Madrigalchor Aachen löst in Finkenbergkirche tosenden Beifall aus

Von: mlo
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Mal wundersam leicht und anrü
Mal wundersam leicht und anrührend, mal fröhlich-beschwingt: Doppelchörig singen ist kein Problem für den Madrigalchor Aachen unter der Leitung von Hans Leenders. Foto: M.-L. Otten

Stolberg. Der Beifall in der voll besetzten Finkenbergkirche sprengte das gewohnte Maß des bisher üblichen. Nach dem letzten Ton des leuchtkräftigen polyphonen Satzes „Kommt herzu, lasset uns dem Herrn frohlocken” von Johann Gottfried Schicht erhoben sich die Zuhörer von den Sitzen und spendeten dem Madrigalchor Aachen tosenden Applaus.

Hatte dieser doch unter der sensiblen Leitung von Prof. Hans Leenders, Kantor und Organist der Liebfrauen-Basilika in Maastricht, ein hochkarätiges Konzert von unglaublicher Qualität geboten.

In den prachtvollen Klängen aus der Barockzeit vermittelten die 27 Sängerinnen und Sänger intonationssicher und mit wundersamer Leichtigkeit den Reiz eines jeden Stückes. In der anrührenden Motette „Die mit Tränen säen, werden mit Freuden ernten” von Heinrich Schütz wechselten lange Seufzerketten mit tanzendem Dreiertakt und fröhlichen Achtelbewegungen.

Eine anschaulich und ergreifend gemalte biblische Szene war die Geschichte vom Tode Jakobs. Johann Hermann Schein, aus dem Erzgebirge stammend, war als Leipziger Thomaskantor der prominenteste Vorgänger Bachs. Er entwickelte eine große musikalische Ausdrucksweise im Umgang mit dem Bibelwort innerhalb der lutherischen Kirchenmusik.

Johann Christoph Bach nimmt einen wichtigen Platz in der Geschichte der Motette zwischen Schütz und J.S. Bach ein. Seine achtstimmige Adventsmotette „Lieber Herr Gott, wecke uns auf” wurde äußerst konzentriert und fröhlich-beschwingt angestimmt. Nahezu unbekannt ist Johann Schelle, der von 1677 bis zu seinem Tode auch Leiter des Thomanerchores zu Leipzig war. Von seinen über 200 Kompositionen wurden nur 47 überliefert.

Zu seinen Lebzeiten wurde nur die doppelchörige Motette „Christus ist des Gesetzes Ende” gedruckt, die der Chor stimmschön und in verständlicher Aussprache präsentierte. Gleichwertiger Partner des Chores an der Orgel war Gunther Antensteiner, der bei Hans Leenders am Konservatorium Maastricht Improvisationskurse belegt hatte. Sein Block gehörte ausnahmslos Johann Sebastian Bach. Der Kantor vom Finkenberg spielte in gewohnter Manier eindrucksvoll und feinfühlig. „Pastorale in F-Dur” und eine fünfsätzige Orgelkomposition über das Weihnachtslied „Vom Himmel hoch, da komm ich her”, die Bach in seinen letzten Lebensjahren entwickelt hatte, wären für den Instrumentalteil ausreichend gewesen.

Manch einer schaute schon auf die Uhr, da folgten noch sechs weitere teilweise rhythmisch raffiniert und ausdrucksstark angelegte Stücke aus dem Orgelbüchlein. Den Schlusspunkt nach dem Jesajawort 54,7-8 von Johann Ludwig Bach setzte der Chor mit Johann Gottfried Schichts „Alles was Odem hat, lobe den Herrn”.

Diesen Lobpreis nutzte der Chor noch einmal, um seine Möglichkeiten der Klanggestaltung darzubieten.
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