Stolberg - Liebestrank für den alternden Faust von der Hexe

Liebestrank für den alternden Faust von der Hexe

Von: Toni Dörflinger
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Während Faust und Mephisto (l.) skeptisch zuschauen, kümmern sich Affen und die Hexe (r.) um den Zaubertrank: Eine Szene aus der Aufführung „Faust auf Raten - Dritte Rate“ des Burghoftheaters. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Dr. Faust, mit seinem Leben unzufrieden und dessen überdrüssig, hat dem Teufel seine Seele verkauft. Doch bevor der Teufel (Mephisto) die Faust‘sche Seele erhält, muss er ihm zu Diensten sein und seine Wünsche erfüllen. Und Wünsche hat Faust deren viele. Unter anderem die Erfüllung einer späten Liebe.

Diese Story, hier als Kurzfassung erläutert, wurde jetzt als Premiere im Burghoftheater an der Aachener Straße aufgeführt. Aber nicht im Gesamten, sondern als dritter Teil. Denn bereits im April vergangenen Jahres hatte das 13-köpfige Ensemble unter dem Motto „Faust auf Raten“, den ersten Teil der vierteiligen Serie aufgeführt.

Einige Monate später folgte dann der zweite Teil des Stückes, das auf der von Johann Wolfgang von Goethe verfassten Tragödie „Faust I“ beruht. Mit dem jetzt aufgeführten dritten Teil wurde den Szenen Rechnung getragen, in denen Mephisto eine Trinkgesellschaft in Auerbachs Keller (Leipzig) mit Zaubertricks unterhält und einer Hexe befiehlt, dem alternden Faust einen Liebestrank zu verabreichen. Dieser Trank soll einer Affäre mit dem jugendlichen Gretchen förderlich sein.

Als Regisseurin fungierte in bewährter Manier Karin Graf. Die ehemalige Schauspielerin hatte ihre Laientruppe abermals bestens vorbereitet. Schließlich waren die Spielszenen anspruchsvoll und die Dialoge auf hohem Niveau. Außerdem zeichnete sich die Handlung des Stückes durch Abwechslung und Spannung aus. Ihren jeweiligen Part meisterten die Darsteller, die mitunter in wechselnde Rollen schlüpften, mit Bravour.

Besonders gut in Szene setzen konnten sich dabei Rüdiger Ehrmanntraut als Mephisto und Jannik Schroeder als Brander. Schroeder, mit einer guten Singstimme ausgestattet, glänzte in den Gesangpartien, als die muntere Runde in Auerbachs Keller von Mephisto mit edlen Getränken versorgt wurde.

Ehrmanntraut brillierte durch seine Darstellungskunst und seine anspruchsvollen Dialoge. Er hatte in zahlreichen Szenen die Hauptrolle und musste schwierige Passagen und Kapitel bewältigen. Dem nichts nachstehend gaben sich seine Kollegen, die ihre jeweiligen Rollen fabelhaft beherrschen und ihrem schauspielerischen Talent freien Lauf ließen. Nichts wirkte gekünstelt oder geziert, sondern im Gegenteil von persönlichem Engagement und Herzblut für die Handlung gekennzeichnet.

Und kleinere Aussetzer fielen dabei überhaupt nicht negativ ins Gewicht. Sie wurden, wenn erforderlich, mit Spontanität sowie Witz und Humor überspielt. Denn Witz und Humor wurde reichlich geboten im Verlauf der Handlung. Großartig waren auch die technischen Effekte: sei es die Musik im Hintergrund, das prasselnde Hexenfeuer oder die Führung der Lichtanlagen.

Alles in allem war es eine gelungene Aufführung, die von den rund 50 Besuchern denn auch am Ende mit tosendem Applaus belohnt wurde. Die Direktion lag wiederum in den Händen von Dr. Rüdiger Fröschen, der auch die Räumlichkeiten des gemütlichen Zimmertheaters zur Verfügung gestellt hatte.

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