Lukas Franzen ist neuer Inklusionsbeauftragter der Kupferstadt

Von: Dirk Müller
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Der neue Stolberger Inklusionsbeauftragte Lukas Franzen arbeitet an einem Leitbild für die Kupferstadt, das die gesellschaftliche Teilhabe aller Menschen im Blick hat. Foto: D. Müller

Stolberg. Der neue Inklusionsbeauftragte der Kupferstadt ist Lukas Franzen. „Und damit der einzige kommunale Inklusionsbeauftragte in der Städteregion“, beschreibt Bürgermeister Tim Grüttemeier, dass es der Stolberger Stadtverwaltung ein wichtiges Anliegen sei, „das Thema Inklusion von der philosophischen Ebene in die Praxis zu tragen“.

Lukas Franzen wohnt derzeit in Aachen, ist aber in der Kupferstadt aufgewachsen und mit Stolberg zudem dank seiner langjährigen journalistischen Tätigkeit für unsere Lokalredaktion vertraut.

Der 26-Jährige studierte Politische Wissenschaft, Volkswirtschaftslehre und Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der RWTH Aachen und schloss mit dem Bachelor of Arts ab. Von 2008 bis 2011 absolvierte Franzen eine Ausbildung zum Medienkaufmann beim Aachener Zeitungsverlag, ab 2009 war er zunächst als freier Mitarbeiter für die Lokalredaktion Stolberg tätig, bevor er ein Volontariat aufnahm.

„Soziale Themen haben mich sowohl im Studium, als auch journalistisch immer besonders interessiert. Daher habe ich mich entschieden, nicht länger darüber zu recherchieren und zu schreiben, sondern den positiven gesellschaftlichen Wandel selbst aktiv mitzugestalten“, erklärt Franzen.

Als Journalist habe er gelernt, komplexe Themen verständlich darzustellen, was ihm als städtischen Inklusionsbeauftragten von Nutzen sei. Denn: „Die Kupferstadt begrüßt das Ziel der Inklusion, und zwar, wie es auch im Koalitionsvertrag steht, in allen gesellschaftlichen Bereichen“, sagt der Erste Beigeordnete und Sozialdezernent Robert Voigtsberger und betont: „Mit Lukas Franzen arbeitet die richtige Person an der richtigen Stelle.“

Keine Einbahnstraße

Tatsächlich sei Inklusion thematisch nicht auf Menschen mit Behinderung beschränkt, erläutert Franzen: „Inklusion bedeutet gesellschaftliche Teilhabe für alle Menschen. Auch Armut, Alter oder Migrationshintergrund und mehr können Menschen benachteiligen.“

Und Inklusion sei keine Einbahnstraße, bekräftigt Franzen: „Es ist ein Geben und Nehmen. Wir können viel voneinander lernen und profitieren.“ Innerhalb der Stadtverwaltung werde der neue Inklusionsbeauftragte abteilungsübergreifend arbeiten. „Ich bin Ansprechpartner für alle Bürger, Vereine und Institutionen“, beschreibt Franzen, dass er Schulen, Kitas, Kulturschaffende, Sozialverbände, Unternehmen, Politik, Verwaltung, Vereine und Bürger in ein großes Netzwerk zum Wohle der Inklusion einbinden will.

„Dabei sind wir in Stolberg in der guten Ausgangsposition, auf viel Bestehendes aufbauen zu können. Der in der Region einzigartige Verein Tabalingo und der inklusive Jugendtreff am Breiniger Berg sind nur zwei Beispiele.“

Langfristig strebe er eine Stolberger Teilhabekonferenz als konstantes und zentrales Forum mit allen Engagierten und Experten an. „Derzeit schaue ich in meiner Einarbeitungsphase über den Tellerrand und interessiere mich dafür, was andere Städte für die Inklusion tun. Und ich habe begonnen, ein Leitbild für die Kupferstadt hinsichtlich Inklusion zu entwickeln.“ Als kommunaler Inklusionsbeauftragter werde er künftig eng in die strategische Sozialplanung Stolbergs eingebunden sein. Aber auch die interkommunale Kooperation und Vertretung auf Städteregions- und Landesebene gehöre zu seinen Aufgaben.

Für Stolberg werde er einen Aktionsplan erarbeiten. „Dabei gilt es herauszufinden, welche Maßnahmen geeignet sind, die Teilhabe aller Menschen an möglichst vielen Bereichen des Lebens zu optimieren. Und natürlich sollen diese Maßnahmen auch in die Tat umgesetzt werden“, so Franzen. Damit dieses ambitionierte Ziel auch der wirtschaftlichen Realität des städtischen Haushalts standhalten kann, gehört auch die Akquise von Fördermitteln zu seinem Aufgabenbereich.

Ebenso wie die Öffentlichkeitsarbeit und die Sensibilisierung für das Thema Inklusion: „Nach wie vor gilt, dass Barrieren zuerst in den Köpfen der Menschen abgebaut werden müssen. Aber ich möchte auch mit positiven Gesichtspunkten für das Thema sensibilisieren, denn genauso richtig ist der Satz: Inklusion ist die Summe der Stärken eines jeden Einzelnen.“

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