Literaturkurs führt Romeo und Julia auf

Von: fay
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Die Gartenbewohner haben Frieden geschlossen und feiern das jetzt mit gemeinsamer Tanzeinlage. Romeo und Julia gab es jetzt für die Zuschauer einmal ganz verrückt. Foto: J. Faymonville

Stolberg. Romeo und Julia mal ganz anders und ganz schön verrückt. Das bekam das Publikum jetzt in der Aula des Ritzefeld-Gymnasiums zu sehen.

Der Literaturkurs der Q1 führte unter der Leitung von Lehrerin Anne Hommelsheim eine neue Interpretation des berühmten Dramas auf. Angelehnt an den Kinderfilm „Gnomeo und Julia“ standen sich an diesem Abend zwei befeindete Gartenzwergfamilien gegenüber. Der blaue und der rote Garten sind seit jeher verfeindet. Niemand wagt es, den Garten des Nachbarn zu betreten.

Wäre da nicht die rote Gartenzwergin Julia (Hannah Drummen). Sie hat im blauen Garten eine wunderschöne Orchidee entdeckt. Gegen den Willen ihres Vaters betritt sie das Revier der befeindeten Gartenzwergfamilie. Dabei begegnet sie Gnomeo (Luca Offermann), und es ist Liebe auf den ersten Blick.

Fehde der Familien

Doch der Liebe der beiden Zwerge steht wie in Shakespeares Drama die Fehde ihrer Familien im Weg. Graf Zinnoberrot (Jonas Dahmen) und Gräfin Blaublut (Chiara Franklin) kämpfen schon lange gegeneinander. Ausgetragen wird dieser Kampf von den skurrilen Bewohnern der Vorgärten, und das Publikum hat dabei genug Anlass, kräftig mitzulachen. Ausgefallene Figuren wie ein aufgedrehter Flamingo mit komischen Akzent (Salim Bouchnafa Garcia), der stumme Pils Schwammerl (Hendrik Wankum)oder ein rappender Gartenzwerg (David Königs) gewannen die Herzen der Zuschauer.

Einer der Höhepunkte des Nachbarschaftsstreits war bei der Aufführung das Rasenmäherrennen. Der rote Muskelprotz Tybalt (Ingolf Esser) und Gnomeo lieferten sich eine dramatische Verfolgungsjagd durch die Schule. Das Publikum verfolgte das Kopf-an-Kopf-Rennen vorbei an Lehrern und Schülern gespannt über eine Leinwand. Als Sieger fuhr Team-Rot in Slow Motion über die Ziellinie.

Für Gnomeo und Julia scheint ihre Liebe zwischen all den Streitereien hoffnungslos. Gnomeo sucht in seiner Verzweiflung Rat bei der Statue von William Shakespeare (Yassin Saddik). Dieser erwacht zum Leben und glaubt, dass die Beziehung der beiden wie in seinem Drama in einer Tragödie enden muss. Erst wenn der Familienstreit Gnomeo und Julia in den Tod getrieben hat, würden die Familien die Sinnlosigkeit ihres Streites erkennen. Am diesem Abend in der Schule endet die Geschichte allerdings anders. Die Katastrophe kommt in Form einer Abrissbirne, die die Häuser samt Vorgärten zerstört.

Dramatischer Moment

Der Literaturkurs versteht es aber auch, diesen dramatischen Moment lustig darzustellen. Einer der Zwerge (Fabian Greven) sitzt auf der Abrisskugel, die von der Decke herab schwingt und stellt das berühmte Musikvideo des Lieds „Wrecking Ball“ nach. Das Publikum ist begeistert. Erst angesichts der verwüsteten Gärten und in der Sorge um ihre vermissten Kinder schließen Graf Zinnoberrot und Gräfin Blaublut Frieden. Und auch Gnomeo und Julia haben den Abriss heil überstanden. Ihrer Liebe steht nun nichts mehr im Wege. Die Gartenbewohner feiern das Happy End mit einer gemeinsamen Tanzeinlage. Und auch, wenn dem guten alten Shakespeare, der kurzer Hand von seinem Sockel steigt und vorbei schaut, dieses Ende nicht gefällt, ist den Q1-Schülern der Applaus des Publikums sicher. Fast ein Jahr hatten die 13 Schülerinnen und Schüler zusammen mit Anne Hommelsheim geprobt. Orientiert haben sie sich zwar an dem Film „Gnomeo und Julia“, aber den Text haben sie selbst geschrieben. Und auch die vielen lustigen und kreativen Ideen und Running Gags, die das Publikum zum Lachen brachten, haben sich die Schüler ausgedacht.

Bei den Vorbereitungen lief aber nicht alles wie geplant. Nach dem Ausfall von Lehrerin Anne Hommelsheim wenige Wochen vor der Premiere war ungewiss, ob das Theaterstück wie geplant aufgeführt werden könnte. Lehrerin Andrea Hager musste die Leitung der Generalprobe übernehmen. Doch trotz der unvorhergesehenen Erschwernisse haben die Schüler ein kreatives und tolles Stück auf die Bühne gebracht. Anne Hommelsheim unterstützte sie dabei im Publikum.

Anschließend lobte sie ihre Schüler für die gelungene Aufführung und bedankte sich auch bei ihrer Kollegin, die als Ersatz eingesprungen war. Am Tag darauf führte der Literaturkurs sein Stück ein zweites Mal auf.

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