Stolberg-Liester - Liester-Pfarre kämpft für Verbleib ihres Pfarrers Ferdi Bruckes

Liester-Pfarre kämpft für Verbleib ihres Pfarrers Ferdi Bruckes

Von: Sarah Sillius
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Protest schwarz auf weiß: Viele Gemeindemitglieder unterstützen mit ihrer Unterschrift den Aufruf an Bischof Heinrich Mussinghoff, die Abberufung von Pfarrer Ferdi Bruckes zurückzunehmen. Foto: S. Sillius

Stolberg-Liester. Die Atmosphäre während der Pfingstmesse in der Kirche St. Hermann-Josef ist feierlich - und doch wohnt ihr ein trauriger Unterton bei. Den Gemeindemitgliedern ist anzumerken, wie sie die spätestens für Ende des Jahres angekündigte Abberufung ihres Pfarrers Ferdi Bruckes mitnimmt.

Trotzdem - oder gerade deswegen - demonstrieren sie an diesem Sonntag den Zusammenhalt und die Stärke ihrer Gemeinde. Der Chor hat ein besonders feierliches Musikprogramm einstudiert, und die Kirche ist bis in die letzte Reihe gefüllt.

Viele sind heute zur Pfingstmesse erschienen, um Bischof Heinrich Mussinghoff mit einer Unterschriftenaktion von seiner Entscheidung abzubringen. Vor und nach der Messe drängen sich sowohl Mitglieder der Pfarre St. Hermann-Josef als auch solche anderer Gemeinden um die beiden Tische, auf denen die Listen ausliegen. Ob jung oder alt: Jeder will unterschreiben, jeder will sich für Pfarrer Bruckes einsetzen.

Frank Schartmann, Mitglied des Kirchenvorstandes, richtet sich nach dem Gottesdienst an die Gemeinde. Getreu dem Motto „Nur wer aufgibt, hat schon verloren” solle die Unterschriftenaktion den Bischof dazu bewegen, seine Entscheidung noch einmal zu überdenken. Schartmann bezweifelt, dass die zukünftigen Aufgaben von den Pfarrern Hans-Rolf Funken und Dawit Mesghinna allein bewältigt werden können. Dabei betont er jedoch deutlich die Solidarisierung mit den anderen betroffenen Gemeinden: „Dies soll eine gemeinsame Aktion sein, die sich nicht gegen jemanden ausspricht.”

Warum sich der Einsatz lohne, begründet Schartmann nicht nur mit der kaum zu tragenden Verantwortung für die beiden anderen Pfarrer. Bruckes sei zudem bei den Gemeindemitgliedern äußerst beliebt, werde vor allem für seine „angenehme, lockere Art” geschätzt: „Er hält seine Ansprachen sehr abwechslungsreich, baut auch mal einen Witz mit ein.” Zudem treffe Bruckes auch in schwierigen Situationen immer den richtigen Ton.

Andrea Kallenberg, Mitglied des Pfarrgemeinderats, fügt hinzu: „Was er predigt, kann man im täglichen Leben anwenden. Da gibt es immer etwas, das man mit nach Hause nehmen kann.” Auch sie bekräftigt, dass die Pfarre mit der Unterschriftenaktion keinen Gegenpol zu anderen Gemeinden oder Pfarrern bilden wolle, sondern sich letztlich nur um das Wohl aller bemühe: „Wir wollen, dass alle Gemeindemitglieder auch in Zukunft ausreichend seelsorgerisch betreut werden können.”

Ferdi Bruckes selbst, der die schlechte Nachricht in der vergangenen Woche den Stolbergern persönlich übermittelt hatte, zeigt sich an diesem Morgen sichtlich berührt und auch sehr stolz auf das Engagement seiner Gemeinde, behält aber trotzdem die Fassung und entlässt die Kirchgänger mit einem positiven Satz in die Feiertage: „Trotz der ernsten Lage soll Pfingsten ein Anlass zur Freude sein.”
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