Stolberg - Lidl-Ansiedlung: Fast alle Bedenken der Anwohner sind ohne Chance

Lidl-Ansiedlung: Fast alle Bedenken der Anwohner sind ohne Chance

Von: Jürgen Lange
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Auf dieser Seite der Ardennenstraße - gleich gegenüber dem bestehenden Markt - möchte Lidl mit einer neuen, größeren Filiale die Nahversorgung auf der Liester sicherstellen. Die direkten Anlieger machen sich indes Sorgen wegen der befürchteten Foto: J. Lange

Stolberg. Die Anwohner von Sperber-, Lerchenweg und Ardennen­straße werden enttäuscht sein, wenn sie in der morgigen Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung mit dem Ergebnis der Verwaltung zu ihren Eingaben konfrontiert werden.

Nach ausgiebiger Abwägung schlägt sie den Politikern vor, nahezu alle Anregungen und Bedenken zurückzuweisen. Der Bebauungsplan für den geplanten Lidl-Markt soll in der jetzt vorliegenden Form zur Satzungsreife gebracht werden. Bereits auf seiner Sitzung am 27. März soll der Stadtrat die Änderung von Bebauungs- und Flächennutzungsplan beschließen.

Unterstand für Einkaufswagen

Es sind in erster Linie Bedenken gegen mögliche Lärmemissionen, die von dem zukünftigen Discountmarkt ausgehen können. Dabei nehmen die Einwender vor allem den Presspapiercontainer, Kühlanlage, Andienung und den Verkehrslärm ins Visier. Erfolg haben ihre Eingaben in einem Punkt: Der Unterstand für Einkaufswagen soll dreiseitig eingehaust sein. Fast alle übrigen Anregungen sollen zurückgewiesen, in einen wenigen Fällen sollen Bedenken „zur Kenntnis genommen” werden. Beispielsweise in den Fällen, in denen die Bürger Kernaussagen des Schallschutzgutachtens anzweifeln.

Lediglich zur Kenntnis genommen werden sollen auch Bedenken des Umweltamtes der Städteregion, das aus Sicht des Lärmschutzes ebenfalls detaillierte Bedenken äußert. Lediglich für den potenziell entstehenden Verkehrslärm sollen die Angaben aus dem Gutachten konkretisiert werden.

Die Verkehrsentwicklung nach der Eröffnung des Discountmarktes möchte die Stadtverwaltung allerdings genau unter die Lupe nehmen. Nach heutigen Erkenntnissen erwartet sie zwar keine Probleme für den verkehrsberuhigten Teil der Liester sowie vor der Ampel an der Einmündung zur Prämienstraße (K 13), aber insbesondere aus Gründen der Schulwegsicherung oder zur Vermeidung von Schleichverkehren behält sich die Ordnungsbehörde verkehrsregelnde und / oder -beruhigende Maßnahmen vor. Im Wesentlichen sind aber aus Sicht der Stadtverwaltung die Analysen und Werte des Lärmschutzgutachtens stimmig - ebenso wie die erwartete Frequenz von 900 Kunden im Tagesdurchschnit; 30 Prozent davon nutzen bereits heute die bestehende, kleinere Lidl-Filiale auf dem gegenüberliegenden Eckgrundstück an der Ecke zur Prämienstraße.

Entgegen der Meinung direkter Anlieger sieht die Verwaltung durchaus auch Bedarf für die Expansion des Marktes auf 1200 m2 Verkaufsfläche. Dies sei durch das lokale wie städteregionale Einzelhandelskonzept gedeckt und ein Bedarf vor Ort wird als gegeben angesehen. Die Anregungen und Bedenken aus der erneuten Offenlage der Planung stammen in erster Linie von direkten Anliegern des Expansionsgrundstückes zwischen Lerchenweg, Ardennenstraße und der rückwärtigen Front des Sperberweges. Als aber Lidl 2005 ankündigte, den angestammten Markt zugunsten einer Erweiterung auf dem ehemaligen Telekom-Gelände neben der Feuerwache zu schließen, wurden in dem Stadtteil Sorgen über einen Zusammenbruch der Nahversorgung laut.

Während der Standort an der Kesselschmiede als Alternative scheiterte, einigte sich das Unternehmen mit der Evangelischen Kirchengemeinde über den Standort am Lerchenweg. Mit der Änderung des Bebauungsplanes wird die bisherige Fläche für Gemeinbedarf für eine gewerbliche Nutzung umgewidmet.

In einer ersten Offenlage und Bürgerbeteiligung im Sommer 2010 und Frühjahr 2011 waren bereits so viele Anregung zu der Ansiedlung des Marktes eingegangen und auch berücksichtigt worden, dass eine Beteilgung der Öffentlichkeit im Herbst 2011 erfolgte. Die dort geäußerten Bedenken werden in der morgigen Sitzung ab 18 Uhr im Rathaus behandelt.
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