Stolberg-Breinig - Lösungen gesucht, die kein Geld kosten

Lösungen gesucht, die kein Geld kosten

Von: -jül-
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Ein klassischer Konfliktfall auf der engen Wilhelm-Pitz-Straße in Breinig: Die von Geschäftsleuten favorisierten Parkplätze sind ein Hindernis für den Verkehrsfluss auf der Foto: J. Lange

Stolberg-Breinig. Eigentlich, so sagt Andreas Pickhardt, wäre das Thema ein Traum für jeden Städteplaner. Den Ortskern neu gestalten, Plätze aufweiten, Verkehr ordnen, Stellplätze schaffen, Grün mehren und das Leben lebenswerter machen.

Doch nicht nur in Breinig wird die Vision des Fachbereichsleiters eine Illusion bleiben. Stolberg hat kein Geld, ist von der Überschuldung bedroht und Träume werden auf nicht absehbare Zeite bleiben, was sie sind: Träume.

Nicht einmal für bauliche Maßnahmen sind ausreichend Euro in der Stadtkasse übrig: In Zeiten des Mangels müssen Schilder, Farbe, Poller und vielleicht noch Blumenkübel ausreichen, um die Verhältnisse auf der Landesstraße 12 in den Ortsdurchfahrten von Breinig und Breinigerberg zu ordnen und sicherer zu machen.

Angesichts solcher Rahmenbedingungen sind die Ideen, die die Stadtverwaltung seriös zur Lösung des Problems beitragen kann, naturgemäß recht überschaubar. Deshalb sind heute insbesondere die Bürger eingeladen, dazu mit intelligenten Konzepten beizutragen oder zumindest einmal für ein Stimmungsbild zu sorgen, mit welchen Alternativen sie sich anfreunden können. Dabei gilt das besondere Interesse den Antworten vom Breinigerberg. Denn dort, insbesondere auf der „freien” Strecke, lasse sich noch am einfachsten etwas zur Verkehrssicherheit realisieren. Wobei für den Planungschef im Rathaus solch provisorische Maßnahmen mit Schilder und Farbe wie auf der Atscher Sebastianusstraße ausscheiden. Denn wie der Name es sagt, sind es Provisorien, die nach einem erwarteten Ausbau durch den Landesbetrieb ein ordentliches Aussehen erhalten sollen.

Ordentlich könnte es auch auf der Verkehrsachse zwischen Breinig und Breinigerberg aussehen, falls das die Bürger mitmachen würden. Denn bei näherer Betrachtung ist die Strecke zwar eine Landesstraße, aber formal gesehen fehlt die Erschließung der an ihr entlang gebauten Häuser - sprich die Nebenanlagen wie Bürgersteig, Radweg und Parkplätze.

Eigentlich kein Problem. Eine Erschließungsanlage gilt als rentierliche Investition. Laut Baugesetzbuch haben die Anlieger 90 Prozent der Kosten zu tragen. In wie weit diese Aussicht heute Abend auf der Informationsveranstaltung auf Gegenliebe stoßen wird, möchte Pickhardt einmal abwarten.

In jedem Fall kann das Planungsamt drei Alternativen zur Auswahl bieten: Beide Fahrbahnseiten ausbauen oder eine Seite, vorzugsweise die südliche, weil auf der nördlichen schon ein provisorischer Fußweg vorhanden ist, oder aber alles belassen, wie es ist.

Schwieriger ist es dagegen aus der Sicht des Planungsamtes schon, das Spannungsfeld von Parkplatzbedarf, Verkehrsfluss und Geschwindigkeitsüberschreitung vor allem auf der engen Wilhelm-Pitz-Straße in den Griff zu bekommen. Wird dort geparkt, so analysiert Pickhardt, wird nicht zu schnell gefahren, aber der Begegnungsverkehr ist problematisch. Gar kein Problem ist das mehr, wenn nicht geparkt, dann aber gerne zu schnell gefahren wird. Werden aber versetzte Parktaschen angeordnet, dann fallen Stellplätze fort, was die Geschäftswelt ungern sieht. „Verkehrsmessungen haben ergeben, dass die gefahrenen Geschwindigkeiten in der Breiniger Ortsdurchfahrt nicht auffällig sind”, markiert Pickhardt, dass auch hier die Verwaltung auf gute Ideen aus der Bürgerschaft angewiesen ist.

Vorstellen kann das Planungsamt heute Abend eine Querungshilfe, die der Landesbetrieb im Bereich der Einmündung „An der Hoheburg” anlegen könnte.

Trotz subjektiv anderer Wahrnehmungen von Anwohnern gelte der Ortsausgang in Richtung Kornelimünster als ebenfalls „nicht auffällig”, unterstreicht Pickhardt. Verstöße seien nicht häufiger als an anderen Kreuzungen festzustellen. „Es liegen keine Daten dafür vor, sie als Unfallhäufungspunkt qualifizieren zu können.” Wünschenswert wäre dort für den Stadtplaner natürlich ein Kreisverkehr. Aber auch für ein solches Projekt gilt „ohne Moos nichts los - und Wünsche bleiben damit Träume.
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