Stolberg - Made in Stolberg: Qualität, die in ganz Europa geschätzt wird

Made in Stolberg: Qualität, die in ganz Europa geschätzt wird

Von: Dirk Müller
Letzte Aktualisierung:
9241291.jpg
Dr. Siegfried Brandtner, Geschäftsführer und Gesellschafter der Innolabtec GmbH. Foto: D. Müller
9241289.jpg
Die Flexline vereint vier Reaktionsansätze und eine saubere Arbeitsumgebung auf kleinem Raum.

Stolberg. Es ist eine klassische Erfolgsgeschichte des Kupferstädter Mittelstands: 1999 gründete der Chemiker Dr. Siegfried Brandtner das Unternehmen Innolabtec – in einer Garage. Heute beliefert die Firma Kunden in ganz Europa mit innovativer Labortechnik.

„Wir bedienen Nischenmärkte in der chemisch-pharmazeutischen und der Lebensmittelindustrie. Für unsere sehr spezielle Produktsparte gibt es in Deutschland vielleicht fünf oder sechs potenzielle Kunden. In Europa sind es aber mehr als 40“, beschreibt der Innolabtec-Geschäftsführer und Gesellschafter. Aus besagter Garage zog die GmbH im Zuge des Wachstums bald aus und mietete Firmenräume am Rande des Mausbacher Industriegebietes an.

„Die waren allerdings wenig repräsentativ“, erinnert sich Brandtner. „Als sich dann einige Kunden unsere Produkte ansehen wollten, haben wir einen ,Showroom‘ im Dienstleistungszentrum angemietet.“ Nach diesem ersten Kontakt erfolgte 2009 der komplette Umzug des Unternehmens in das DLZ an der Cockerillstraße.

„Hier können wir projektbezogen bei Bedarf auch flexibel zusätzliche Räume nutzen, was ein großer Vorteil ist“, sagt Brandtner in einem der Büroräume, während ein Mitarbeiter, Sebastian Müller, in der Produktionshalle an einem Roboter für die Lebensmittelanalytik arbeitet.

Wenn diese Apparatur fertig gestellt ist, wird sie in der Schweiz von einem Unternehmen in der Qualitätssicherung eingesetzt und den Festfettgehalt von Schokolade und verwandten Produkten automatisch bestimmen.

Tierversuche unnötig machen

Im medizinischen Bereich machte Innolabtec sich mit Entwicklungen einen Namen, die Alternativen zu Tierversuchen ermöglichen. Das Unternehmen war daran beteiligt, Versuche an lebenden Kaninchen unnötig zu machen, weil stattdessen Chemikalien an den Augen bereits toter Tiere, die ohnehin für den Verzehr bestimmt sind, getestet werden können.

In der chemischen Industrie kommt eine andere Apparatur „made in Stolberg“ zum Einsatz: die Flexline. Sie bietet vier komplette Reaktionsansätze auf sehr kleinem Raum. „In einer klassischen Laboranordnung würden dafür rund 1,30 Meter Breite benötigt“, erklärt Brandtner. Die Flexline überzeuge die Kunden zudem durch sehr hohe Standards in puncto Arbeitssicherheit und eine saubere Arbeitsumgebung. „Das Ölbad wird durch Aluminiumzylinder als Temperiermantel ersetzt.“

Während die Kunden von Innolabtec in ganz Europa zu finden sind, verhalte es sich mit den Zulieferern anders: „Die sind alle aus dem Raum Aachen. Aus unserer Sicht sind die Infra- und die Versorgungsstruktur in der Städteregion hervorragend.“

Ursprünglich habe das Kupferstädter Unternehmen zum Beispiel mit einem Software-Entwickler in Norddeutschland zusammengearbeitet – heute mit einem aus der Region. „Kurze Wege sind für uns Trumpf“, betont Brandtner. Der Standort Stolberg sei in mehrfacher Hinsicht ein Vorteil für Innolabtec. „Wir profitieren etwa von der Nähe zu den Universitäten und den Kooperationen mit jungen Leuten, die oft andere Sichtweisen haben und neue Ideen in Projekte einbringen.“

Bei der europaweiten Kundenausrichtung des Unternehmens sei die Lage nahe Belgien, den Niederlanden und Luxemburg ein Plus. „Und natürlich, dass wir mit Maastricht, Köln-Bonn und Düsseldorf drei Flughäfen ganz in der Nähe haben.“ Die Auftragslage bezeichnet der Innolabtec-Chef vorsichtig als „zufriedenstellend“, sagt aber im gleichen Atemzug, das Unternehmen blicke positiv in die Zukunft. Denn das Attribut „made in Germany“ habe heute einen anderen, höheren Stellenwert als vor zehn Jahren.

„Die Qualität deutscher Produkte war hoch, und das war auch international anerkannt. Die Preise waren allerdings auch hoch, und bei den Kunden ging der Trend hin zu Billigprodukten.“ Bei Messen im Ausland habe er die Erfahrung gemacht, dass den Kunden inzwischen umso bewusster geworden sei, welche Vorzüge die qualitativ hochwertigen deutschen Produkte mit sich bringen – beispielsweise hinsichtlich der Lebensdauer.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert