Machbares und Perspektiven für Stolberger Vereine

Von: Jürgen Lange
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Quo vadis? Welchen Weg nimmt d
Quo vadis? Welchen Weg nimmt die Förderung des Sportes in der Kupferstadt und wie führt der Weg zu neuen Kunstrasenplätzen? Über die Zukunft der Stolberger Vereine können heute Abend in „Angies Bistro” unsere Leser mit Betroffenen und Verantwortlichen diskutieren. Foto: J. Lange

Stolberg. Auf die Landesverfassung berufen sich Sportvereine gerne, wenn sie von der Kommune gefördert werden wollen. Dort steht im dritten Absatz des Artikels 18 „Sport ist durch Land und Gemeinden zu pflegen und zu fördern”.

Doch was bedeutet diese Verpflichtung in der Praxis? Ist es bei diesem Anspruch mit einer ideellen Unterstützung getan oder muss Geld fließen? Für die Schaffung von Rahmenbedingungen wie Sportstätten oder in eine aktive Unterstützung einzelner Athleten?

Wie viel Geld sollte es sein oder wie viel Geld kann es sein in Zeiten von Überschuldung und leerer Kassen? Wie viel Geld darf es sein, wenn überall gekürzt wird und auch weitere Ziele der Verfassung unter dem monetären Mangel zu leiden haben sowie Staat und Gemeinden an die Steuer- und Gebührenschraube kräftig anspannen? Kann oder muss es sich eine Stadt in der Lage Stolbergs leisten, in neue Sportanlagen zu investieren, während gleichzeitig alle Bürger durch erheblich erhöhte Abgabensätze kräftig zur Kasse gebeten werden?

Es ist die Ära des Mangels, in der die Zukunft Stolberger Vereine zu einem Reizthema wird, denn ohne zeitgemäße Möglichkeiten, dem Sport nachgehen zu können, steht auch die Zukunft der Vereine auf dem Spiel. Insbesondere um das Thema Sportanlagen dreht sich das Forum unserer Zeitung, bei dem heute Abend ab 18.30 Uhr im Saal von „Angies Bistro” an der Büsbacher Konrad-Adenauer-Straße informativ, sachlich und fair, aber sicherlich auch kontrovers diskutiert werden soll - mit Betroffenen und Verantwortlichen auf dem Podium wie auch im Saale. Die Meinung unserer Leserinnen und Leser zählt.

Kunstrasenplätze

Dabei wird sich der Ball der Wortgefechte sicherlich, aber nicht nur um den Fußball drehen. Neidisch betrachtet wird vielfach der VfL Vichttal, der mit einer städtischen Finanzspritze von 250 000 Euro und jede Menge Eigenleistung eine moderne Sportanlage mit dem ersten Kunstrasenplatz in Stolberg aus dem Boden stampft. Mit einer solchen Summe wäre die SG Stolberg schon einen gehörigen Schritt weiter, dem Gressenicher Aschenplatz einen Kunstrasen überzustülpen.

Mit dem Angebot der großen Koalition, mit 900 000 Euro plus Grundstück den Ausbau des Sportzentrums Breinig zu fördern, aber auch Einnahmen aus dem Erlös von Bauland verbuchen zu können, weist die bisherige Kalkulation des Spielvereins ein Finanzierungsloch auf, weil er auf eine stärkeres Engagement der Stadt gesetzt hatte. Können und wollen die Breiniger die Lücke aus eigener Kraft stopfen oder droht das ambitionierte Projekt zu scheitern?

Fußball oder Leichtathletik


Offiziell wird über ein Budget für einen Ausbau des Stadions Glashütter Weiher noch nicht geredet; aber von einem Bedarf von knapp vier Millionen Euro ist die Rede. Der aus Frisch-Froh und SSV hervorgegangene FC Stolberg will dort bei einem Zusammenschluss mit dem SC Münsterbusch eine neue Heimat finden. Doch können sich Fußballer am Glashütter Weiher mit den dort heimischen Leichtathleten arrangieren oder muss für sie eine neue Kampfbahn, beispielsweise hinter dem Goethe-Gymnasium, ausgebaut werden?

Doch damit ist noch nicht über die Zukunft beispielsweise von Grün-Weiß Mausbach, FC Columbia und TSV Donnerberg gesprochen. Können sie eigenständig überleben oder müssen sie sich Partner suchen? Wie werden sich an den Stadträndern Dorff, Schevenhütte, Venwegen und Atsch orientieren? Und welche Zukunft hat der Adler Büsbach, wo es doch Überlegungen gibt, mit dem Ende der Hauptschule auf der Liester das Gelände bis zur Kranensterzstraße einmal als Bauland vermarkten zu können.

Doch der Begriff Sport ist beileibe nicht nur mit Fußball gleichzusetzen. Die Reitergemeinschaft Stolberger Pferdefreunde sucht einen neuen Stall, weil die Stadt das von ihr genutzt Turniergelände in ein Neubaugebiet umwandeln will. Kommt es zu einer Partnerschaft mit dem Büsbacher Reiterverein? Reitersleut und Tennisspieler mussten sich im Gegensatz zu Fußballern schon seit jeher selbst um die Schaffung und Unterhaltung ihrer Anlagen kümmern. Entspricht denn diese Ungleichbehandlung der in der Landesverfassung verankerten Sportförderung?

Beteiligung an Verbrauchskosten

Oder wie sieht es beim Vergleich der Fußballer mit den Sportlern in den Hallen aus? Kicker verbinden ihre Zukunftsperspektiven mit neuen Sportanlagen und erhalten noch Motivationsboni, wenn sie bei Duschen, Flutlicht, Heizung & Co. weniger verbrauchen - zumindest noch bis Ende 2015. Können sich danach die kleinen Klubs überhaupt noch bezahlte Spieler und die Nutzung eines Vereinsheims leisten?

Sportler in den Hallen

Turner und Judoka, Volley-, Basket- und Handballer, Badminton- und Tischtennis-Cracks, Schwimmer und Wasserballer werden bereits anteilig für Energiekosten zur Kasse gebeten, wenn sie städtische Hallen nutzen. Für diese Vereine stellt sich die Frage nach der Zukunft gänzlich anders. Und so mancher Nutzer einer Mehrzweckhalle fragt sich, ob deren Zustand und der der Sportgeräte gegenwartsgerecht geschweige denn zukunftsweisend sind. Während einige Hallensportvereine Übungsstunden abgeben, sind andere auf der Suche nach Übungsorten. Und im Jugendbereich müssen die Trainingseinheiten für alle Altersklassen zunehmend auf die Abendstunden konzentriert werden, weil der Nachwuchs erst nachmittags aus der Schule kommt.

Diskutieren Sie mit!

Auch in dieser Situation sehen viele Vereine Stadt und Land zunehmend gefordert, den Sport zu pflegen und zu fördern. Doch was kann die Kommune noch leisten, was kann sie sich leisten und welche Belastungen kann sie ihren Bürgern zumuten? Wie man sieht, wird das Geflecht zwischen (fehlenden) Finanzen, Wünschen, Machbaren und Erwartungshaltungen schnell zu einem Reizthema. Antworten auf diese Fragen wollen wir versuchen, heute Abend in gemeinsamen Diskussionen zu finden. Machen Sie mit! Forum: Heute geht es um die Zukunft der Vereine

Am heutigen Donnerstag, 18. Oktober, soll das Reizthema Sportplätze in einem öffentlichen Forum diskutiert werden. Sie als Leserinnen und Leser sind herzlich zu der Veranstaltung eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Veranstaltungsort ist „Angies Bistro”, Konrad-Adenauer-Straße 140, in Stolberg-Büsbach. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Teilnehmersind Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, die Fraktionsvorsitzenden von CDU und SPD, Tim Grüttemeier und Dieter Wolf, Michael Frey (VfL Vichttal), Albert Willems (SV Breinig), Günter Poick (Berater FC Stolberg und SC Münsterbusch) und Peter Jandeleit (LG Stolberg). Moderiert wird die Veranstaltung von unseren Redakteuren Michael Grobusch und Jürgen Lange.


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