Luther und seine Verbindungen zu Stolberg

Von: ch
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Ein Kumpel aus Niederländisch-Limburg zu Gast in Mausbach: Zum Vortragsnachmittag des Arbeitskreises Geschichte brachte Hans Jacobs nicht nur seine Originalkluft, sondern auch eine Grubenlampe mit. Zur Freude der Vorstandsmitglieder Dr. Hedwig Pötters und Bernd Kreutz.

Stolberg-Mausbach. Am Galmei, das früher in Diepenlichen und anderswo rund um Stolberg gefördert wurde, könnte es wohl auch gelegen haben: „Das Aachener Land und Luther“, so der Titel eines Nachmittags mit Vorträgen, zu dem der Arbeitskreis Geschichte Mausbach ins Pfarrheim des Ortes eingeladen hatte, zeigte jedenfalls eine Menge von Verbindungen zwischen der Region und dem Reformator und seinen geistigen Erben auf.

Ein Zuhörer hatte sogar die Anreise aus den grenznahen Niederlanden nicht gescheut: Hans Jacobs, Kumpel im Ruhestand, war in seiner originalen Bergmannskluft plus Grubenlampe angereist. Reichliche Kost boten Arbeitskreis-Vorsitzender Stephan Kreutz und seine Mitstreiter ihren Gästen – nicht nur, aber auch mit eigenen Kräften: Dr. Hedwig Pötters verlas nicht nur den Vortrag „Kupfermeister, Messing und Protestantismus – einige Gedanken zum Luther-Jahr“ von Lokalhistoriker Friedrich Holtz, sondern erläuterte in einem weiteren Referat die, so der Titel, „Wirtschaftsgeografie zur Zeit von Luther“.

Noch mehr in die Tiefe (im wahrsten Sinne des Wortes) ging Prof. Dr. Dieter Neuschütz aus Herzogenrath, der in seinem Beitrag „Vom abhängigen Kupferschläger zum selbstständigen Kupfermeister – und zum glühenden Protestanten“ die Wechselwirkung zwischen den aus dem Fürstbistum Lüttich emigrierten Handwerkern und den späteren Trägern der Reformation in und um Aachen herstellte.

Aus erster Hand schöpfte Diplom-Ingenieur Klaus Schleicher, ist er doch ein Spross aus einem der vornehmsten Kupfermeister-Geschlechter Stolbergs. In seinem Referat „Das Aachener Land und Luther – eine Betrachtung unkonventioneller Art“ stellte der Kenner der Materie zwischen dem Kupferbergbau im Mansfelder Land, der Heimat Luthers, und der Messing-Erzeugung in seiner Heimatstadt her. Die Abnehmer in der Region seien mühelos in der Lage gewesen, die gesamte Produktion aus den Bergwerken im heutigen Sachsen-Anhalt zu verarbeiten.

Dicht am Thema blieb auch Professor Dr. Roland Fuchs. Der Arzt und Kenner der regionalen Geschichte, selbst bekennender Protestant, dokumentierte nicht nur das tolerante Klima unter Herzog Wilhelm V. dem Reichen von Jülich-Kleve-Berg, sondern stellte darüber hinaus unter dem Titel „Die Kupfermeister und ihr Glaube“ dar, wie sich das innige Verhältnis zur Religion auch niederschlug – in der Gründung der reformierten Schule anno 1655, in der von 1796 bis zu seinem Tod im Jahre 1845 der auch als Insektenforscher bekannt gewordene Johann Wilhelm Meigen unterrichtete – auch er ein Zeuge evangelischen Glaubens in der Kupferstadt.

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