michalski” im September

Dort hat bereits im vergangenen Jahr „4711 Acqua Colonia” mit fünf individuellen Duftnoten seine Freunde gefunden und einen Preis der „Cosmopolitan” errungen. Im Frühjahr wurde „Strellson” eingeführt, und ab September steht „Michalski” in den Regalen - eine neue Kreation für Sie und Ihn in Zusammenarbeit mit dem Berliner Modedesigner Michael Michalski, die mit ihrer Individualität die breite Generation jenseits der Teenagerzeit ansprechen soll, die weiß, was ihr gefällt - von Jeans bis Abendkleid und von Currywurst bis Champagner. Und ein weiterer neuer Duft soll noch im Dezember folgen.

Neben neuen Marken gilt es für Fabian Krone bestehende zu pflegen und weiter zu entwickeln. Allen voran den Klassiker 4711 auf seinem Weg aus dem angestaubten Schattendasein hinaus hin zur Aktualität für junge Zielgruppen. Mit dieser wie auch anderen Marken nimmt Mäurer & Wirtz verstärkt den Schritt in die weite Welt hinaus ins Visier.

Internationalisierung heißt das Schlagwort, das in der Praxis ausgesprochen individuelle Konzepte und Strategien den Marketing-Experten abverlangt. Japan, Indien, China und Südamerika haben die Stolberger als hoch interessante Märkte ausgemacht. Beim Wachstum in den Schwellenländern will der Konzern gleich von Anfang an führend im Kosmetikregal stehen, wenn wachsender Mittelstand sich Produkte mit Leidenschaft und Emotion leisten kann.

„Für den Erfolg auf diesen Märkten gibt es keine Formel”, sagt der studierte Betriebswirt. Gefragt ist das richtige Konzept für die gefragte Marke auf dem umworbenen Markt mit den Mitteln, über die ein mittelständisches Familienunternehmen verfügt. „Das ist Teamarbeit”, setzt Krone auf eine intensive und vielschichtige Vorbereitung der Strategie. „Marken sind einzigartig wie Menschen”; man darf sie nicht verdrehen, kann ihnen aber vorsichtig Hilfe geben zur Entwicklung, zum Ausbau der Stärken und zum Schärfen des Profils.

Standort Stolberg gesichert

Das gilt auch für den neuen Geschäftsführer selbst. „Ich bin kein Mensch, der gerne wechselt”, möchte Krone im harmonischen Zusammenspiel mit dem engagierten und innovativen Unternehmer und Geschäftsführer-Kollegen Dr. Hermann Wirtz Duftmarken für Stolberg setzen. „Ich glaube an das Familienunternehmen, an die Marken, an die Perspektiven und die Mitarbeiter.”

Entsprechend sieht Fabian Krone gesicherte Perspektiven für die über 400 Mitarbeiter von Mäurer & Wirtz insbesondere am einzigen Produktionsstandort - 4711 wird in Köln nur abgefüllt - Stolberg, der Kapazitäten aufweist, was ein gutes Zeichen der Zeit für den prognostizierten Aufschwung ist, zumal „Mäurer & Wirtz auch in Krisenzeiten auf Wachstumskurs steuert”.

Zur Person: M&W-Geschäftsführer Fabian Krone

In Paris erblickt Fabian Krone am 24.Juli 1963 das Licht der Welt als Sohn eines UN-Mitarbeiters, wuchs international in Peru, Malaysia und Italien auf. Nach dem Abitur in Rom lernte er als 18-Jähriger erstmals Deutschland kennen, wo er in Regensburg und Köln Betriebswirtschaftslehre studierte.

Seine berufliche Laufbahn begann Krone 1990 beim Fiatkonzern in unterschiedlichen Positionen des Marketings, Vertriebs und als Geschäftsführer der konzerneigenen Autohäuser in Deutschland, Schweiz und Italien. 2003 wechselte er zur Glashütter Uhrenmanufaktur A. Lange & Söhne, die er ab 2004 als Vorsitzender der Geschäftsführung geleitet hat. Im November 2009 gab Mäurer & Wirtz bekannt, dass er als Nachfolger des im Frühsommer ausgeschiedenen Geschäftsführers Johannes Verhoog gewonnen werden konnte. Zum 1.Februar trat Krone die Aufgabe an.

Fabian Krone ist geschieden, bemüht möglichst viel Zeit mit seinen Kindern Sophie (15) und Leonie (11) zu verbringen, die ihm der geliebte Beruf lässt. Lesen, Golf, Klavierspiel und Freunde gehören die verbleibende Freizeit. Noch unerfüllt ist der Wunsch zum Fallschirmspringen und Erwerb des Pilotenscheins.

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