Mahnmal: Stolberger gedenken verschleppter Roma

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Das dunkelste Kapitel in der Geschichte der Kupferstadt: Wie schon im vergangenen Jahr wollen auch am kommenden Samstag die Bürger an 37 Stolberger Roma, die von den Nationalsozialisten getötet wurden, erinnern. Foto: D. Müller

Stolberg. Es ist 73 Jahre her, dass Männer, Frauen und Kinder morgens aus ihren Häusern geholt, zum Stolberger Hauptbahnhof getrieben, und von dort mit der Bahn in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert wurden.

Der 2. März 1943 gehört zu dem dunkelsten Kapitel der Geschichte der Kupferstadt. 37 Roma mussten sterben, weil sie nicht in das Weltbild der Nationalsozialisten passten. Sie galten in ihren Augen als „minderwertig“. Dafür zahlten 20 Erwachsene und 17 Kinder in Stolberg mit ihrem Leben – der jüngste von ihnen, Gustav Wassilkowitsch, wurde lediglich zwei Jahre alt.

Am Samstag, 5. März, 14 Uhr, findet am Mahnmal am Gustav-Wassilkowitsch-Platz vor dem Hauptbahnhof eine Gedenkfeier für die Opfer des faschistischen Rassenwahns statt.

Seit 2013 erinnert eine etwa 2,10 Meter hohe Steinstele vor dem Hauptbahnhof an die Verschleppung der Stolberger Roma. Von 1995 bis 2010 befand sich dort ein Rad, das sinnbildlich für den Abtransport stand. Es musste wegen der Umbaumaßnahmen des Bahnhofsvorplatzes entfernt werden.

Das neue Mahnmal wurde maßgeblich von der Stolberger „Gruppe Z“ (Zukunft ohne Faschismus, Fremdenhass und Krieg) und dem „VVN-BdA“ (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten) initiiert. Damit erinnern die Bürger an dunkle Zeiten während des 2. Weltkrieges und sagen in der Romasprache jedem Reisenden: „Ma Bistar!“ „Vergesst nicht!“

1942 waren die Stolberger Roma isoliert. Sie waren gezwungen, sich von anderen Bürgern fernzuhalten. Sie mussten eine demütigende Untersuchung eines „Arztes des Rassenhygiene-Instituts“ über sich ergehen lassen, und wurden am 2. März 1943 schließlich zum Stolberger Hauptbahnhof verschleppt. Die Fahrt in das Vernichtungslager dauerte fünf Tage – ohne Nahrung. 1944 wurde auch der letzte dieser Stolberger ermordet.

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