Lebensräume im Wasser werden wiedererschaffen

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Die Projektbeteiligten erklär
Die Projektbeteiligten erklären die für dieses Jahr geplanten Umstrukturierungsmaßnahmen am Helings- und Sauerbach am Nationalpark Eifel.

Stolberg/Nordeifel. Anfang August starten im Rahmen des Life+ Projektes „Wald - Wasser - Wildnis” im Bereich des Sauerbaches und seiner Zuflüsse auf der Dreiborner Hochfläche umfangreiche Baumaßnahmen.

Ziel ist die Wiederherstellung naturnaher Gewässer und ihrer Auen im Nationalpark Eifel. Bestimmte Wander-, Reit- und Fahrradwege im Gebiet rund um Sauerbach und Helingsbach sind daher in der Zeit vom 1. August bis zum 31. Dezember gesperrt. Umleitungen werden im Gelände ausgewiesen.

„Wir möchten die Gewässer von ihrem Korsett befreien und eine natürliche Gewässerdynamik zulassen und damit dem Motto des Nationalparks, „Natur Natur sein lassen” gerecht werden”, erklärt Marietta Schmitz von der Biologischen Station der Städteregion in Stolberg, die für die Maßnahmen verantwortlich ist. „Durch die Umleitungen kann es zu längeren und schwierigeren Wegstrecken kommen. Um eine Gefährdung der Besucher des Nationalparks zu vermeiden und um einen reibungslosen Ablauf der Baumaßnahmen zu gewährleisten, ist eine Sperrung dieser Wege erforderlich. Wir bitten um Verständnis für die Maßnahmen und die damit verbundenen Umleitungen.”

Zehn Meter hohe Dämme

Mit den Maßnahmen werden im Gewässerverlauf liegende Dämme und Rohre entfernt, Bachbegradigungen rückgängig gemacht, befestigte Bachbereiche entfesselt und Staubereiche beseitigt. Bis zu zehn Meter hohe Dämme dienten den belgischen Streitkräften als Panzerüberfahrten und sind heute teilweise in das Wegenetz eingebunden. Sie verhindern eine natürliche Gewässerdynamik in einer für Mittelgebirgsbäche typischen Aue. Im Bereich von Wanderwegen werden mit Brücken oder Furten mit Trittsteinen Übergänge geschaffen.

Länderübergreifend

Mit den Maßnahmen wird im Life+ Projekt das Ziel umgesetzt, Wald- und Wasserlebensräumen den Weg in die Wildnis frei zu machen. Die Projektgebiete sind Teil von Natura 2000, ein länderübergreifendes Netz von Naturschutzgebieten in der Europäischen Union. Es soll wildlebenden und seltenen Tier- und Pflanzenarten ausreichend Lebensraum bieten, ihr Überleben sicherstellen und natürliche Lebensräume für nachfolgende Generationen erhalten.

Die Maßnahmen am Sauer- und Helingsbach tragen dazu bei, dass die zum Laichen wandernden Fische ein durchgängiges Gewässer ohne Hindernisse und Beeinträchtigungen vorfinden. Die Eifelbäche wieder durchgängig zu machen dient nicht nur den Fischen. Viele Gewässer-Kleintiere leben zwischen den Steinen im Bachbett und sind wichtiger Bestandteil der Nahrungskette des Wasserlebensraumes. Sie werden häufig bachabwärts gespült. Barrieren wie Rohre und Abstürze im Gewässer verhindern, dass sie wieder bachaufwärts wandern können. Solche Barrieren können zu einer Artenverarmung oberhalb liegender Bachabschnitte führen.

Die Maßnahmen zielen letztlich auch darauf ab, die Voraussetzungen für eine Entwicklung der natürlichen bachbegleitenden Pflanzenwelt zu schaffen. So ist das Falllaub der Bäume natürlicher Auen der Beginn der Nahrungskette in den Mittelgebirgsbächen und wird in ihnen fortgesetzt.

Weitere Informationen zum Life+ Projekt der Biologischen Station in Stolberg

Das Life+ „Wald - Wasser - Wildnis” ist ein Projekt der Nationalparkverwaltung Eifel und der Biologischen Station Städteregion mit Sitz in Stolberg. Für die Umsetzung der gewässerbaulichen Maßnahmen im Life+ Projekt ist die Biologische Station Aachen verantwortlich.

Da der ehemalige Truppenübungsplatz Vogelsang auf der Dreiborner Hochfläche dem Bund gehört, werden die Flächen von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) betreut. Daher finden die Maßnahmen dort in Kooperation mit der BImA statt.

Die Gebiete des Life+ Projektes „Wald - Wasser - Wildnis” liegen nahezu vollständig im Nationalpark Eifel und sind Teil von Natura 2000. Mit dem Finanzierungsinstrument Life+ fördert die Europäische Union Naturschutzmaßnahmen in Natura 2000-Gebieten.

Das mit rund 4,2 Millionen Euro ausgestattete Life+ Projekt wird zur Hälfte von der Europäischen Union (Life+) und dem Land Nordrhein-Westfalen finanziert.

Im Rahmen des Life+ Projekts „Wald - Wasser - Wildnis” werden in den nächsten vier Jahren weitere Renaturierungsmaßnahmen im Nationalpark Eifel durchgeführt. In den Bachtälern des Kermeters sowie in Bereichen der Dreiborner Hochfläche, Dedenborn und Wahlerscheid werden entlang der Bäche nicht heimische Nadelbäume entfernt, Rohre und Wehre entfernt und Bachbegradigungen abgebaut.

Insgesamt werden im Projekt etwa 500 Hektar Wald und etwa 60 Kilometer Bachläufe in einen naturnahen Zustand versetzt, den Weg in die Wildnis bahnt sich die Natur dann selbst.

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