Stolberg - Leoni Kerpen setzt auf eine grüne Zukunft

Leoni Kerpen setzt auf eine grüne Zukunft

Von: Michael Grobusch
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Standort mit Zukunftsperspekti
Standort mit Zukunftsperspektiven: Leoni Kerpen will sein Geschäft verstärkt auf umweltfreundliche Technologien ausrichten. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Der positive Trend hat sich in den vergangenen Monaten fortgesetzt. Doch nicht nur aus diesem Grund sieht sich Leoni Kerpen derzeit und für die Zukunft auf einem grünen Zweig: „Green Tec” heißt das Schlüsselwort, hinter dem die Umsetzung der von Martin Moser angekündigten Neuausrichtung des Standorts Stolberg steckt.

„Nachdem die Maßnahmen zur Personalkostenreduzierung abgeschlossen worden sind, arbeiten wir jetzt konsequent an der Erschließung neuer Produkte und Märkte”, blickt der Geschäftsführer nach vorne. Dabei sieht Moser Stolberg in guter konzerninterner Gesellschaft. Denn Umweltbewusstsein und Ressourcenknappheit als globale Trends seien zwischenzeitlich als wesentliche Faktoren in die strategische Ausrichtung des Gesamtunternehmens aufgenommen worden.

Mit gutem Grund, wie Moser findet: „Die Menschen leben länger, werden mobiler, ziehen häufiger in große Städte und tauschen immer mehr Güter aus. Das führt zu hohem Ressourcenverbrauch und wachsender Umweltbelastung.” Grüne Technologien und für Leoni Kerpen vor allem Solartechniken seien deshalb Geschäftsfelder, die beste Perspektiven bieten. „Das ist das wichtigste Wachstumsfeld, das wir in Zukunft haben werden. Nicht nur in China und Indien, sondern auch in Europa wird es starke Wachstumsraten geben.”

Der Schwerpunkt für Leoni Kerpen wird nach Aussage des Geschäftsführers auf Solarthermie, also der Umwandlung der Sonnenenergie in nutzbare Energie, liegen. Bis 2016 soll der Anteil am Gesamtumsatz an der Zweifaller Straße auf zehn Prozent steigen. „Und das ist eine bewusst konservative Planung.” Moser kündigt eine Umorientierung an. „Derzeit sind die Öl- und Gasbranche unser Hauptgeschäft. Davon werden wir uns wegverlagern.”

Eine Abkehr vom Kunden bedeute dies aber keinesfalls. Denn wo es heute Öl und Gas gebe, lägen auch die Potenziale für die zukünftige Nutzung von Sonnenenergie. „Deshalb arbeiten wir auch eng mit unseren Kunden zusammen.” Die Nutzung von Sonnenenergie, deren Speicherung und geeignete Transporttechniken stehen ganz besonders im Blickpunkt. Dabei geht es Leoni nicht um Installationen für den privaten Gebrauch. „Wir reden da vom Großanlagenbau mit tausenden Spiegeln auf mehreren Hektar Fläche”, betont Moser.

Die damit für Stolberg verbundene Botschaft dürfte nicht nur von den Mitarbeitern gern vernommen werden: „Wir investieren in Produkte, die nachhaltig gefragt sein werden. Daraus ergibt sich eine Sicherheit für den Standort.”

Neben der Solarthermie sind halogenfreie und damit umweltschonende Werkstoffe und nachhaltige Produkte und Systeme im Kabel- und Steckerbereich zwei Trümpfe, die Martin Moser ausspielen will. In der Summe wird der Anteil der drei Geschäftsbereiche nach aktuellen Berechnungen 2012 bei 36,9 Prozent liegen. 2016 soll dieser dann schon mehr als 42 Prozent betragen.

Für die Belegschaft sind die neuen Trends eine große Chance, aber auch eine Herausforderung. „Es gibt viele Qualifikations- und Weiterbildungsmaßnahmen im Haus”, setzt Martin Moser auch auf die Kompetenz der Mitarbeiter. Auf eine spürbare Aufstockung des Personals setzt er hingegen nicht. „Wir haben intern ein Level definiert, das wir als nachhaltig ansehen. Den Bestand darüber hinaus wollen wir möglichst flexibel gestalten.”

Zeitarbeit und befristete Neueinstellungen sind deshalb die bevorzugten Instrumente der Geschäftsführung, um den derzeitigen Auftragsboom und die für die Zukunft angestrebte Steigerung des Geschäftes zu bewältigen. „Wir versuchen, das im kleinen Rahmen zu halten”, unterstreicht Martin Moser und verweist auf die „enge Abstimmung mit dem Betriebsrat. Es gibt klare Regelungen im Ergänzungstarifvertrag. Und an die halten wir uns natürlich auch.”
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