Lesermeinung: Koalition für offenes Parkdeck am Bahnhof

Von: Doris Kinkel-Schlachter
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Blick vom Mittelbahnsteig zu d
Blick vom Mittelbahnsteig zu den Parkplätzen: Dort sieht die große Koalition in Zukunft ein offenes Parkdeck, das etwa 100 zusätzliche Plätze schafft. Eine Brücke führt dann zu den Bahngleisen. Foto: H. Eisenmenger

Stolberg. Die große Koalition will eine neue Initiative starten, um mit finanzieller Hilfe des Landes sowohl zusätzliche Parkplätze als auch den barrierefreien Zugang zu den Steigen des Stolberger Hauptbahnhofs endlich zu realisieren.

In einem Brief an Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, unterzeichnet von Dieter Wolf für die SPD und Dr. Tim Grüttemeier für die CDU, beleuchten Christ- und Sozialdemokraten die positive Entwicklung, die sich auch in Zukunft weiter fortsetzen kann, wenn entsprechende Maßnahmen erfolgen.

„Viele Dinge sind endlich positiv in Bewegung. Das wurde auch Zeit, denn lange genug war der Bahnhof von 1988 ein Schandfleck und waren die Zustände für einen Ort mit dieser Bedeutung unmöglich”, sagt Hildegard Nießen. Die Sanierung des Bahnhofes gehe mit Riesenschritten voran. Mit Unterstützung der Städteregion und der EVS soll es einen Kiosk im neugestalteten Bahnhofsgebäude geben, „das leidige Thema Toiletten wird im Zuge der Sanierung gelöst”, betont die stellvertretende Bürgermeisterin.

Der nächste Schritt in der Weiterführung der Euregiobahn ist laut Christian Hartrampf von der EVS der Ringbahnschluss in Richtung Alsdorf. Der Stadtrat hat eine Sanierung der Rhenaniastraße beauftragt, und die im letzten Jahr zusätzlich eingerichteten Parkplätze „Park and Ride” sind - erfreulicherweise für den ÖPNV - bereits jetzt wieder gefüllt. Mehr noch: „Wir haben sehr viele Anfragen bzw. Beschwerden, dass nicht genügend Parkplätze da sind. Die Kapazitäten sind erschöpft”, sagt der zuständige städtische Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt. Andererseits ist auch die Erreichbarkeit des Mittelbahnsteiges lange Zeit schon ein Thema.

Genau an dieser Stelle sollen nun zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden, indem ein offenes Parkdeck in Verbindung mit einem barrierefreien Zugang zu den Bahngleisen errichtet wird. Denn wer den Bahnhof kennt, weiß auch, wie schwierig und auch unangenehm es ist, durch den Tunnel zu den Mittelbahnsteigen oder zurück zu gelangen. „Die Barrierefreiheit betrifft natürlich Menschen mit Behinderung, aber darüber hinaus auch Jung und Alt, Reisende mit Koffer, Menschen mit Kinderwagen”, erläutert Ratsfrau Nießen.

Das geplante Parkdeck in Fertigbauweise könnte - wenn die formellen Dinge geklärt sind und der Antrag gestellt ist - in einer Bauzeit von etwa einem halben Jahr realisiert werden, es würde in das Gesamtpaket Bahnhof und Bahnhofsumfeld mit der Sanierung der Rhenaniastraße in den nächsten drei bis fünf Jahren greifen. 100 zusätzliche Parkplätze würden dadurch auf mehreren Ebenen entstehen. Von der obersten Ebene aus erreichen Bahnreisende dann problemlos über eine Brücke die Züge im mittleren Bereich - über Treppen oder ganz bequem mit dem Aufzug.

Zuschussantrag stellen

Wer sein Fahrzeug nicht abstellt, sondern sich bringen lässt, findet entsprechende „Kiss and Ride”-Plätze auf dem obersten Deck. Das sind Plätze für Kurzparker, also auch für Taxis oder eben frei übersetzt: „Küsse jetzt deine Liebste oder deinen Liebsten zum Abschied und fahr das Auto dann gleich wieder weg.”

Vom Bahnhof Stolberg gibt es viele Möglichkeiten der Zugverbindungen. Mit der Euregiobahn können sowohl ein großer Bereich der Städteregion als auch durch Umsteigen in Aachen die Niederlande und Belgien erreicht werden. Bahnreisende können auf direktem Weg nach Köln und Düsseldorf und über Aachen auch in Richtung Mönchengladbach. „Also ein wichtiger Ausgangspunkt in Sachen Mobilität für viele Menschen aus Stolberg und der Umgebung”, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Tim Grüttemeier.

In der nächsten Sitzung soll der Rat nun die Verwaltung beauftragen, in Abstimmung mit der Euregio Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), dem Nahverkehr Rheinland (NVR) und der Deutschen Bahn einen Zuschussantrag zu stellen mit dem Ziel, Fördermittel zu erhalten.
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