Männergesangsverein: Reife Leistung der Büsbacher Herren

Von: mlo
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Vorzügliche Stimmgewalt: Unter der Leitung von Josef Otten und unterstützt von Anna Fischer lieferte der Männergesangsverein Büsbach zu seinem 40-jährigen Bestehen eine vorzügliche Leistung mit 21 Stücken aus 15 unterschiedlichen Opern ab. Foto: Otten

Stolberg-Büsbach. Seit 40 Jahren singen die Herren des Büsbacher Männergesangvereins unter der professionellen Leitung von Josef Otten. Wie fruchtbar diese Zusammenarbeit ist, zeigte der Chor erneut beim Frühjahrskonzert unter dem Titel „Opernblüten“.

Dahinter versteckten sich 21 Stücke aus 15 Opern. Für die Begleitung am Flügel trug Theo Palm die Verantwortung. Der Profi spielte nonstop und ersetzte ein ganzes Orchester. Als Gast wirkte Altistin Anna Fischer mit und auch der Chef selbst ließ sich in verschieden Partien vernehmen.

Im voll besetzten Saal bei „Angie’s“ eröffnete und beendete der Chor das Konzert mit Kreutzers „Nachtlager in Granada“, dessen Abendchor „von einem ruhigen Gewissen, das den Schlaf versüßt“ handelt. Otten präsentierte sich dann als Groß-Inquisitor aus der Oper „Don Carlos“, der im Bunde vereint mit den Männern den Mönchschor anstimmte.

Von Giuseppe Verdi gefiel der Soldatenchor aus „Troubador“. Im Gefangenenchor aus Beethovens „Fidelio“ ging es um die Sehnsucht, wieder freie Luft zu atmen. Günter Goertz und Hans Dohlen übernahmen hier die Soli. Sichtliche Freude hatten nicht nur die Saalgäste, auch die Männer spürten den Funken, der auf das Publikum übergesprungen war.

Mit dem Jägerchor aus „Der Freischütz“ von Carl Maria von Weber, einer Szene aus Bizets Oper „Die Perlenfischer“ und dem Pilgerchor aus „Tannhäuser“, einer romantischen Oper von Richard Wagner, dem Otten die Szene des Wolfram vorausgeschickt hatte, zeigten die Männer eine reife Leistung.

Anna Fischer startete mit der Romanze „Voce di Donna“ aus La Gioconda (Die Heitere) von Amilcare Ponchielli, die sie tonschön und ausdrucksstark interpretierte. Zum Schönsten, was für die französische Oper komponiert wurde, gehört „Samson et Dalila“ aus der Feder von Camille Saint-Saens. Fischer sang die verführerische Arie der Dalila „Mon coeur s’ouvre à ta voix“ sinnlich und hingebungsvoll. Aus den lustigen Weibern von Windsor hatte sie die Ballade „Vom Jäger Herne“ ausgewählt, aus Rheingold sang sie im Duett mit Josef Otten die Warnung der allwissenden Erda „Weiche Wotan, weiche“.

Gelungene Effekte

Nach der Pause ging es mit „Margarete“ von Charles Gounod weiter. Nach dem Soldatenchor sang Josef Otten als Mephistopheles im „Rondo vom goldenen Kalb“ von der Macht des Geldes.

„Cavalleria Rusticana“ (Sizilianische Bauernehre) stand als nächste Oper auf dem Programm. Zunächst spielte Theo Palm das wunderschöne „Intermezzo Sinfonico“. Den Osterchor „Lasst uns preisen den Herrn“ hatte Josef Otten für seinen Männerchor umgeschrieben. Mit Anna Fischer als Santuzza geriet diese Darbietung zu einem erhebenden Erlebnis. Es ging dann Schlag auf Schlag. Die mitreißenden spanischen Rhythmen und blühende Melodik haben Bizets „Carmen“ zu einer der populärsten und meist aufgeführten Opern werden lassen.

Bekannte Melodien wie die der Seguedilla in der Kneipe von Lillas Pastia (“Près des remparts de Séville“), wo Carmen die Gäste und Soldaten mit ihrem Gesang und Tanz anfeuert, im „Toreromarsch“, dem „Lied des Escamillo“, oder der „Habanera“ der Zigeunerin, die darin ihre Gleichgültigkeit gegenüber den Liebesbeteuerungen und Annäherungsversuchen ihrer vielen Verehrer zum Ausdruck bringt, entführten nach Sevilla und Umgebung. Ein sehr schöner Effekt war das begeisterte Pfeifen einiger Sänger bei den letzten Takten des Torero-Marsches.

Großes Finale gab es dann mit dem „Waffenschmied“, einer komischen Oper von Albert Lortzing. In der Arie der Irmentraut setzte Anna Fischer nochmals einen Glanzpunkt, deren bissiger Text „von den heut’gen Männern allen ist doch keiner etwas wert“ die Boshaftigkeit einer alten Jungfer widerspiegelte. Der Büsbacher Männerchor und sein Leiter machten die Stadinger-Szene zu einem wahren Ohrenschmaus. „Das soll ein Tag der Freude sein“ sangen die Herren zum Abschluss.

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