Leoni-Kerpen drängt auf Kreisverkehr

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. Für das Unternehmen ist es in erster Linie eine Frage der Verkehrssicherheit für seine Mitarbeiter direkt vor dem Firmen-Entree: Die gefährliche Kreuzung der Landesstraßen 238 und 12 ist ebenso den Behörden ein Dorn im Auge wie der Firma Leoni-Kerpen.

Der städteregionale Radweg endet vor der Kreuzung auf der viel befahrenen Fahrbahn der Kurt-Schumacher-Straße, an der gegenüberliegend zum Betriebsgelände der Firmen-Parkplatz erweitert worden ist. Die Situation ohne Gehwege, aber mit schmaler Grasnarbe und Gräben im Kreuzungsbereich „ist für unsere Beschäftigte einfach nur gefährlich”, begründet Franz-Josef Baumann auf Anfrage den Wunsch von Leoni-Kerpen nach einer baldigen Umgestaltung in einen Kreisverkehr.

Engagement bereits bei Planung

Ein Wunsch, den die Politik und die Verwaltung in Stolberg teilen. Aber an Nachtigällchen ist die Lage ein wenig anders als an vielen anderen Stellen im Stadtgebiet, an denen gefährliche oder überlastete Knotenpunkte umgestaltet werden sollen. Das Unternehmen ist bereit, sich an den Kosten für eine Umgestaltung der Kreuzung vor der eigenen Haustüre zu beteiligen: „Wir haben bereits maßgeblich die Planungskosten getragen”, sagt Franz-Josef Baumann, der Leiter von Zentralem Einkauf und Logistik bei Leoni-Kerpen.

In einer Gesprächsrunde mit Bürgermeister Ferdi Gatzweiler, Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt, und Edgar Klein als Leiter der zuständigem Landesbetriebs-Niederlassung Ville-Eifel sowie dem Landtagsabgeordneten Axel Wirtz habe Leoni-Kerpen sein Engagement zugesagt. „Wir warten auf Aussagen zur Höhe der Baukosten, damit wir in unserer Firmenzentrale in Nürnberg den Umfang unseres finanziellen Engagements abklären können”, sagt Prokurist Baumann. Nur konkrete Zahlen hätten weder die Stadt noch der Landesbetrieb bislang mitgeteilt, und Fortschritte auf der Prioritätenliste zur Realisierung seien auch nicht vermeldet worden.

Im Gegenteil, denn bei der jüngsten Novellierung der Prioritätenlisten durch den Regionalrat in Köln gab es eine Neuordnung, andere Vorhaben wurden vorgezogen, erklärte Fachbereichsleiter Andreas Pickhardt. Gleichwohl könne immer noch mit einer Umgestaltung der Kreuzung Nachtigällchen in einen Kreisverkehr innerhalb der nächsten Jahre gerechnet werden.

Die früher einmal angedachte Möglichkeit, den Kreisverkehr vorzufinanzieren, biete das Land angesichts seiner bereits umfangreich eingegangenen Verpflichtungen nicht mehr an. Letztlich hänge eine Umgestaltung aber nur von der Ausstattung des Landesbetriebs mit den dafür erforderlichen finanziellen Ressourcen ab, und diese wiederum vom Haushalt des Landes.

Ein Punkt, den auch Axel Wirtz hervorhebt. Aber an der weit fortgeschrittenen Priorität des Kreisverkehrs habe sich im Grunde nichts geändert, erklärt der CDU-Landtagsabgeordnete. Im vergangenen Jahr rangierte das Projekt Nachtigällchen an fünfter Stelle.

In wie weit die heutige Rangfolge eine Verbesserung oder Verschlechterung darstellt, darüber wird sich sicherlich streiten lassen. Fakt ist aber, so erklärt es Rainer Fuhs vom Landesbetrieb, dass das Projekt auf die Gesamtprioritätenliste betrachtet den 13. Rang einnimmt. Allerdings hat der Regionalrat für jede der sechs vom Landesbetrieb Ville-Eifel betreuten Gebietskörperschaften eine eigene Prioritätenliste erstellt.

Kosten 0,5 Millionen Euro

Und für den Bereich der Städteregion genießt der Kreisverkehr Nachtigällchen die Priorität vier -Ênach dem Umbau des Knotens L47/232 in Herzogenrath, L136 / L23 in Würselen und des Knotens Süd- / Zechenstraße in Eschweiler.

In etwa vier Jahren könnte der Kreisverkehr realisiert werden, kalkuliert der Multiprojektkoordniator des Landesbetriebs vorsichtig, denn natürlich hängt der Fortschritt von der Mittelbereitstellung durch das Land ab. Aber „nach vorläufigen Informationen wird für diesen Haushaltstitel mehr Geld zur Verfügung gestellt”, schließt Rainer Fuhs es nicht aus, dass die Bagger frühzeitiger an Nachtigällchen anrollten könnten. Außerdem werde im November erneut über die Priorisierung der geplanten Maßnahmen entschieden. Unter dem Gesichtspunkt der Planungsreife und der angekündigten Ko-Finanzierung durch Leoni-Kerpen bleibt es der Politik vorbehalten, das Projekt zu beschleunigen.

Auf der Basis des Vorentwurfs kalkuliert der Landesbetrieb die Kosten für die Umgestaltung des Einmündungsbereiches auf einer Länge von etwa 100 Meter in einen Kreisverkehr mit 0,5 Millionen Euro. Weit über 13000 Fahrzeuge passieren den Knotenpunkt im Tagesschnitt.
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