Machbarkeitsstudie spricht für Streckenast bis Siersdorf

Von: gep
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Aldenhoven/Stolberg. Das Verkehrsplanungsbüro BVS Rödel & Pachan, Kamp-Lintfort, kommt in einer Machbarkeitsstudie zu dem Ergebnis, dass bei einem Ausbau der Euregiobahn von Alsdorf aus in Richtung Baesweiler ein Streckenast bis Siersdorf die vorteilhafteste Lösung wäre. Das sagte Kai Pachan bei der Vorstellung der Studie im Aldenhovener Gemeinderat. Die Variante Ost von ingesamt drei sei, so Pachan, „deutlich die beste“. Und sie ist die einzige Variante, die Siersdorf anbindet.

Die SPD reagierte enthusiastisch. Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven: „Wir wollen diese Anbindung“, denn „man muss manchmal Träume haben“.

Dagegen äußerte sich CDU-Fraktionschef Reinhard Paffen äußerst skeptisch. „Das ist so ohne Weiteres nicht zu machen.“ Wer die Lage vor Ort kenne, werde „aus den Träumen herausgerissen“. Denn die bevorzugte Trassenführung – neun Kilometer, davon fünf Kilometer ehemaliges EBV-Gleis – berühre 500 Hektar Ackerland, „die fruchtbarsten Böden in der Börde“, die „total diagonal“ durchkreuzt würden. Sollte diese Trasse realisiert werden, wäre „was los bei den Landwirten“ zwischen Baesweiler und Siersdorf. Und mit „einigen ist nicht zu spaßen. Die gehen bis zum Bundesverwaltungsgericht“, prognostiziert Paffen. Eine Flurbereinigung würde mindestens fünf Jahre dauern, und man müsste den Bauern Tauschland anbieten. Und den avisierten Siersdorfer Bahnhof an der L 109 in Richtung Bettendorf „können Sie vergessen“. Solle die Strecke realisiert werden, müsse eine ganz andere Trassenführung ins Auge gefasst werden. Da neben der Flurbereinigung, so der Siersdorfer Christdemokrat, auch noch Auflagen des Eisenbahngesetzes abgearbeitet werden müssten, seien bis zur Realisierung 10 bis 15 Jahre zu veranschlagen.

Planer Pachan, die EVS Euregio Verkehrsschienennetz, Stolberg, und der Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) sind da optimistischer. So habe die EVS, die als Infrastrukturbetreiber 2001 von der Deutschen Bahn 100 Kilometer Schienenstrecke übernommen hat und auch im Besitz der ehemaligen Grubenbahn-Gleise ist, etwa einschlägige Überland-Erfahrungen durch den Neubau der drei Kilometer langen Strecke Langerwehe-Weisweiler 2009, die die Eschweiler Talbahnstrecke mit der Haupstrecke Köln-Aachen der Deutschen Bahn in Langerwehe verknüpft.

Auf dem Streckenast nach Siersdorf rechnet Pachan mit einem Aufkommen von täglich 700 bis 1100 Fahrgästen. Die Zahl reiche gerade für eine Bestandstrecke. Allerdings sind aus Sicht des NVR „500 bis 800 mehr gewünscht“. Ein Zuwachs, den der „induzierte Neuverkehr“ generieren könne: Weil es dieses neue Nahverkehrsangebot gibt, nutzen mehr diese Möglichkeit, um nach Setterich oder Baesweiler zu gelangen.

Für Paffen sind die Zahlen zu hoch gegriffen. Das gebe das Passagier-Potenzial vor Ort nicht her.

Die Baukosten veranschlagt der Planer bei „vorsichtiger Rechnung“ auf 13,5 Millionen Euro, doch ist er überzeugt, dass die EVS es billiger bewerkstelligen könne.

Allerdings ist es für die EVS und den NVR klar, dass die Kommunen „im Umfeld einiges tun müssen“. Dazu zählten Park+Ride-Parkplätze und Wohnbebauung in der Nähe der Haltepunkte. Was aber sicherlich auch notwenig ist, sei ein „langer Atem“.

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