Liste gegen das „Turbo-Abi“ liegt jetzt im Rathaus aus

Von: slg
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Stolberg. Ein paar zusammengeheftete Seiten mit vielen leeren Spalten liegen auf einem Schreibtisch der Bürger-Info im Stolberger Rathaus: Erst 13 Leute haben bis Donnerstagnachmittag ihre Unterschrift für das Volksbegehren „G9 jetzt“ (wir haben berichtet) abgegeben.

Wer gegen das „Turbo-Abi“ ist und möchte, dass nordrhein-westfälischen Schülern bis zur Hochschulreife wieder mehr Zeit gelassen wird, der kann sich noch bis zum 7. Juni auf den Listen eintragen. Kommen bei dem Volksbegehren landesweit mehr als 1,06 Millionen Stimmen zusammen, ist der NRW-Landtag gezwungen, sich erneut mit der Frage von G8 oder G9 zu beschäftigen.

Wer sich an dem Volksbegehren beteiligen will, muss deutscher Staatsbürger und mindestens 18 Jahre alt sein. Außerdem muss der Erstwohnsitz in Nordrhein-Westfalen liegen.

Die Initiatoren des Volksbegehrens fordern, dass Eltern und Kindern die Wahlfreiheit gegeben wird, an einem Gymnasium in ihrer Nähe das Abitur nach Klasse 13 ohne Pflicht zum Nach­mittagsunterricht zu erreichen. In Stolberg bietet sich Eltern durch die zwei Gymnasien auf der einen und die beiden Gesamtschulen auf der anderen Seite jedoch ohnehin die Wahlfreiheit, was die Schulzeit bis zum Abitur angeht: An den Gesamtschulen erreichen die Schüler das Abitur – wie früher an den Gymnasien – nach 13 Schuljahren.

Kritiker des „Turbo-Abis“ sagen, dass die erhöhte Stundenzahl bei Jugendlichen zu deutlich mehr Leistungsdruck führe. Auch die unteren Klassen müssten am Nachmittag zum Unterricht. Aber gerade dann seien Kinder kaum noch aufnahmefähig. Die vom Nachmittagsunterricht betroffenen Fächer könnten nicht mehr so viel Stoff schaffen wie früher.

Außerdem wird bemängelt, dass den Schülern durch den komprimierten Nachmittagsunterricht zu viel Freizeit genommen werde. Für Hobbies, beispielsweise Sport im Verein, bleibe zu wenig Zeit.

Doch auch das Volksbegehren hat Kritiker: So gibt es Studien, die zeigen, dass G8- und G9-Schüler gleichermaßen stressbelastet sind.

Die regierende nordrhein-westfälische SPD will Schülern an allen Gymnasien künftig eine Wahlfreiheit zwischen dem Abitur nach 12 oder 13 Jahren einräumen, das sogenannte „G8 flexi“.

Auch die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Bündnis 90/Die Grünen) will das Schulsystem nicht so lassen wie es ist: Ihr schweben individuelle Schulzeiten für alle Schüler vor, an allen Schulformen. Davon will der Koalitionspartner jedoch nichts wissen.

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