Leichtathleten können im Stadion bleiben

Von: Michael Grobusch
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Die technischen Disziplinen sollen nicht länger außen vor bleiben: Vertreter der LG Stolberg, des SC Münsterbusch und der Stadt haben sich darauf verständigt, dass in Zukunft wieder alle Leichtathleten das Stadion am Glashütter Weiher nutzen können. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Das ist eine schöne Bescherung kurz vor Weihnachten: Nach monatelangen Verhandlungen und sogar jahrelangen Differenzen haben sich die LG Stolberg, der SC Münsterbusch und die Stadt Stolberg auf die zukünftige Nutzung des Stadions am Glashütter Weiher geeinigt.

Die gute Nachricht wird vor allem die Leichtathleten freuen: Sie sollen wieder uneingeschränkt Stolbergs zentrale Sportstätte nutzen können, die ja immerhin ursprünglich auch vor allem für diesen Sport konzipiert worden war. „Das ist eine sehr positive Entwicklung“, stellte Peter Jandeleit im Gespräch mit unserer Zeitung fest. „Die Leichtathletik gehört ins Stadion“, betonte der Geschäftsführer der LG Stolberg, der diese Forderungen auch in den vergangenen Monaten immer wieder offensiv vertreten hatte.

Der erzielte Konsens zwischen den beteiligten Hauptnutzern ist gekoppelt an einen „Mehrstufenplan“ (Jandeleit), der Investitionen in die sanierungsbedürftige Anlage vorsieht. Der als Vermittler agierende Günter Poick hatte mit Blick auf mögliche Forderungen der Vereine Realismus angemahnt und auf die schwierige finanzielle Situation verwiesen, in der sich die am Stärkungspakt des Landes beteiligte Stadt befinde.

Diese Worte sind offenbar nicht auf taube Ohren gestoßen: 31.000 Euro, und damit eine recht überschaubare Summe, sollen in einer ersten Phase in die Infrastruktur am Glashütter Weiher investiert werden. Damit können zwar keine substanziellen Veränderungen bewirkt, dennoch aber, so erklärt Peter Jandeleit, einige grundsätzliche Mängel beseitigt werden.

Die betreffen in erster Linie die Anlaufflächen für den Hochsprung und Stabhochsprung. Sie sollen mit neuen Kunststoffmatten ausgelegt werden. „Ein richtiger Tartanuntergrund wäre uns natürlich lieber, aber ich sehe ein, dass der momentan nicht bezahlbar ist“, räumt der Geschäftsführer ein.

Auf Vordermann gebracht wird auch die Wurfanlage, für deren Nutzung wiederum Tore angeschafft werden müssen, die demontierbar sind – weil sie anderenfalls im Weg stehen würden. „Das hat man bei der Sanierung des Rasens wohl nicht bedacht“, staunt Peter Jandeleit über die fehlende Weitsicht. Neue Bretter, weniger harter Sand und eine reparierte Umrandung der Grube gehören zu den Maßnahmen, die für die Weitsprunganlage vorgesehen sind. Schließlich soll noch ein Schutzkäfig für die Diskus- und Hammerwerfer angeschafft werden.

Über die Stufe 2 gibt es derweil noch keinen nähere Vereinbarung – weder inhaltlich noch zeitlich, so Peter Jandeleit. Unklar bleibt vorerst auch, ob und – falls ja – wann sich das „Fernziel“ der Leichtathleten realisieren ließe: der Bau einer Tartanbahn. 700000 Euro würden hierfür fällig – Geld, das nach Ansicht des Geschäftsführers nur mit Hilfe außerplanmäßiger Zuschüsse beispielsweise des Landes oder aber im Rahmen der Vermarktung von nicht mehr genutzten Sportplätzen aufgebracht werden könnte.

Vom Tisch ist dank der Einigung ein (Teil-)Umzug der Leichtathleten auf das Außengelände des benachbarten Goethe-Gymnasiums, der in den Bemühungen um einen tragfähigen Kompromiss immer wieder genannt worden war. Zwei wesentliche Argumente hatten die Skeptiker dabei angeführt: die erforderliche Änderung des Bebauungsplanes – das Terrain ist bis dato lediglich als Schulgelände ausgewiesen und somit für den Vereinssport offiziell nicht nutzbar.

Und die befürchteten Widerstände der Anwohner vor allem des Lerchenweges, die sich zuletzt aufgrund der Planungen für einen Lidl-Markt auf dem ehemaligen Gelände der Evangelischen Kirchengemeinde vehement zu Wort gemeldet hatten.

Derlei Überlegungen sind nun nicht mehr von Relevanz, und das stimmt Günter Poick sehr zufrieden. „Ein wesentliches Anliegen meiner Bemühungen war es, die Gräben zwischen Fußballern und Leichtathleten zuzuschütten. Das ist jetzt gelungen.“ Und noch einen Erfolg sieht der Vermittler: „Durch die nun wieder stärke Nutzung wird das Stadion aufgewertet. Und das ist gut so.“

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