Liberale und Grüne punkten in „schwarzen Bezirken”

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:

Stolberg. 1273 Stimmen markieren bei einer um 1063 Stimmen höheren Wahlbeteiligung den Vorsprung der CDU vor der SPD. Vor fünf Jahren hatten die Christdemokraten noch mit 2705 Stimmen die Nase vorne.

Ihre Einbußen summieren sich mit 655 Stimmen auf 6,85 Prozentpunkte. Die Sozialdemokraten gewannen 777 Stimmen (+2,57) gegenüber 2004 hinzu.

Das lässt sich auch an den neu zugeschnittenen Wahlbezirken festmachen, die von 25 auf 22 reduziert sind. 22:3 lautete der Vorsprung damals; heute hinkt er mit 14:8 deutlich hinterher. Hatten die Schwarzen in 2004 noch Atsch 1, Unterstolberg und Münsterbusch 2 um nur eine Stimme verfehlt, so leuchten heute Atsch 2, Velau, Unterstolberg, Donnerberg 1+2, die beiden Mausbacher Wahlbezirke und Münsterbusch1 mit deutlichem Vorsprung in sattem Rot.

Auffallend ist der Abstieg in Vicht und Zweifall auf unter 42 Prozent für die CDU, überraschend gelang es ihr dagegen in den angestammten SPD-Hochburgen Atsch 1 und Münsterbusch 2 Fuß zu fassen. Hochburgen der sozialdemokratischen Genossen sind nun aber auch die der Linken - am meisten in der Velau und in Unterstolberg mit 8,1 und 7,4 Prozent. Dort wie auch auf dem Donnerberg und in Mausbach sind allerdings auch die rechtsextremen Parteien DVU und Republikaner mit je um die 20 Stimmen überproportional vertreten.

Kaum eine Rolle spielt rechts, eher eine geringe links Außen in den traditionellen bürgerlichen Wahlbezirken. Hier profitiert vor allem die FDP: Breinig/Venwegen (14,2), Zweifall (13,9) und Donnerberg3 (11,4) sind liberale Hochburgen, aber auch Vicht, Mausbach, Breinig und Büsbach haben hohe blau-gelbe Anteile.

Bürgerliche Stammgebiete sind aber offensichtlich auch ein guter Nährboden für grüne Politik in der Kupferstadt: 14,2 Prozent in Breinig/Venwegen, 11,4 in Donnerberg 3 sowie 10,6 Prozent in Oberstolberg und Vicht sind weit überdurchschnittliche Stimmenanteile.

In wie weit der Neuzuschnitt der Wahlbezirke und die Trends der Europawahl auf die Kommunal- und Bundestagswahlen im Herbst prognostiziert werden können, muss abgewartet werden. Zurzeit sieht es jedenfalls danach aus, dass der Stadtrat bunt bleibt.

Alle Ergebnisse im Überblick

Wahlberechtigte 41.736; Wähler 17583 (42,13 ); ungültige Stimmen 273 (1,55 ); gültige Stimmen 17310 (98,45 ).

Ergebnisse der 31 Parteien: CDU 6575 (37,98); SPD 5302 (30,63); Grüne 1487 (8,59), FDP 1914 (11,06); Die Linke 757 (4,37); REP 246 (1,42); Tierschutzpartei 176 (1,02 ); Familie 103 (0,60); Die Frauen 30 (0,17); Volksabstimmung 38 (0,22); PBC 16 (0,09); ödp 12 (0,07); CM 19 (0,11); DKP 11 (0,06); Aufbruch 8 (0,05); PSG 4 (0,02); BüSo 5 (0,03); 50Plus 38 (0,22); AUF 6 (0,03); BP 8 (0,05); DVU 103 (0,60); Die Grauen 19 (0,11); Die Violetten 16 (0,09); EDE 6 (0,03); FBI 20 (0,12); Gerechtigkeit braucht Bürgerrechte - Wir danken für Ihr Vertrauen! 13 (0,08); Freie Wähler 122 (0,70); Newropeans 9 (0,05); Piraten 104 (0,60); RRP 41 (0,24); Rentner 102 (0,59).
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