Literatur verbindet weit über die Grenzen hinaus

Von: Esther Kellen
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Stolberg. Literatur verbindet über die Grenzen hinaus, jedenfalls beim Euregio-Schüler-Literaturpreis. Bereits seit 2001 findet der Literatur Wettbewerb statt, der seit 2004 in der Trägerschaft der Regio e.V. steht.

Diesmal war das Goethe-Gymnasium Gastgeber für den „Jury-Tag”. Rund 500 Schüler aus der gesamten Euregio haben sich deshalb auf den Weg nach Stolberg begeben, um hier das beste Buch zu küren. Die Teilnehmer hatten sechs Bücher in ihrer jeweiligen Muttersprache gelesen und sollten entscheiden, welcher Autor das beste Werk verfasst hat.

Zur Wahl standen Blandine Le Callet mit „Versprich mir, dass wir glücklich werden”, Tommy Wierina mit „Joe Speedboat”, Fatou Diome mit „Der Bauch des Ozeans”, Sasa Stanisic mit „Wie der Soldat das Grammophon repariert”, Otte de Kat mit „Sehnsucht nach Kapstadt” und Juli Zeh mit „Schilf”.

Nachdem die Schüler im Vorfeld mit den Autoren und Übersetzern über die Bücher diskutiert hatten, stand jetzt beim „Jury-Tag” in Stolberg die Entscheidung für den Sieger des Wettbewerbes an. Teilnehmer aus 30 Schulen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden beteiligten sich in diesem Jahr am Wettbewerb. Auch die Schüler des Ritzefeld-Gymnasiums machen schon von Anfang an eifrig mit.

Bevor die eigentliche Wahl starten konnte, lag jedoch noch viel Arbeit vor den Teilnehmern. In einer 20-minütigen „Aufwärmrunde” besprachen Schülergruppen, die nach dem Zufallsprinzip zusammengestellt wurden, welchen Eindruck die Bücher auf sie gemacht haben. Danach überlegten sich die Schüler, mittlerweile nach Sprachen sortiert, ein Plädoyer für ihr Lieblingsbuch. Keine leichte Aufgabe, denn nach 45 Minuten musste das Plädoyer stehen, außerdem durfte es nicht länger als eineinhalb Minuten dauern.

Ein gewählter Sprecher jeder Gruppe musste anschließend das Plädoyer vortragen. 18 Fürsprecher kamen so auf die Bühne, die mit viel Elan und in drei Sprachen das literarische Werk ihres Lieblingsautors anpriesen.

Nach einer Stichwahl zwischen den beiden Favoriten Blandine Le Callet und Tommy Wieringa gewann die französische Schriftstellerin. Sie kann sich über das Preisgeld von 2000 Euro freuen, der Übersetzer über 500 Euro.

Eine gerührte Autorin

Die Schüler, die das Plädoyer für Le Callet gehalten hatten, riefen die Autorin an und gratulierten ihr zum Sieg. Unter Tränen sagte Le Callet, sie freue sich sehr über diese Auszeichnung, denn es sei ein ehrlicher Preis ihrer Leser.

Im April wird eine Kritikerrunde, bestehend aus bekannten Persönlichkeiten der Literaturwelt und einigen Vertretern der Schüler-Jury, noch einmal über das preisgekrönte Werk diskutieren. Am 15. Mai findet schließlich die Preisverleihung in Maastricht statt. Schüler aus den drei Ländern halten für den Sieger eine Laudatio in ihrer Muttersprache.
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