Stolberg - Luther-Musical: Ablass-Blues und Reformationsbrötchen

Luther-Musical: Ablass-Blues und Reformationsbrötchen

Letzte Aktualisierung:
15618331.jpg
Szenen aus dem Leben des großen Reformators: Hier besucht Luther seinen Freund Lukas Cranach und beauftragt ihn mit der Vervielfältigung seiner 95 Thesen. Foto: Merve Polat

Stolberg. „Luther war doch ein totaler Emo“, merkte Omi Lehmanns Nichte Susi nach Luthers Zweifellied an. „Ein was?“, fragte Omi Lehmann und erntete viele Lacher aus dem Publikum. Mit Witz und einem Augenzwinkern nahmen Omi Lehmann und ihre Nichten Susi und Katharina im Musicalstück „Mönsch Martin!“ die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Reformationszeit.

Anlässlich des 500. Jahrestags der Reformation hatten acht junge Akteure im Alter von sechs bis 14 Jahren mit Pfarrer Axel Neudorf eine Woche lang das kindgerechte Musicalstück aus der Feder von den Dresdener Kantoren Ulrich Meier, Enrico Langer und Matthias Grummet einstudiert. Im ökumenischen Gemeindezentrum Frankental gab es für das Publikum bei der Premiere Ablass-Blues, Thesen-Rap und Bibelübersetzer-Samba.

Die kurze Vorbereitungszeit war den jungen Bühnendarstellern zwar an der einen oder anderen Stelle anzumerken, doch machten sie das alle mit begeistertem Schauspieleinsatz wieder wett und erheiterten mit kleinen Versprechern das Publikum, das die Darbietung mit viel Applaus belohnte.

Und so schlug Omi Lehmann, die mit ihren Nichten den Sonntagsgottesdienst besuchte, die Brücke zwischen der Reformationszeit und heute. Bevor das Eröffnungslied folgte, forderte Pfarrer Neudorf das Publikum zum Mitsingen auf: „Martin Luther wollte, dass alle Menschen im Gottesdienst singen und deswegen sind Sie heute unser Chor.“ Dieser Aufforderung kamen die Zuschauer gerne nach.

Den Anfang nahm die Geschichte mit dem Mönch Martin Luther, dessen Leben von Zweifeln und der Angst vor Gott geprägt war. In Wittenberg, wo er an der Universität die Bibel studierte, kam Luther mit Ablassbriefen in Berührung.

In der heutigen Zeit sind Susi und Katharina verblüfft über die Tatsache, dass die Menschen einst glaubten, sie könnten sich mit Ablassbriefen von ihren Sünden freikaufen. Omi Lehmann erklärte: „Die Menschen konnten es nicht besser wissen, denn sie konnten weder lesen noch schreiben.“

Luther indes machte eine große Entdeckung: Gottes Liebe müsse man sich nicht verdienen, denn er habe jeden lieb, der ihm vertraue.

Die Geschichte führte das Publikum von Lukas Cranach, der Luthers 95 Thesen vervielfältigen sollte, über die Bannandrohungsbulle vom Papst bis hin zum Reichstag zu Worms: „In Worms wurde Luther von den Menschen begeistert begrüßt“, erzählte Omi Lehmann.

„Deutschland sucht den Superstar 1521“, kommentierte Nichte Katharina und brachte mit dieser Aussage das Publikum zum Lachen. Nach der Bibelübersetzung auf der Warburg und der Rückkehr nach Wittenberg, verließen Omi Lehmann und ihre Nichten den Gottesdienst, doch nicht ohne darauf hingewiesen zu werden, dass Nichte Katharina den gleichen Namen trägt wie Luthers Ehefrau. Letztere backte ihm in der letzten Szene schließlich Reformationsbrötchen, bevor das Musical mit dem Lied „Mönsch Martin!“ sein Ende fand.

Großer Applaus

Während der einwöchigen Einstudierung wurde zusammen gekocht, mit Hilfe der Eltern Kostüme geschneidert und geprobt. „Wir wollten kein schweres, bierernstes Stück erzählen, sondern eines mit Augenzwinkern“, sagte Neudorf.

Dass dies mit der Inszenierung „Mönsch Martin!“ gelungen war, zeigten das Gelächter und der große Applaus des Publikums.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert