„Made in Stolberg“ steht hoch im Kurs

Von: Heike Eisenmenger und Michael Grobusch
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Die Narren- Piratengarde aus Vicht steuerte mit ihrem Schiff zunächst das Stolberger Rathaus und später die Altstadt an. Foto: H. Eisenmenger (4)/M. Grobusch (2)

Stolberg. Vom weltweiten Netz ins beschauliche Stolberg ist es nur ein Katzensprung – und so tanzt man auch hier den „Gangnam Style“. Eine Gruppe hochmotivierter junger Männer, die den Rosenmontagszug am Steinweg erlebten, hatte sich in hautenge Power-Rangers-Kostüme gezwängt und bewegte sich mit beeindruckender Ausdauer zur Musik.

Die gut gelaunten Jungs in ihren auffälligen Outfits waren stellvertretend für die vielen Jecken am Wegesrand, die trotz Schnee und grau verhangenem Himmel den Höhepunkt des Straßenkarnevals nicht verpassen wollten. Denn wer ein echter Jeck ist, der vertreibt die Kälte mit frohen Gedanken, Dauerschunkeln und Lachattacken.Es gab viel zu sehen beim Rosenmontagszug 2013. „Made in Stolberg“ stand dabei ganz hoch im Kurs.

Das galt auch für die Galmeiveilchen um Roland Hagen. Die 30-köpfige Gruppe der Stolberger Löwen sorgte für einen unübersehbaren Farbklecks im trüben Wetter und sollte ebenso wie das Original unter Schutz gestellt werden – damit die Narren auch in den nächsten Jahren und Jahrzehnten Spaß an ihnen haben werden.

„Spaßvögel“ seit 30 Jahren

Derartige Zeiträume haben die „Spaßvögel“ bereits hinter sich gebracht. Exakt zum 30. Mal beteiligte sich der dynamische Haufen am närrischen Geschehen und bewies nicht nur mit einem Konfetti-Feuerwerk, dass sein Name nicht zufällig gewählt worden ist. In die Jahre gekommen ist auch das Technische Hilfswerk der Kupferstadt: Jetzt werden schon Greise mit Rollator zu Einsätzen geschickt. Keine Bange, das war nur ein Scherz, feierte das THW doch im vergangenen Jahr seinen 60. Geburtstag.

Auf ein langes Wirken und eine stolze Tradition blicken auch die Trompetenbläser vom Donnerberg. Am Fettdonnerstag nach Aussage von Geschäftsführer Wolfgang Hanf noch aus Protest gegen die vernachlässigende Behandlung im Vorjahr dem Geschehen am Alter Markt ferngeblieben, war das Ensemble am Montag – natürlich – wieder mit dabei.

Misstöne gab es auf der rund 1,5 Kilometer langen Strecke von der Eschweiler Straße bis zur Altstadt keine – im Gegenteil: Die musikalisch verbreitete gute Laune sprang wie der berühmte Funken allerorts auf die Zuschauer über.

Eine solche Begeisterung muss sich das Stolbärchen erst noch erarbeiten. Als Neuling im närrischen Lindwurm machte das Maskottchen des Jugendamtes zwar eigentlich eine gute Figur, blieb aber gleichwohl nicht selten unerkannt im großen Kreise der KG Echte Frönde. Da war es schon gut, dass Karina Wahlen und Hans-Josef Wellmann den guten Freund vieler Stolberger Kinder ausgemacht hatten und ihn namentlich begrüßten.

Wie im Übrigen auch viele andere Teilnehmer des Rosenmontagzuges. In gewohnt unterhaltsam-eloquenter Art moderierten die stellvertretende Bürgermeisterin und der langjährige Vorsitzende des Karnevalskomitees von der Treppe des alten Rathauses aus und sorgten damit nicht nur für beste Stimmung, sondern zudem für viele interessante Informationen.

Das galt auch für Josef Behlau an der Steinweg-Bühne. Alle drei ließen wie das gesamte Narrenvolk Daniel I. hochleben. Die Stolberger Tollität wurde frenetisch gefeiert, die Fahrt auf dem Prinzenwagen so zu einem Triumphzug.

Karneval in Venedig

Die Liebe zur Kupferstadt trägt manchmal seltsame Stilblüten: „De Lörese“ etwa trugen die Burg auf ihrem Schopf spazieren. Das sah gut aus und schützte gleichzeitig vor den Schneeflocken. Doch nicht nur Stolberg stand im Fokus des närrischen Treibens. Karneval in Venedig wurde ebenfalls gefeiert, und es war schon erstaunlich, wie unterschiedlich sich die Jecken diesem Thema näherten. Manche Dame erschien im opulenten, venezianischen Outfit mit reich verzierter Maske und Abendrobe. Aber es geht auch spartanischer – etwa als Taube auf dem Markusplatz.

Wer nach diesem langen Wochenende noch nicht genug hat vom närrischen Treiben, der kann sich am heutigen Veilchendienstag eine finale Zugabe gönnen: Um 16 Uhr startet in Schevenhütte ab dem Sägewerk der letzte Zug der Session. Und auch dort werden sicherlich noch einmal jede Menge Jecken auf den Beinen sein – egal bei welchem Wetter.

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