Malte ist mittendrin im großen Abenteuer Asien

Von: Heike Eisenmenger
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Malte Drummen mit seinem Gastvater in Ningbo. Der Besuch eines buddhistischen Tempels, in dem Mönche nach überlieferter Tradition leben, gehört zu den Erlebnissen, die der 17-Jährige nie vergessen wird.

Stolberg. Auch wenn es Malte Drummen selbst nie zugeben würde, aber der 17-jährige gehört zu den angesagten Schülern in seiner Klasse in Ningbo. Ningbo in eine Millonenmetropole in der Volksrepublik China und die Partnerstadt von Aachen.

Dort lebt der junge Stolberger seit Mitte August. Malte Drummen ist der erste Schüler aus der Aachener Region, der im Rahmen der Städtepartnerschaft alleine in der ostchinesische Küstenstadt reist und dort für die Dauer eines halben Jahres bei einer Gastfamilie lebt und die Schule besucht.

Das, was Malte seinen Eltern und Freunden schreibt, klingt viel versprechend. Malte kommt gut zurecht und hat bereits viele Freunde gefunden. Tagtäglich erlebt der Gymnasiast vom „Goethe” Neues und ist mittendrin im Abenteuer Asien.

Als einziger Deutscher an der „Foreign Affairs School”, die mit dem Pius-Gymnasium in Aachen eine Partnerschaft verbindet, hat Malte den „Exotenbonus”. Was ein Vorteil ist: Die Schüler sind neugierig auf den jungen Deutschen, sie wollen alles über Malte wissen, fragen nach seinen Vorlieben, seinen Hobbys, seine Zukunftsplänen und ähnliches.

Allein schon wegen seiner Körpergröße von 1,80 Meter entspricht der junge Stolberger nicht der asiatisches Norm - er überragt seine Klassenkameraden deutlich. „Man, bist Du groß”, diesen Satz kriegt Malte darum fast täglich zu hören, und an seinem ersten Schultag drehte sich jeder verwundert nach ihm um.

Mit der Landessprache hat der Teenager keine Probleme. Ein Jahr lang büffelte der Jugendliche bei einer chinesischen Studentin die Grundbegriffe im Mandarin und besuchte zudem Crash-Intensiv-Kurse am Landesspracheninstitut, was ihm nun zugute kommt.

Beeindruckt ist Malte vor allem von der Höflichkeit und Gastfreundschaft, die ihm entgegen gebracht wird. „Jeder hier tut alles in seiner Macht stehende, um mir meinen Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen. Ständig werde ich gefragt, ob auch alles nach meinen Wünschen ist”, schreibt Malte seinen Eltern.

Als Malte seinen ersten Schultag hatte, musste er feststellen, dass sich der chinesische Verkehr nicht mit deutschen Maßstäben vergleichen lässt. „Der Verkehr ist total chaotisch. Keiner hält die Spur, die rote Ampel wird nur als Vorschlag verstanden und meinen anfänglichen Plan, mit dem Bus zur Schule zu kommen, habe ich schnell aufgegeben”, berichtet Malte.

Kontraste

Im Kontrast zum Chaos auf den Straßen steht der Drill und die Disziplin im Alltag der Chinesen. „Die Schüler marschieren in Uniform über den Schulhof oder machen Gymnasikübungen”, beschreibt Malte die Szene, die sich jeden Morgen auf dem Schulgelände abspielt.

Neue Klassenkameraden werden mit ausgesuchter Höflichkeit und im Chor mit „huanying ni” (Willkommen) begrüßt. Am Ende seines ersten Schultages wurde Malte von zwei Schülern nach Hause begleitet, die ihn fortan auch morgens abholen.

Von Beginn an hat Malte das Gefühl, in die Gemeinschaft integriert zu sein. Sein Vater, der auch schon in der Ningbo war, ist erleichtert darüber, dass sich Malte so gut eingelebt hat. Helmut Drummen findet, dass die Erfahrung im Ausland wichtig fürs ganze Leben ist. „Wer im Ausland gelebt hat, hat eine ganz andere Sichtweise der Dinge und geht vorurteilsfreier auf Menschen aus anderen Kulturkreisen zu. Es ist eine Riesenchance und ich bin froh, dass sich den Kindern heutzutage solche Möglichkeiten bieten”, sagt der 47-Jährige.

Auch das Goethe-Gymnasium steht dem Auslandsaufenthalt sehr positiv gegenüber. Die Schulleitung hat Malte sehr unterstützt, es ging sehr unbürokratisch”, erzählt der Vater von fünf Kindern.

Und, was sagt Malte über das chinesische Essen? „Es schmeckt ihm sehr gut. Ningbo ist eine Küstenstadt, entsprechend frisch ist der Fisch. Es werden dort köstliche Fischgerichte serviert”, weiß Helmut Drummen aus eigener Erfahrung.

Schwer angesagt

Ein Muss an der Schule in Ningbo ist das Chatten in einem angesagen Forum. Zum Glück für Malte, hat ihn eine chinesische Bekannte dort direkt angemeldet. „Es sei überlebenswichtig, in diesem Chat zu sein, hat man man mir gesagt”, erzählt Malte in einer Email. Aber dass Malte wohl auch ohne Konto im Gruppenchat schwer angesagt ist, würde er der 17-Jährige sowieso nie seinen Eltern schreiben.

Informationen zum Thema erteilt Herbert Prömper, Vorsitzender des Partnerschaftskomitees Aachen-Ningbo, unter 0241/1685217.
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