Lösung für die Innenstadt: „Gastronomie“ ist das Zauberwort

Von: Dirk Müller
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Beim Dehoga-Forum machten sich Bürgermeisterkandidaten Gedanken über die Zukunft Stolbergs. Mehr gemütliche Gastronomie soll in die Innenstadt. Foto: D. Müller

Stolberg. Gedachte Lösungsansätze hat es bereits mehrere gegeben, doch jetzt überraschten vier der insgesamt sieben Bürgermeisterkandidaten mit einem Rezept gegen Leerstand und Verödung von Teilen der Stolberger Innenstadt. „Gastronomie“ war das Zauberwort – bei einer Frage- und Diskussionsrunde, zu der der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) eingeladen hatte.

Rainer Spenke, Geschäftsführer des Dehoga-Nordrhein, und Dirk Stock, Vorsitzender der Dehoga-Kreisgruppe Aachen Land, begrüßten im Romantik Parkhotel am Hammerberg den amtierenden Bürgermeister Ferdi Gatzweiler (SPD) und seine Herausforderer Dr. Tim Grüttemeier (CDU) und Klaus F. Kratz (UWG) sowie den parteilosen Kandidaten Alex Kaldenbach und Kupferstädter Gastwirte und Hoteliers.

„In Stolberg tut sich viel Positives, aber auch eine ganze Reihe Schwierigkeiten und Herausforderungen sind vorhanden“, leitete Stock ein. Ein Beispiel für letzteres sei der Steinweg mit seinen verwaisten Ladenlokalen. „Die Zukunft des Steinwegs kann eine attraktive Wohnbebauung, gepaart mit Gastronomie, sein“, schlug Kratz vor.

Kaldenbach setzte ebenfalls auf Gastronomie, ergänzte jedoch: „Wenn wir den Steinweg zudem zu einer Kunst- und Museumsmeile machen, erlangt die Stadt ein Alleinstellungsmerkmal.“ Erste Initiativen seien bereits gelungen, es gebe gute Beispiele und Ansätze. „Städte unserer Größenordnung werden keine Einkaufsstädte mehr“, erklärte Ferdi Gatzweiler und sprach sich dafür aus, in der Innenstadt Wohnraum für ältere Menschen zu schaffen – und auf gastronomische Angebote zu setzen.

„Wir müssen das als Stadt an einem Objekt vorleben“, plädierte der Bürgermeister. Eine Immobilie ansprechend und barrierefrei herzurichten, werde andere Besitzer ermutigen, ebenfalls zu handeln. Dem widersprach Tim Grüttemeier: „Statt einzelne Häuser über Jahre verteilt anzupacken, brauchen wir einen großen Aufschlag.“

Er könne sich den Steinweg gut mit Wohnraum und mit spezialisiertem Einzelhandel vorstellen. Zu etwa Feinkost- und Weinhandel gesellen solle sich: Gastronomie. Den Hoteliers und Gastwirten servierten die Bürgermeisterkandidaten mit dem Kaiserplatz noch einen „Nachtisch“: Dort gebühre der Außengastronomie mehr Raum, versicherten die vier Aspiranten unisono.

Grüttemeier sagte deutlich: „Auf dem Kaiserplatz gehört der Brunnen weg und Gastronomie hin.“ Gatzweiler bekräftigte: „Wer mir heute ein vernünftiges Konzept für Gastronomie auf dem Kaiserplatz bringt, kann morgen anfangen.“

Was die generelle gastronomische Entwicklung Stolbergs anbelangt, forderte Kaldenbach einen regelmäßigen runden Tisch, an dem Verwaltung und Politik, Gastronomen und Hoteliers regelmäßig zusammenkommen. Von Stock erfuhr der Bürgermeisterkandidat, dass es eine solche Institution mit dem Arbeitskreis Touristik seit geraumer Zeit gebe. „Es ist ein konstruktiver Arbeitskreis, in dem Vertreter aller Parteien und der Gastronomie, Künstler, Historiker und mehr engagiert sind“, führte Stock aus.

Kritik übte Kaldenbach an der touristischen Beschilderung in der Kupferstadt: „Touristen finden die Burg und die Altstadt nicht, und die Schilder der Hotelroute führen ins Nichts. Die Stadt muss handeln.“ Eva Carlitz vom Arbeitskreis Touristik klärte Kaldenbach darüber auf, dass die Schilder der Hotelroute nicht der Stadt gehören, sondern im Eigentum der Hoteliers seien, so dass die Verwaltung in diesem Punkt gar nicht handeln könne.

Carlitz verteidigte zudem das ganze Konzept der touristischen Beschilderung und erntete dafür Zustimmung seitens ihrer Kollegen aus dem Hotel- und Gaststättengewerbe.

Die Hoteliers verwiesen ihrerseits darauf, dass ihr Stammklientel nach wie vor aus Geschäftsreisenden bestehe, und deswegen schnelle Internetverbindungen im gesamten Stadtgebiet von Nöten seien.

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